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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. Seite 160

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
Austritte aus dem und Übertritte zu dem Judentum in Dresden
Date
1908-10-01
Page
Seite 160 (sequence 2)
Language
German
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- 160 — Jahren 1886—1906 im ganzen 200 Juden zür evangelischen Kirche aus dem Judentum ausgetreten, während 15 Evangelische zum Judentum übergetreten sind. Für die einzelnen Jahre ergeben sich folgende Ziffern: Austritte aus dem Übertritte zum Jahr Judentum Judentum 1886 8 _ 1887 6 _ 1888 3 2 1889 9 _ 1890 3 1 1891 10 - 1892 7 _ 1893 3 2 1894 6 _ 1895 22 1 1896 5 — 1897 9 1 1898 15 - 1999 12 1 1900 4 1 1901 8 - 1902 18 - 1903 17 - 1904 8 1 1905 12 2 1906 15 3 Rlköholismus und Schwachsinn der Kinder. In Nr. 43/44 der Psychiatrisch^neurologischen Wochenschrift macht Dr. Bayerthal (Schularzt der städtischen Hilfsschule Worms) auf den Zusammenhang des väterlichen Alkoholismus mit dem Schwachsinn der Kinder aufmerksam und erwähnt, daß in Worms seit 17 Jahren kein schwachsinniges Kind jüdischen Glaubens zur Aufnahme in die Volksschulen gelangte, trotzdem dies nach der Prozentzahl zu erwarten gewesen seh Die Erklärung dafür liege in der bekannten Mäßigkeit der Juden. Dr. Ollendorf (Barmen). Zur anfhropologifdien Stellung der Juden» Unter diesem Titel veröffentlicht L e o Sof er eine Abhandlung in der Politisch-Anthropologischen Revue (VII.. Jahrgang, No. II). Er schließt sich im allgemeinen der Theorie von Luschan's an1 nach der bekanntlich die Juden dem großen „hethitischen" Volksstamme angehörten, der im zweiten vorchristlichen Jahrtausend ganz Vorderasien, insbesondere Armenien und Syrien, bevölkerte und sich mit den aus Arabien kommenden langköpfigen „Semiten* und mit den blonden Amoritern vermischte. Sof er macht jedoch zu dieser Theorie 2 Einschränkungen; die erste betrifft die kaukasischen Juden, die sich stark mit der eingeborenen brünetten und brachycephalen Bevölkerung des Kaukasus gemischt haben sollen; die zweite betrifft die nordafrikanischen Juden, die zu einem großen Teile die Nachkommen von arabischen Stämmen sein sollen, die zum Judentum übertraten und später, als sie von liohamed mit Feuer und Schwert verfolgt wurden, meist nach nordafrika flohen und nur in geringer Zahl in Südarabien verblieben. S o f e r teilt hiernach die Juden 1, in den von v. Luschan aufgestellten vorherrschend he* thitischen Typus mit einer Brachycephalie von 80—83, 2. einen rein semitischen Typus mit einer Dölichocephalie von 78 in Nordafrika (und Arabien), 3, einen hyperbrachycephalen Typus mit einem index von 83—88 im Kaukasus. „Jedoch ist der Luschan' sc he Typus**, sagt Sof er, „derart überwiegend — er umfaßt mindestens 9/lö aller Juden — daß man ihn als den Typus der heutigen Juden par excellence bezeichnen kann, ohne einen Fehler zu begehen. Das übrigbleibende Zehntel fällt zur größeren Hälfte dem rein semitischen Typus zu, zur kleineren Hälfte dem anderen Extrem, dem hyperbrachycephalen." „Damit", schließt Sof er, „erachte ich das Problem der jüdischen Rasse für genügend aufgeklärt.u Cifa^-Cothringen. Die Verteilung der Juden in Clfa^-Cothringen im Jahre Die Hauptergebnisse der Volkszählung von 1905 für die Juden in Elsaß-Lothringen sind bereits im 3. Jahrgange, Seite 94 dieser Zeitschrift mitgeteilt worden. Nunmehr veröffentlicht das Statistische Bureau fürElsaß-Lothringen in dem 31. Hefte derStat istischen Mitteilungen über Elsaß-Lothringen eine eingehende Darstellung der Bevölkerungsverhältnisse Elsaß-Lothringens, der wir nachstehende Ziffern über die Verteilung der Juden auf die einzelnen Kreise und Bezirke entnehmen: I 1 sraeliten Prozent der Kreise u, Bezirke absolut Gesamizivilbevölk. ohne Militär) Israeliten Straßburg-Stadt . . 5 016 3,29 Straßburg-Land . . 2 065 2,22 1573 2,47 Hagenau .... 2 089 2,75 Mölsheim . . . . 1155 1,72 Schlettstadt. . ♦ . 1090 1,63 Weißenburg. , . . 1121 2.05 Zabern . . . 1924 2^22 Unter-Elsaß 16033 2,43 589 1.16 Colmar..... 2 391 2,'62 Gebweiler . . . . 972 1,58 Mühlhausen. . . . 3486 1,96 Rappertsweiler. . . 381 0,63 495 0,81 Ober -Elsaß 8 314 1,65 Metz-Stadt . . . , 1622 3^42 Metz-Land . . . . 621 0,62 643v 1,51 Chäteau-Salins. . . 545 1,02 Diedenhofen-Ost . . 736 1,36 Diedenhofen-West . 278 0,37 769 1,03 Saarburg .... 895 1,46 Saargemünd . . . 863 1,22 Lothringen 6 972 1,22 Elsaß-Lothringen 31319 1,81 Hieraus ergibt sich, daß sich die jüdische Bevölkerung auf die einzelnen Teile des Landes sehr ungleichmäßig verteilt Am stärksten ist sie vertreten in den großen Städten, nämlich in Metz-Stadt und Straßburg-Stadt. Auf den Bezirk Unter-Elsaß entfallen mehr als die Hälfte aller Juden Elsaß-Lothringens. Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin. — Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, Neue Friedrichstraße 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau,

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