Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Die Juden auf den preußischen Universitäten im Jahre 1905/06
- Date
- 1908-09-01
- Page
- Seite 141 (sequence 2)
- Language
- German
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— 141 — versitätsstudium haben. Schon auf den höheren Schulen (Realschulen, Oberrealschulen, .Realprogymnasien, Realgymnasien und Gymnasien) ist ihre Frequenz sehr stark. Ihrem Verhältnis zur gesamten männlichen Bevölkerung entsprechend, müßten 2200 jüdische Schüler die höheren Schulen besuchen, während in Wirklichkeit diese Zahl mehr als 5 Mal so groß ist und 12612 beträgt. Was nun die Verteilung der reichsinländischen Studierenden auf die einzelnen Fakultäten anlangt, so studierten Evang. Kathol. Juden evang. Theologie 991 — — Kathol. „ Jurisprudenz Medizin Philosophie In den drei nicht theologischen Fakultäten waren unter je 100 reichsinländischen Studierenden Evang. in der juristischen Fakultät 65,01 3748 1210 6120 856 1455 426 2458 539 319 443 Zusammen 991 856 5765 1977 9078 medizinischen Fakultät 61.20 philosophischen Fakultät 67,41 Kathol. 25,24 21,55 27,08 Juden 9,35 16,14 4,88 in den 3 nichttheolog. Fakultäten zusammen 65,86 25,80 7,73 Hiernach besteht die philosophische Fakultät zu zwei Dritteln aus Evangelischen, zu etwas über einem Viertel aus Katholiken und zu einem knappen Zwanzigstel aus Juden. In der juristischen Fakultät ist der Anteil der beiden christlichen Konfessionen etwas geringer, während die Juden in ihr mit fast einem Zehntel vertreten sind. Die medizinische Fakultät endlich ist zu einem Sechstel jüdisch; die evangelischen Studenten sind an ihr mit etwas über drei Fünfteln und die katholischen mit etwas mehr als einem Fünftel beteiligt. Wenn auch die Zahl der jüdischen Mediziner zu Gunsten der Juristen weiter abgenommen hat, so ist sie im Verhältnis zu den Angehörigen der christlichen Konfessionen immer noch sehr hoch. — Welche einzelnen Universitätsstädte überhaupt und von den Juden im besonderen besucht wurden, ergibt sich aus folgender Tabelle: Die nebenstehenden Universitäten wurden besucht Universität überhaupt von uden im S.-S. im W.-S. im S.-S. im W.-S. 1905 1905/06 1905 1905/06 Berlin 5855 7616 1069 1287 Ronn 2851 2789 76 72 Breslau 1857 1804 218 235 Göttingen 1782 1738 57 53 Greifswald 757 668 12 14 Halle 1666 1790 34 56 Kiel 1037 762 19 18 Königsberg 964 963 110 103 Marburg 1523 1278 53 47 Münster 1375 1376 17 19 Braunsberg 29 29 — — Zusammen | 19696 20813 16ö5 1904 Vorstehende Tabelle umfaßt im Gegensatz zu den oben angeführten Zahlen nicht nur die reichsinländischen, sondern auch die ausländischen Studenten. Reichsausländer studierten im Durchschnitt der beiden Semester auf den preußischen Universitäten 1490; darunter befanden sich 483 Juden, von denen 39=20,31% auf die juristische, 250=55,80% auf die medizinische und 194=22,82% auf die philosophische Fakultät entfielen. Die Militärverhältnisse der reichsinländischen Studierenden ergeben sich aus nachstehender Zusammenstellung: Studierende überhaupt Juden W.-S. 1905/06 317 S.-S. 1905 21 W.-S, 1905/06 21 S.-S. 1905 Es dienten...... 276 „ hatten gedient- 2228 „ waren der Ersatzreserve oder dem Landsturm überwiesen .....1173 „ waren militärfrei 503 „ waren noch ohne Entscheidung. -13163 Der Prozentsatz der dienenden jüdischen Studenten war hiernach etwas höher als ihr Anteil an den Studierenden überhaupt; er beträgt 7,07%. 2414 91 110 1353 86 106 566 42 45 13629 967 1113