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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. Seite 55

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
Die berufliche Gliederung der Juden in Hessen
Date
1908-04-01
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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— 55 — am Erwerbsleben in Hessen ist also bis zum Jahre 1905 noch weiter zurückgegangen. Die Zusammenstellung der männlichen Berufstätigen zeigt, daß, wenn auch der Zahl nach die Juden überwiegend im Handel beschäftigt sind, sie doch auch in den mannigfaltigsten anderen Berufen anzutreffen sind. In den freien Berufen prävalieren die Lehrer (Volksschul- und Religionslehrer) mit 117, die Ärzte mit 62 und die Rechtsanwälte mit 51 Berufsgenossen. Sehr spärlich sind die staatlichen Beamten vertreten. Neben 3 Personen, die sich als Beamte ohne nähere Angabe bezeichnet haben, finden sich 15 Juden im höheren juristischen Vorbereitungsdienste, 1 juristischer Subalternbeamter, 1 Oberlehrer, 3 Professoren und 1 Privatdozent. Das große Heer der Eisenbahnbeamten ist nur durch einen jüdischen Stationsverwalter, die Verwaltungsbeamten, Richter und Postbeamten sind überhaupt nicht vertreten. Unter den Handwerkern weisen diejenigen der Nahrungsmittelbranche die relativ größte Zahl von Juden auf. So gibt es nicht weniger als 387 jüdische Metzger mit 210 jüdischen Gehilfen und 48 jüdische Bäcker mit 48 jüdischen Gehilfen. Diese verhältnismäßig sehr hohen Zahlen dürften dadurch zu erklären sein, daß die hessischen Juden die Ritualvoi Schriften für die Herstellung der Speisen noch streng befolgen und ihr Fleisch und Brot nach Möglichkeit von Juden beziehen, um sicher zu sein, daß jene Vorschriften nicht verletzt werden. Im Verhältnis zu diesen Handwerken bleibt die Zahl der Juden in allen anderen Handwerken zurück; einigermaßen zahlreich sind noch die Schneider . . (28 Meister und 36 Gehilfen) Schuhmacher . (33 „ „ 43 „ ) Sattler . . . (22 „ „8 „ ) Uhrmacher. . (15 „ »6 „ ) Küfer s . . Tapezierer . Schreiner . Spengler. . Schlosser . Buchbinder. ( 9 „ „ 10 „ ) (10 „ „ 2 „ ) ( 8 „ „6 „ ) ( 9 „ „1 „ ) ( 6 „ „8 „ ) (14 Meister). Einzelne Handwerke, die in Osteuropa die Domäne der Juden sind, weisen dagegen gar keine oder sehr wenig Juden auf, so das Grlaserhandwerk (nur 2), das Kürschnerhandwerk (2) und das Drechslerhandwerk (2). Die Friseure, Goldarbeiter und Juweliere sind nur durch je einen Juden vertreten. 130 Juden — davon 102 im Kreise Offenbach — haben sich als Arbeiter verzeichnet; ihnen treten noch 8 Zigarrenarbeiter, 1 Gummiarbeiter, 1 Kammmacher , 1 Kartonarbeiter, 4 Metalldreher, 3 Mühlenarbeiter und 1 Tabakarbeiter hinzu. Der Landwirtschaft, die im Jahre 1895 121 jüdische Berufsangehörige zählte, gehörten 1905 auffallenderweise nur 9 Landwirte, 1 Weingutsbesitzer, 1 Melker und 1 Ziegenzüchter (vielleicht auch die 7 in der Zusammenstellung verzeichneten Dienstknechte und ein Teil der Arbeiter) an. Aus der Zusammenstellung der berufstätigen Frauen ist hervorzuheben, daß berufstätig waren als Selbständige im Handel.....409 als Handelsangestellte.......283 in Wissenschaft, Kunst, Unterricht etc. 35 als Hauspersonal .........241 in Industrie und Gewerbe. . . , . . 494 Bemerkenswert hoch ist die Zahl der Dienstmädchen (143), Modistinnen (66 selbständige und 11 unselbständige) und Schneiderinnen (126 selbständige und 24 unselbständige); Fabrikarbeiterinnen und Tagelöhner gibt es 27. Auch je 1 Bordellbesitzerin und Prostituierte erscheint in der Zusammenstellung. Der Anteil der Juden am landfüflichen Besitz in Galizien. Von Dr. Jakob Thon, Berlin. Unter landtäflichem Besitz werden Landminia) bildeten, im Jahre 1780 in die Landesgüter verstanden, die vor der Vereinigung grundtafel in Lemberg und seit der Ein- Graliziens mit Österreich ^Herrengüter" (doführung des Hypothekargesetzes vom Jahre

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