Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- Versuch einer anthropologischen Parallele zwischen den Juden und Nicht-Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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die Lebensbedingungen für die Juden wesentlich günstiger; sie konnten daher dort zu besserer physischer Entwicklung gelangen, mithin konnte ihre Körpergröße einen größeren Wert erreichen. Der Schädel index. Zur Vergleichung der Schädelindices der Juden verschiedener Gegenden mit denen der Christen haben wir die Tab. IV zusammengestellt. Betrachtet man dieselbe, so bemerkt man, daß die Juden mit geringen Ausnahmen überall weniger brachycephal als ihre christlichen Nachbarn sind; gleichzeitig beobachtet man Anzeichen eines gewissen Parallelismus in der Indexgröße bei beiden Kathegorien; so sind z. B. die Weißrussen (81,11) nach Eichholz etwas mehr dolichocephal als die Kleinrussen (84,53) und die Ukrainer (83,2), gleichzeitig zeichnen sich die weißrussischen Juden (80,90) durch einen kleineren Schädelindex als diejenigen der Ukraina (82,90) und Südrußlands (82,5) aus; andererseits sind die galizischen Polen (84,4 u. 83,5) deutlicher brachycephal als die Weißrussen (83,2 u. 81,11); dieselbe Erscheinung wurde bei den Juden Gali^^ .4S34 u. 81,7) und denen Weißrußlands (82,21 u/^ö>;^at.^estellt. Übrigens sind diese EigebB.i«se noch nicht genügend zahlreich und oft nicht ^g^nligend deutlich, um auf Grund derselben zu elrfc scheiden, inwieweit diese Tatsachen als allgemein verbreitet zu betrachten sind und wodurch sie, erklärt werden könnten. Zunächst drängt si ph selbstverständlich zur Erklärung die Annahme des Vermischens der Juden mit Tabelle IV. Schädel index. Juden Nichtjuden Polen ........- . 81,89 (Elkind) 83,5 und 81,7 (Mayer und Kopernizky) 81,7 (Talko-Grinzewitsch) 82,9 (T.-Grinzewitsch) 82,5 Weißenberg 82,21 (Diborsky), 80,90 (Jakowenko) 83,19 (Blechmann) 85,3-87,5 (Pantiuchoff), 86,35 (Kurdoff) 82,4 (Lombrcso), 81,6 (Livi) 80,85 (Elkind) % 84,4 und 83,5 (Mayer und Kopernizky) 81,78 (Brennson), 80,6 (Talko-Grinzewitsch) 83,2 (TalkO'Grinzewitsch), 84,53 (Diebold) 83,2 (TalkO'Grinzewitsch), 81,11 (Eichholz) 80,5 (Weber), 79,9 (Waldhauer), 79,4 (Grube) 81,3—87,0 (Pantiuchoff) 84,9 (Lombroso), 82,7 (Livi) der umgebenden Bevölkerung auf, obwohl andererseits die mehrere Jahrhunderte währende soziale Absonderung, in der gerade die Juden der genannten Gegenden sich befinden und die religiös-sittlichen Bedingungen keineswegs im hohen Maße zu dem günstigen Verlauf eines solchen Vermischens beitragen konnten. Deshalb erscheint die Annahme nicht unbegründet, daß die Juden schon beim ersten Auftreten hier eine gemischte Easse waren. Wie dem auch sei, zur Durchführung einer ausführlichen anthropologischen Beurteilung des beobachteten Parallelismus der Schädelindices der Juden und der Christen genügen unsere Zusammenstellungen noch keineswegs, umsomehr, als wir in einigen Fällen diese Eigentümlichkeit.garnicht beobachtet und in anderen sie nur ganz schwach ausgeprägt gefunden haben. (Schluß folgt.)