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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 64

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Die Baron Hirsch-Schulen in Galizien
Date
1908-04-01
Page
Seite 64 (sequence 2)
Language
German
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n s ~ Rußland. "äm'7. <Februar 1891 waren in den Stiftungsschulen 104373 Kinder eingeschrieben. In dieser Zeit wurden nachstehende Beträge verausgabt: für Volksschulen . . . . . . . . K. 5215366,54 w Subventionen an Schulen ... . K. 241867,84 „ Abendschulen....... . K. 84021,00 „ Handwerkerschulen ...... K. 172312,31 „ Lehramtskandidaten . . . . . K. 112597,92 „ Handwerkslehrlinge . ..... K. 605668,22 „ Qewerbeschüler ....... K. 65668,24 „ Landwirtschaftszöglinge ..... K. 26634,42 „ Kindergärten . ...... K. 11770,22 „Schulbauten ........ K. 1165416,15 „ Schulbücher . K. 129818,72 „ Beköstigung und Bekleidung armer Schulkinder K. 1101989,27 „ Mädchenarbeitsschulen u. Stipendien K. 462509,96 „ Reisesfipendien anHandwerksgesellen K. 48837,49 „ Studien-Stipendien...... K. 180919,90 „ Teuerungsbeiträge...... K. 15790,00 K. 9641188,20 Die urirffchaftUche Cage der jüdücheit arbeitenden Klaffe in Ru|- iand. In einem Aufsatze im A r c h i v für Sozial Wissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 26, Hef 1, S. 24Ö -269 kommt Dr. Saiomon Margoiin (vgl. auch seine Abhandlung in dieser Zeitschrift, 2. Jahrgang, S. 148) zu folgenden Ergebnissen: „Wir sehen, daß die Anschauung, als befinde sich kein arbeitendes Proletariat unter den Juden, nicht nur durch die Tatsache seiner bedeutenden Anzahl, sondern auch durch sein unermüdliches Streben nach weiterer Ent- Wicklung und Ausdehnung für vollständig unhaltbar erklärt werden muß. Der mächtige Trieb der jüdischen Masse nach einer immer stärkeren Teilnahme an der produktiven Arbeit macht sich auf allen Selten des wirtschaftlichen Lebens fühlbar; das jüdische Proletariat reckt sozusagen nach allen Richtungen die Hände aus, wo man Arbeit braucht und wo es durch die speziellen gesetzlichen Beschränkungen, die auf den Juden lasten, und den allgemeinen Druck, unter dem sich die gesamte russische Bevölkerung befndet, schroff zurückgewiesen wird. Wir haben gesehen, daß die Erzeugnisse der jüdischen Handwerker die Bedürfnisse seiner ganzen Umgebung, besonders die der bäuerlichen Bevölkerung befriedigen. Aber wir haben uns auch die Ueberfüliung des judischen Handwerks im „Ansiedlungsrayon" vergegenwärtigt; wir sind allen Bestrebungen des judischen Handwerkers gefolgt, seine Arbeit an die gegebene Nachfrage anzupassen; wir konnten wahrnehmen, wie willig er sich die Situation des Warenhandwerkers geschaffen hatte, der auf eigenes Risiko für einen unbestimmten Kunden arbeiten muß und in eine doppelte Abhängigkeit vom Gläubiger, der ihm das öeld zur Herstellung deiner Erzeugnisse leiht, und vom Vermittler, der diese Erzeugnisse absetzt, gerät. Ebenso willig hat er seine Arbeitskraft der Hausindustrie zur Verfügung gestellt, wo unerträgliche Arbeitsbedingungen herrschen und wo der Verdienst selbst zu einer halbhungrigen Existenz kaum ausreicht. Doch waren alle Bemühungen der|judischen Handwerker kaum imstande, das Gleichgewicht zwischen der Anzahl der Handwerker im Ansiedlungsrayom und der bestehenden Nachfrage herzustellen, und eine ganze Anzahl jüdischer Handwerker ist noch immej genötigt zu emigrieren. Wir haben endlich gesehen, wie eine Eingliederung einer immer größeren Anzahi jüdischer Arbeiter in neue Arbeitsgebiete, die Ausbreitung ihrer Tätigkeit über immer weitere Produktionsstadien mit Einschluß von Ackerbau und Urproduktion eine Frage von Leben und Tod für das jüdische Proletariat geworden ist; aber wir haben auch gesehen, wie die gesetzlichen Beschränkungen auf Schritt und Tritt dieser organischen Tendenz entgegenwirken. Wir können daher das sichere Vertrauen haben, daß die neue befreiende und belebende Zeit, die sich jetzt trotz aller Hindernisse in Rußland Bahn bricht, den jüdischen Arbeitern eine breite Bahn für ihre Tätigkeit eröffnen, und die jüdische Arbeit zu einem der wertvollsten Faktoren in der Hebung der Landeskultur gestalten wird." Die Juden im ruffifdien IHiHtärdiensf« Der jüdische Dumaabgeordnete L. JS. N i s s e 1 o w i t s c h veröffentlicht in der vom „Kadettenfuhrcr" Miljukow herausgegebenen Zeitung Rjetsch einen Artikel, in dem er der Beschuldigung, die Juden entzögen sich geflissentlich dem Militärdienst, durch Mitteilung folgender Ziffern den Boden entzieht. Nach der letzten Volkszählung Vom Jahre 1897 gab es im russichen Reiche 4,13% Juden. Wenn man nun dieses Verhältnis bei den Rekrutenerhebungen von den Jahren 1902 und 1903 berücksichtigt^ so ergibt sich folgendes Bild : Kurland. Jahr Christ. und juden Die Anzahl d.Jud. sollt gemäß der 4,13 Proz. Mannaus/ machen Wirklich einberufene Juden Differenz zum Nachteil der Juden 1902 Stellungspflichtige 11017267 42013 56632 14349 Zur Aushebung wurden bestimmt 318745 13013 19705 6541 1903 Stellungspflichtige 11053572 43512 58635 15123 Zur Aushebung wurden bestimmt 320832 13250 19911 6661 Berichtigung, In der Notiz „Beteiligung der Juden an den Verbrechen u. Vergehen in Oesterreich im Jahre 1904* (S. 48) ist die Tabelle „Verbrechen" wie folgt zu berichtigen: Verbrechen gegen die Religion 0,05 0,10 - 0,12 Gewaltt, geg. obrigk. Beamte 1,13 1,10 2,31 0,57 Erpressung 0.14 — 0,21 0,06 Unzuchtsverbrechen 0,49 0,62 0,14 0,12 Ferner muß es in der Tabelle „Vergehen* in der letzten Vertikalspalte, Zeile 1 statt 5,17 „9,17* heißen.

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