Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 8 (August 1908)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1908-08-01
- Page
- 113 (sequence 1)
- Language
- German
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M p I s undok Erscheint monatlich« —Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,—M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin-Halensee, Johann Sigismundstr. 3. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Johann Sigismundstr. 3. Redigiert von Dr. Arthur Ruppin und Dr. Bruno Blau. 4. Jahrgang. August 1908. Heft No. 8. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I. Abhandlungen. Dr. Maurice Fishberg in New York: Die Armut unter den Juden in New-York. — Norbert Weldler in Berlin: Die Bevölkerungsbewegung des Jahres 1906 bei den Juden in Ungarn. — Dr. Hugo Hoppe Arzt in Königsberg!. Pr.: Die Tuberkulose unter den Juden in London. — Dn Arthur Ruppin in Jaffa: Zur Einwanderungsstatistik der Vereinigten Staaten. — II. Statistisches Archiv. Juden unter den wegen Armut unterstützten Personen in Charlottenburg. — Jüdische Zwangszugiinge in Bayern. — Juden in Hessischen Strafanstalten im Jahre 1905/06. — Die Ehescheidungen in Österreich. — Die Geburten bei den niederländischen Juden im Jahre 1906. — Kopfindex der polnischen Juden. — Die Zahl der Juden in Süd-Australien. — Die Kriminalität der Juden in Neuseeland im Jahre 1906. HL Literatur« Abbott, Israel in Europe. — Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden. — Zionistisches A-B^C-Buch. — Simmel, Die Religion. IV. Mitteilungen. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die Armut unter den Juden in New-Vork. eine soziologische Studie von Dr. Es ist eine weit verbreitete Ansicht, daß die Juden trotz aller Rechtlosigkeiten, denen sie ausgesetzt sind, in allem ihrem Tun erfolgreich sind, und daß sie im Allgemeinen alle eine in guten ökonomischen Verhältnissen lebende Klasse bilden. „Reich wie ein Jude" ist ein allbekannter Ausdruck. Diese Ansicht gehört jedoch, wie Jacobs sehr treffend sagt, zu den verbreitetsten Irrtümern, in deren Beseitigung die Statistik vielleicht eine ihrer nützlichsten Aufgaben zu erblicken hat. Die Gründe für diesen so allgemeinen Irrtum sind allen denjenigen klar, die sich mit dem Studium der ökonomischen Lage der Juden aurice Fishberg in New-York. beschäftigen. Ais Städtebewohner, wie sei es vorwiegend sind, und zu einem großen Teil in kaufmännischen Berufen tätig, werden sie von der sie umgebenden Bevölkerung als wohlhabend angesehen. Eine große Anzahl von ihnen beschäftigt sich mit Geldwechsel. Der dumme Bauer in Osteuropa, der den jüdischen Geldwechsler auf dem Markte hinter seinem kleinen Tische mit seiner Geldauslage sitzen sieht, ist überzeugt, daß er in ihm einen der reichsten Leute der Welt sieht, wogegen es eine Tatsache ist, daß viele dieser Geldwechsler nicht nur keine reichen, sondern sogar ganz arme Leute sind. Anderer-