Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Jüdische Fürsorgezöglinge in Preußen im Jahre 1906
- Date
- 1908-09-01
- Page
- Seite 142 (sequence 1)
- Language
- German
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Statistisches Archiv. Preußen. Jüdifdie fürforgczöglinge in Preußen im Jahre 1906. Nach der Statistik über die - Fürsorgeerziehung Minderjähriger für das Jahr 1906 wurden in diesem Jahre in Preußen im Ganzen 6923 Minderjährige (4591 männliche und 2332 weibliche) rechtskräftig der Fürsorgeerziehung überwiesen. Darunter befanden sich nur 21 jüdische Minderjährige, und zwar 13 männliche und 8 weibliche. Auf hundert Fürsorgezöglinge kommen 0,33 Juden, also erheblich weniger als ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechen würde. Die jüdischen Fürsorgezöglinge verteilen sich auf die einzelnen preußischen Provinzen, wie folgt: männlich weiblich zusammen 2 1 Ostpreußen Westpreußen Berlin . . Pommern . Posen . . Schlesien . Westfalen . Wiesbaden Rheinprovinz 1 4 1 2 1 1 1 1 I i l Zöglinge entfällt 3 1 7 1 1 3 2 1 2 hiernach Drittel aller jüdischen auf Berlin. Am 31. März 1906 war ein Bestand von 91 (63 männlichen und 28 weiblichen) jüdischen Zöglingen vorhanden. Am 31. März 1907 verblieben 79 (56 männliche und 23 weibliche) Zöglinge. Davon, waren 65 in Pflegestellen, Anstalten usw. untergebracht; 9 waren entwichen, 3 befanden sich im Gefängnis und 2 waren noch nicht untergebracht. Der Sdiulbefudi jüdifcher Kinder in f ranhfurt a. m. im Jahre 1906. Es besuchten Frankfurt a. 1H. Gymnasien und Progymnasien . . . Realgymnasien . . Oberrealschulen . . Realschulen ♦ . . Schüler überhaupt 968 1267 684 1551 darunter Juden 155 349 46 73 Höh. Knabenschulen zusammen . . . 4470 Höh. Mädchenschulen 1904 623 460 Knaben Mädchen Knaben Mädchen Mittelschulen 2494 3236 77 143 Bürgerschulen 14624 15577 82 116 Die Juden sind also an den höheren Knabenschulen mit fast 14% beteiligt, während sie nur 7% der Bevölkerung FranKfurts ausmachen; und zwar frequentieren sie von den höheren Schulen ganz besonders die Realgymnasien, auf denen sie mit nahezu 28°/0 vertreten sind. Auch die Zahl der Schülerinnen auf den höheren Schulen ist sehr hoch; sie beträgt mehr als 24%. (Statistische Jahresübersichten der Stadt Frankfurt a. M. für das Jahr 1906/07. Über den israelitlfchen Kultus in Frankfurt a. III. im Jahre 1906 entnehmen wir den Stafrankfurt a. III. ti s t i sc h e n J a h r e s ü b e r s i c h t e n der Stadt Frankfurt a. M. für das Jahr 1906/07 folgende Tabelle: PI <u bJD <L> rr-i Kultus- Amts¬ Übertritte O bD a n Beitrag xahlem Mitglieder beamte handlung. von |e 35 Kultussteuer ö V Zahl der Syi Rabbiner Sonstige Trauungen Beerdigung. Evangelisch.j Katholiken Austritte Christen Ausgab a) Israelitische Gemeinde. 3 |8115| 4 | 5 1153)77 | 4 | 3 | 9 |29100|431000 b) Israelitische Religionsgesellschaft 1 | 931J 1 117 I HI-26-1 - | — | - |92987j 74254 Die 3ahl der Juden in Dresden uon 1832—1905. Auf Grund der in dem Statistischen Jahrbuch für die Stadt Dresden 1906 enthaltenen Angaben ergibt sich folgende Tabelle: Dresden* Jahr Gesamt' bevölkerung darunter Juden % der Gesamtbevölkg. 1832 64339 712 1,11 . 1834 66133 682 1,03 1837 69523 647 0,93 1840 74122 644 0,87 1843 78995 626 0,79 1846 89327 660 0,74 1849 94092 672 0,71 1855 108966 700 0,64 1858 117750 679 0,58 1861 128152 719 0,56 1864 145728 859 0,59 1867 156024 870 0,56 1871 177040 1246 0,70 1875 197295 1956 0,99 1880 220818 2228 1,01 1885 246088 '2315 0,94 1890 276522 2595 0,94 1895 354285 2558 0,72 1900 480659 3096 0,64 1905 516996 3514 0,68 Die absolute Zahl der jüdischen Einwohner Dresdens ist in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ständig gestiegen. Bei den Verhältniszahlen ist dies nicht der Fall; hier ist vielmehr abwechselnd ein Sinken und Wachsen bemerkbar. Bezüglich der niedrigen Ziffern für die Jahre 1900 und 1905 ist hervorzuheben, daß die Zahlen durch die Eingemeindung einer Reihe von Vororten stark beeinflußt sind. Es ist nämlich auf diese Weise die Gesamtbevölkerung um 84513 Seelen vermehrt worden, während sich unter diesen nur 67 Juden befanden. Die Erziehung der Kinder in ffiifdiehen in Dresden. Die diesbezüglichen bei der Volkszählung von 1905 festgestellten Zahlen sind recht lehrreich. Es gab im Jahre 1905 in Dresden 13 Mischehen zwischen evangelischem Manne und jüdischer Frau; in sämtlichen Fällen Dresden.