Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- Geburten, Eheschließungen u. Sterbefälle in Bayern 1905 u. 1906
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 2)
- Language
- German
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- 15 — worden, im Jahre 1906 entsprechend 232335 und 1022. Es entfielen danach Geborene j auf je 1000 Christen 1 auf je 1000 Jaden 1905 1906 Gebor 35,72 35,91 en wurden: 17,49 18,47 1905 | 1906 ehelich von christlichen Eltern . . ehelich von jüdischen Eltern . . « aus Mischehen : Mann jüdisch, Frau katholisch , ♦ „ evangelisch . » sonstig . . . Mann katholisch, Frau jüdisch ♦ . „ evangelisch, „ „ . . « „ sonstig, „ „ . . unehelich von christlicher Mutter . „ jüdischer „ . ♦ 201974 906 11 11 3 9 11 •* i 29119 16 203491 945 18 17 2 8 14 28844 18 Summa Eheschließungen fanden i 232061 statt : 1905 233357 1906 zwisch. jüdisch. Mann u. jüd. Frau ,; kathol« n y> y> » „ evangel. „ „ „ * sonstigem „ » „ „ „ jüdischem „ „ kath. „ » - » n » ÖVgl» yj » » Ü 99 SOnSt. y, „ christlichen Ehegatten . . 419 6 13 2 13 8 1 48882 408 8 F> 1 9 10 49471 | 49344 I 49912 Unter den 49471 Eheschließungen des Jahres 1906 zwischen christlichen Ehegatten waren 31985 rein katholische, 12543 rein protestantische, 43 sonstige christliche ungemischte Ehen und 4900 Mischehen (zwischen Katholiken und Protestanten oder sonstigen Christen). Die jüdischen Mischehen machten im Jahre 1905 10,26'% „ „ 1906 8,09 o/0 der rein jüdischen Ehen aus und es heirateten einen nicht jüdischen Ehegatten von je 100 heiratenden jüdischen Männern Frauen Männern und Frauen zus. 1905 1906 Ges geborener to 0 4,99 4,46 r b e n sind in absolut« 4,78 3,32 (mit Aussch!;n Zahlen 4,88 3,89 uß der Totin %0 aller Ein' wohner gleich. Konfession 1905 1906 m. w. zus. m. w. zus. 1905 1906 Juden Nichtjud. 38< )333 722 146588 348 386 684 138397 13,05 22,66 12,36 21,39 Die Sterblichkeit war in beiden Jahren für Juden und Nichtjuden im Vergleich zu früheren Jahren sehr gering, denn die Sterberate hatte im Jahre bei den Nichtjuden 28,8 27,3 25,4 23,6 1880 1890 1900 1904 betragen. 1906 "(12,36) ist die niedrigste, die in Bayern je dagewesen ist. (Zeitschrift des königl. bayr. Statist. Bureaus 1906 und 1907). D\fk Si.<VpVva«n-AfVki« rlür i~ --J v^i \/\s Jux i*. v/j. uv/l I lAVA1 bei den Juden 18,6 16,2 13,5 12,8 für UCiÖ Jahr Deutfehes Reich, Die jüdifdien Richter im deutfdien Reiche. Herr Justizrat Bernhard Breslauer hat im Auftrage des „Verbandes der deutschen Juden" eine Untersuchung über die Personaiverhältnisse der im deutschen Reiche tätigen jüdischen Richter, insbesondere über deren Beförderung in höhere Stellen vorgenommen. Die Untersuchung umfaßt diejenigen Justizbeamten, welche in den Jahren 1875—1895 die große Staatsprüfung bestanden haben, und erstreckt sich auf die Zeit bis Anfang 1907. In Preußen befinden sich unter den 3628 im Justizdienste verbliebenen Personen 155 Juden. Im ganzen sind 665 Richter, das sind 18,3 %, in höhere Stellen befördert; unter diesen befinden sich nur 4 Juden, das sind 2,6 % der jüdischen Richter. Diese 4 jüdischen Richter sind sämtlich zu Oberlandesgerichtsräten befördert worden. Unter den Landgerichtsdirektoren und Präsidenten hat sich auch nicht ein Jude befunden* Dem Verhältnisse der christlichen zu den jüdischen Richtern entsprechend hätten aber unter den Präsidenten 3, unter den Direkt toren 12 und unter den Oberlandesgerichtsräten 13 Juden sein müssen. (Hierzu sei bemerkt, daß inzwischen einige jüdische Richter zu Oberlandesgerichtsräten neu ernannt worden sind). Justizrat Breslauer stellt ferner eine erhebliche Bevorzugung der getauften Juden gegenüber den Christen fest; es wurden nämlich nur 18,8°/0 der christlichen Richter, dagegen 27,8 % der getauften Juden befördert. Unter den Beamten der Staatsanwaltschaft hat sich kein Jude befunden, dagegen mehrere getaufte Juden. In Bayern gibt es 47 jüdische Justizbeamte, da* runter einen Rat am Obersten Landesgericht, 4 Ober* landesgerichtsräte, einen Staatsanwalt und einen Amtsanwalt Von den Richtern waren 8 früher Staatsanwälte. Unter den bayerischen Justizbeamten sind nur 3 getaufte Juden. In Sachsen gibt es keinen jüdischen Richter. In Württemberg sind 3 jüdische Richter erster Instanz vorhanden. Baden hat 8 jüdische Richter, darunter 2 Oberlandesgerichtsräte. Unter 6 getauften Juden ist ein Landgerichtspräsident und ein Landgerichtsdirektor, In Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strehlitz, Sachsen-Weimar,Braunschweig,Sachsen-Alten bürg, Sachsen-Coburg-Gotha, Anhalt, den beiden Schwarzburg, den beiden Lippe, den beiden Reuß, Waldeck und auch in den freien Reichsstädten Bremen und Lübeck gibt es keine jüdischen Richter,