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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. Seite 143

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
Die Erziehung der Kinder in Mischehen in Dresden
Date
1908-09-01
Page
Seite 143 (sequence 2)
Language
German
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143 — Wurden die Kinder In der Religion des Vaters erzogen. Bei den 33 Ehen zwischen jüdischem Manne und evangelischer Frau wurden die Kinder aus nur 5 Ehen in der väterlichen Religion erzogen, Bei den 5 Mischehen zwischen jüdischem Manne und katholischer Frau folgten die Kinder aus 3 Ehen der Religion des Vaters und die aus 2 Ehen der Religion der Mutter. (Statistisches Jahrbuch für die Stadt Dresden 1906) Ungarn. weibl. 8,87 7,27 8,04 7,39 5,55 4,91 3,04 2,09 Krebskranke unter den Juden Ungarns« Die Ungarischen statistischen Mitteilungen, Neue Serie, Band 19 enthalten eine eingehende von Prof. Dr. Dollinger in Budapest bearbeitete Statistik der Krebskranken. Wir entnehmen daraus, daß im Königreich Ungarn in den jähren 1901- 1904 an Krebs im Ganzen 11976 Männer und 14936 Frauen starben; unter den männlichen Personen befanden sieh 796 (=6,65%) und unter den Frauen 986 (= 6,60 %) Juden. Im Verhältnis zur Zahl der über 15 Jahre alten Personen entfallen in den Jahren 1901 — 1904 auf je 10000 Seelen an Krebs Gestorbene männl. bei den Israeliten .......7,41 „ „ Evang. Augsburg. Konfess. . 6,52 „ „ Evang.-Reformierten .... 6,41 w „ Römisch-Katholischen . . . 6,01 „ „ Sonstig, u. Unbekannten . . 5,39 „ „ Unitariern . . . . . , . 4,34 » „ Griechisch-Oriental. .... 2,29 „ Griechisch-Katholischen. . . 1,89 Hiernach stehen sowohl die Juden als auch die Jüdinnen in der Reihe der Krebskranken an erster Steiie. Dollinger weist aber darauf hin, daß aus den obigen Zahlen durchaus keine Schlüsse für die Häufigkeit des Krebses bei den Juden gezogen werden können. Denn die Ungarische Sterblichkeitsstatistik gewährt insofern kein zutreffendes Bild, als in Ungarn eine ärztliche Leichenschau nicht allgemein eingeführt ist und in etwa 45 % der Fälle die Todesursache von Laien angegeben wird. Da aber von den Juden ärztliche Hilfe erfahrungsgemäß häufiger in Anspruch genommen wird als von der übrigen Bevölkerung, so wird bei den Juden der Krebs als Todesursache leichter und sicherer erkannt und zur Kenntnis der Behörden gebracht, während bei der anderen Bevölkerung in vielen Fällen Krebs vorliegen mag, aber nicht als solcher festgestellt wird. Dollinger beweist die Richtigkeit dieser Annahme damit, daß er die Ziffern für Budapest allein feststellt, wo die ärztliche Leichenschau obligatorisch ist. Hier nehmen die männlichen Juden unter den an Krebs Verstorbenen erst den vierten und die Jüdinnen sogar den letzten Platz ein. Es kann also aus den oben mitgeteilten Zahlen keineswegs gefolgert werden, daß die Juden für den Krebs besonders disponiert seien. Rufjiand. Hustoanderung aus dem Gouvernement Wilna. Aus dem Berichte des Wilnaer Informationsbureaus für Auswanderer ergibt sich, daß das Bureau im Jahre 1907 seine Tätigkeit gegen früher erheblich erweitert hat. Im einzelnen ist folgendes hervorzuheben: An das Bureau haben sich im Berichtsjahre 1106 Auswanderer gewendet, von denen 195 durch Vermittelung des Bureaus Auslandspässe und 29 auch billigere Schiffskarten erhielten. Von der Gesamtzahl der Auswanderer sind 49 % Handwerker, 5 % Handelsgehilfen, 5 % Kleinhändler und 8 % ohne bestimmten Beruf, der Rest sind Berufslose, d, h. Frauen und Kinder. Als Grund der Auswanderung wird angegeben von 48u/o der Emigranten die schlechte ökonomische Lage. Über 77% begaben sich nach Amerika, 52% direkt nach New-York. Paläftina. Die Umgangsfpradie der Jude i in Paläftina. Es ist bekannt, daß in den letzten Jahrzehnten juden aus aller Welt in Palästina eingewandert sind, sodaß Palästina jetzt eine bunte Musterkarte von Juden aller Länder aufweist. Eine treffliche Illustration hierzu gibt der 6. Geschäftsbericht des Hilfsvereins der deutschen Juden, indem er d e Herkunft und Umgangssprache der in seinen Kindergärten in Jerusalem und Jaffa untergebrachten Kinder angibt, in den drei Kindergärten in Jerusalem waren: Umgangs- (Haus-) Sprache ii i ....._ Sephardim 120=39,3%; Spaniolisch Aschkenaslm 116=38,0 „ Jüdisch Jemeniten 17= 5,6 „ Arabisch Bucharen 16= 5,2 w Bucharisch Perser 16= 5,2 Persisch Grusiner 9= 3,2 „ Grusinisch aus Bagdad u.Aieppo 4= 1,3 „ Arabisch Marokkaner 3= 1,0 „ Marokk, Dialekt d. Araber Bulgaren 3= 1,0 „ Bulgarisch Mohamedaner 1= 0,3 „ Arabisch. In den beiden Kindergärten in Jaffa waren; Aschkenasim 131 Sephardim 51 Jemeniten 19 Marokkaner 16 Grusiner 9 226 Davon sprachen als Umgangssprache: Hebräisch Arabisch Spaniolisch Jüdisch Russisch 11 37 46 105 27 226 Es ist klar, daß bei diesem Sprachgewirr kulturell und konfessionell so eng zusammengehöriger Volksschichten eine Einheitssprache als Verständigungsmittel unumgänglich ist. Als solche entwickelt sich mehr und mehr das Hebräische, das deshalb auch in den Kindergärten des Hiifsvereins die Unterrichtssprache ist. Victoria. Die luden in Victoria. Nach dem Victorian Year-Book 1906/07 betrug die Gesamtbevölkerung Victorias im Jahre 1901 1201341 Personen. Davon waren 5907 Juden, was einem Prozentsatze von 0,50 entspricht. Es gab in Victoria 8 jüdische Geistliche, 6 Synagogen und 4 andere für gottesdienstliche Zwecke bestimmte Gebäude.

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