Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 11 (November 1911)
- Article
- Mischehen in Amsterdam
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 167 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2650397-3187691-3187701-3191453--3226-3191491- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 167 — Hiederlande. Hlischehen in Hmsierdam. Gr. I j Gr. ii Gr. III Gr. IV Gr. V Gr. V! Gr.VII Protestant mit Röm^Kathoi.mit Israelit mit?i s - 1-° 1 c 1|| •"5 <u — ,a « jähr s> ""' iü o ~-6® Ht! s 5 K in ~ O O C 1/3 £ c <n c o 5 —' | 5 ■a 1 ~ 5 3 5 Cu — Ü 1 a | Je 1899 22 11 9 4 383 _ 15 1900 20 38 8 4 317 i — 22 1901 27 25 11 12 379! 5 19 1902 29 46 17 8 354; 2 43 1903 33 r i <;j. 26 15 318; 5 17 1904 31 51 10 14 356; 2 59 1905 20 40 15 21 42/ j o 43 1906 22 106 13 22 454! 3 62 1907 38 78 12 29 476! 4 65 1908 27 123 10 30 346 i o 105 1909 23 170 18 4;> 437 i 4 86 1910 30 1S3 16 51 468 | S 131 1899-1910 322 | 922 165 255 4715 | 38 667 Prorentziffer, wenn wir die untereinander Zahl der Ehen von Juden : 100 nehmen 1S99-1910] 6,83|l9,55j 3,49 5,411 100 0,81 |l4,l5 \ Diese Ziffern, zum Teil den statistischen Mitteilungen des gemeindlichen Büros für Statistik in Amsterdam entnominell, lehren uns folgendes: 1. Die Mischehen wachsen bei den juden vielleicht etwas weniger a!s bei den Nichljuden. 2. Die Prozentziffer der Mischehen für die juden beträgt mindestens 10,32. Nun sind aber in den Gruppen II, IV, VI und VII auch Mischehen. Es ist nicht möglich hierfür eine Prozentzahl zu geben; aber me'nes Erachtens wird Gruppe VI ganz, Gruppe Ii und IV für einen großen Teil und Gruppe VII mit 12,11 Prozent (dies ist die Prozentzahl der jüdischen Ehen in allen Ehen (nicht gemischt) in Amsterdam) dazu gehören. Dann wird die Zahl der Mischehen für die Juden erhöht mit 14,15 x 12,11 0,81 + -iöö-^- - 2>52 % und wird also 12,84. Also auf 112,84 Ehen von Juden treffen 12,S4iUischehen. D;e Prozentzahl beträgt dann 11^$, vermehrt noch mit einem Anteil der juden in den Gruppen Ii und VI. j, Sanders. Mitteilungen des Statistischen Amtes In Amsterdam wiedergegeben werden. Die betreffende Darstellung enthalt die Häufigkeit der Todesursachen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung Amsterdams in den Jahren 1907—1909, und zwar den Prozentsatz der verschiedenen Todesursachen auf alle Sterbefälle der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung: IXiederlande. Todesurfachen der jüdlfchen und nichtjüdifdten BcüSikerung Rmfter- > i ^ams. Das statistische Amt der Stadt Amsterdam wird demnächst eine Spezialarbeit über die Statistik der Juden Amsterdams veröffentlichen. Aus den hierzu vorhandenen Materialien ist in der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden eine graphische Darstellung ausgestellt, zu welcher dieZahien in No 31 der Statistischen No. Todesursachen Juden Nichtjuden 1-12 Infektionskrankheiten 4,20 6,78 13 Lungentuberkulose 7,00 10,86 14 Tuberkulose des Gehirns und 1,13 1,91 seiner Häute 15 Sonstige Tuberkulose ohne I {).r>4 1,28 Skrofulöse 16 Krebse und sonstige bös.-Tti^e 8 7 - i\ül Geschwülste 17 Genickkranipr und sonstige Eni' Zündungen der Hirnhäute Blutandrang zum Gehirn, Ge- 1,33 1,42 18 hirnschiagfluß, Gehirner' weich ung 6,85 5,57 19 Organische Krankheiten des Herzens 15,18 7,74 20 Akute Bronchitis 0.54 1,26 21 Chronische Bronchitis i;23 0,88 22 Lungen- und Lungenrippenfell' 5 G7 7,12 entzündung 23 Magenkrankheiten 'ohne Krebse) 0,64 0,41 24 Durchfall und Darmkatarrh der Kinde- bis zu 2 Jahren 2,81 3,80 25 Darmbrüche, Darmverschlingung 0,59 0,61 26 Lebercirrhose 0,41 0,35 -7 Nierenentzündungen Neubildungen (exkL Krebse} und 5,07 5,10 28 sonst. Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane 0,05 0,11 29, 30 Schwangerschaft und Wochen- 0,30 0,52 bettkrankheiten 31 Lebensschwäc^e und angeborene Bildungsfehler 4,24 3,10 32 Altersschwache 5,47 6,30 33 Gewaltige Todesursachen 2,51 3,02 34 Sonstige Todesursachen 20,46 18,28 35 Unbekannte To d e s u r s a c h e n 4,24 5,07 Zusammen j 100 j 100 : : Dte Pest in Odessa. Als Vervoll' Russlanä.;: stand lgung zu meinen Ausführungen ---- :' über das Verhalten der Juden gegen Infektionskrankhelten (Diese Zeltschrift, Heft 10, 11 u. 12) können die Angaben dienen, die Dr. Subrilin in der medizinischen Gesellschaft über den Verlauf der Pest in Odessa während des Jahres 1910 machte. Es erkrankten an Pest im ganzen 141 Personen, darunter 65 juden oder 46,1 Prozent, was mit dem 34,4 betragenden Prozentsatz der juden an der GesambevÖIkerung von Odessa verglichen, einen bedeutenden üeberschuß ergibt. Von einer Immunität der Juden gegen die Pest ist somit keine Rede und ist ihre größere Morbidität wohl nur eine Folge der schlechten hygieisischen Verhältnisse der jüdischen Stadtteile. " S. Weißenberg.