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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
Juden unter den wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze verurteilten Personen in Preußen
Date
1908-02-01
Page
Seite 30 (sequence 1)
Language
German
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— 80 — Preußen* Juden unter den wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reiäisgeleije »erurteilten Perfonen in Preugen. (Preuß. Statistik, Bd. 205, S, 201.) Es wurden verurteilt: im ganzen Juden . 1900 282303 3079 1,08% 1904 316784 3544= 1,12 % Der Anteil der Juden unter den Verurteilten war also im Jahre 1900 etwas geringer, im Jahre 1904 etwas höher als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung (1,10% nach der Volkszählung von 1905). Auf die einzelnen Provinzen fielen im Jahre 1904 Verurteilte: Proz "Zahl der Jud, i. d. Bevöl. am I.Dez. 1905 im ganzen darunter Juden Ostoreußen . . . 22331 127 0,57% 0,67 Westpreußen # . 16785 156 0,93 „ 0,98 Stadtkreis Berlin 22964 871 3,86 „ 4,85 Brandenburg 27109 204 0,75,, 1,15 Pommern .... 14540 72 0,49 0,57 Posen...... 20763 330 1,59 „ 1,53 Schlesien .... 48775 542 1,35 n 0,95 Sachsen..... 21317 61 0,28 „ 0,27 Schles.-Holstein. 10109 49 0,48 „ 0,22 Hannover 18647 167 0,88 „ 0,57 Westfalen .... 25772 154 0,59 „ 0,57 Hessen-Nassau . 13350 263 1,97 „ 2,42 Rheinland .... 54067 548 1,01 „ 0,86 Hohenzollern . . 255 0 0,00 „ 0,69 Zu bemerken ist dabei, daß die Zahl der Strafmündlge11 unter den Juden verhältnismäßig geringer ist als unter den Nichtjuden, sodaß die Verhältnisse für sie wesentlich günstiger würden, wenn das Verhältnis der Verurteilten zu den Strafmündigen berechnet würde. Jedenfalls sehen wir, daß die Kriminalität der Juden in Ostpreußen, Pommern und Hessen-Nassau und besonders in Brandenburg und Berlin wesentlich günstiger ist als bei der Gesamtbevölkerung, während sie in Schlesien, Hannover, Rheinland und Schleswig-Holstein (hier ist allerdings die absolute Zahl der Juden zu gering) ungünstiger ist, In den übrigen Provinzen, Westpreußen, Posen, Sachsen ist sie anscheinend gleich, in Wirklichkeit aber wohl etwas günstiger. Hoppe. Jüdifche Cehramfskandidaien in Preufjen. Der Prozentsatz der J u d e n unter den in der Prüfung be- Preußen. standenen.Kandidaten des höheren Lehramtes in Preußen ist im Jahre 1905/06 gegen das Vorjahr von 0,31 auf 1,06 gestiegen, nachdem er in den früheren Jahren eine fortgesetzt fallende Tendenz aufzuweisen hatte. Von je 100 in der Prüfung bestandenen Kandidaten waren nämlich Juden: im Jahre 1899/1900 2,20 „ „ 1900/01 0,73 „ „ 1901/02 0,79 „ „ 1902/03 0,64 „ „ 1903/04 0,74 „ „ 1904/05 0,31 „ „ 1905/06 1,06 (Statist. Korrespondenz vom 24. 8. 1907.) ~ Juden unter den bayrifchen Bayern. Zroangszöglingen. Unter den 1113 •-— —- Zwangszöglingen, die im Jahre 1904 in Zwangserziehung waren, gehörten 754 67,7 % der katholischen, 356 32,8 °/a der evangelischen Religion und 3 0,3% der jüdischen Religion an. Im Jahre 1905 kamen 465 Zwangszöglinge hinzu, unter denen sich kein Jude befand. Im ganzen kamen in diesen beiden Jahren auf 1465 Zwangszögünge nur 3 Juden 0,2°/0, während die Juden 0,89'% der Gesamtbevölkerung Bayerns bilden (Zeitschrift des Bayr. Stat. Bureaus 1907). Hoppe. Haarfarbe jüdifcher Schulkinder in Holland. Holland. In den Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Am* sterdam, Band XVI 1907, behandelt Prof. Dr, Bolk die Frage: Ist die rote Haarfarbe eine Nuance oder eine Varietät? und berichtet zugleich über die Resultate der Untersuchungen an jüdischen Schulkindern in Haag, Amsterdam, Rotterdam, untersucht sind 9155 jüdische Kinder, rothaarig waren darunter 228 also 2,47 %. Für die nichtjüdischen Schulkinder fand Prof. Bolk 2,45% als Prozentsatz der Rothaarigen. Blondes Haar und hell* farbige Augen hatten bei den Juden 8,2 %, schwarzes Haar und dunkelfarbige Augen 18,1 %. Ornstein. Rußland. Die Anteilnahme der jüdifchen Studenten an den Uniuerütätsunruhen in Rußland. Die rußische Bureaukratie war und ist der Meinung, daß die Universitätsunruhen ein Werk der jüdischen Studenten seien, weshalb gegen diese immer besonders scharfe Maßregeln gebraucht wurden. Dies war auch der Fall bei den Unruhen in Kiew im vorigen November. Aber die vom Ministerium der Volks-Aufklärung verlangten und ihm von der Universität zugestellten Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache. Die Kiewer Universität zählte Inskribierte den Unruhen exmatrikuliert ' AJJ£*hm insgesamt- 5443 785 4658 Juden .... 1105 217 888 Juden in °/0 aller Student. 20,3 27,6 19,1 Ist auch der Prozentsatz der exmatrikulierten (d. h. wegen Beteiligung an der revulutionären Bewegung aus der Universität verwiesenen) Juden ein etwas größerer, als er sein sollte, so wird dieser Ueberschuß ohne Zweifel durch die Ungerechtigkeit, mit der gegen die Juden verfahren wird, reichlich aufgewogen. Ohne die große Rolle der Juden am Umschwünge der Dinge in Rußland leugnen zu wollen, scheint es doch, daß ihr Anteil jetzt bei der Hochflut der revolutionären Bewegung nur ein normaler geworden ist, worauf ich schon in einem speziellen Artikel (diese Zeitschrift, Januar 1907) aufmerksam gemacht habe. Dr. S. Weißenberg. Bulgarien. Ueber den Schulbefudt in Bulgarien im Schuljahre 1902/1903 bringen wir nachfolgende Angaben auf Grund der Veröffentlichungen des Statistischen Amtes des Fürstentums Bulgarien (Statistique des Ecoles primaires danslaPrincipaute deBulgarie pendantPannee scolaire 1902/1903.) (Sofia 1906.)

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