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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 59

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Der Anteil der Juden am landtäflichen Besitz in Galizien
Date
1908-04-01
Page
Seite 59 (sequence 5)
Language
German
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— 59 — im Jahre 1889 2266 christliche und 322 jüdische mit solchem Grundbesitz gezählt wurden» sodaß sich also in diesen 13 Jahren die Zahl der christlichen Gutsbesitzer mit mehr als 200 Joch betragenden Gütern um 293 vermindert, die der jüdischen um 116 vermehrt hat. Im Jahre 1902 waren unter je 100 Gutsbesitzern überhaupt mit einer Bodenfläche von über 5000 ha 6 Juden 2000—5000 „ 10 „ 1000—2000 „ 14 „ 750—1000 „ 9 „ 500— 750 „ 17 „ 250— 500 53 21 „ 100— 250 „ 19 „ unter 100 „ 18 „ überhaupt 17 Juden Im Durchschnitt sind die Grundstücke der jüdischen Gutsbesitzer kleiner als diejenigen der christlichen, denn 1 jüdisches landtäfliches Gut umfaßte durchschnittlich dageg. 1 christliches Gut in Galiz. 209 207 in Hektaren in in in Ostgaüz. Wcstgaliz, Galiz, an Waldungen 211 128 189 an sonstigen Grundstücken 210 126 188 zusammen 421 254 377 416 Über die von den grundtäflichen Gütern eingebrachte Grundsteuer unterrichtet Tab. IV; Der in jüdischen Händen befindliche Grundbesitz bringt demnach 359804 Kronen an Grundsteuern ein, das heißt 10,52% der gesamten vom grundtäflichen Besitz erhobenen Grundsteuer von 3418 714 Kronen. Dieser Prozentsatz entspricht gerade dem prozentualen Anteil der Juden am Grundtafelbesitz (10,34%). Die gesamte Grundsteuer beträgt in Galizien 10486883 Kronen; 32,6% entfallen davon auf den Grundtafelbesitz (der Tabelle IV. Es brachten an Grundsteuern ein (in Kr.) insgesamt davon Boden in jüd. Besitz in absol. Zahl ln% 899454 17091 1,9 636131 59520 9,4 1188891 146958 12.4 694238 136235 19^6 3418714 359804 10,5 10486883 * der landtäfliche Latifundienbesitz (über 5000 ha) „ „ Großgrundbesitz (2000—5000 ha) Mittelgrundbesitz (500—2000 ha) „ „ Kleingrundbesitz (unter 500 ha) „ „ Grundbesitz zusammen . . . „ gesamte Grundbesitz des Landes , . . . 37,2% der ganzen Bodenfläelie des Landes einnimmt) überhaupt und 3,4% auf jüdischen landtäflichen Boden (der 3,8% der gesamten Bodenfläche Galiziens einnimmt). Der jüdische Grundbesitz ist verhältnismäßig etwas schwächer besteuert als der christliche, weit stärker jedoch als der vom Staat und anderen öffentlichen oder privaten Korporationen besessene Boden- Dies erklärt sich daraus, daß der jüdische Großgrundbesitz ähnlich wie das öffentliche Grundeigentum zum überwiegenden Teile aus Waldungen besteht, ferner auch daraus, daß die jüdischen Güter am meisten in Ostgalizien liegen, wo die durchschnitliche Besteuerung im allgemeinen eine viel niedrigere ist. Es entfallen an Grundsteuern auf 1 Hektar öffentlichen landtäflichen Besitzes 0,69 K. christlichen „ „ 1,29 „ jüdischen „ „ 1,19 „ sonstigen „ „ 0,80 „ des gesamten „ „ in Westgalizien 1,32 * „ „ Ostgalizien 1,13 „ „ - Galizien 1,17 „ „ in die Grundtafel nicht eingetragenen Besitzes l,4ö „ Es gibt 509 Tabularkörper in jüdischem Besitz (384 in Ost- und 125 in Westgalizien), 4482 ■ überhaupt, die mehr als 200 Kronen Steuer zahlen und 290 (208 in Ost- und 82 in Westgalizien) mit einer Steuer von weniger als 200 Kronen (unter 2051 so Besteuerten überhaupt). Die jüdischen Grundstücke bringen durchschnittlich am wenigsten an Steuern ein (490 K.), sie haben jedoch auch durchschnittlich die geringste Ausdehnung (377 ha).

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