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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. Seite 101

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland
Date
1911-07-01
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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- ioi — Tabelle III. Soziale Gliederung der e r w e rb s tä t i g e n Juden in Landwirtschaft, Industrie und Handel in Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg 1895 und 1907. Berufsabteilung Stellung Preußen Ba> Erwerb ern Sachsen Württemberg Erwerbstätige stätige Erwerbstätige Erwerbstätige 1895 1907 1895 1907 1895 1907 1895 1907 [ a. Selbständige , . 838 575 378 205 _ 1 47 14 A. Land' und Forstwirtschaft [ b Angestellte . . 70 58 1 3 — 1 1 3 1 c. Arbeiter . . . 742 1722 514 515 2 5 28 20 | a. Selbständige . . 16915 19020 1678 2131 350 569 421 480 B. Industrie......[ b. Angestellte . . 3916 10325 526 751 196 472 147 349 1 c. Arbeiter . . . 12415 16676 883 1200 299 642 200 288 | a. Selbständige . . 49572 47018 8422 8970 1713 2334 1893 1961 C. Handel und Verkehr . . 1 b. Angestellte . . 9786 14208 1502 1903 423 978 397 632 1 c. Arbeiter . . . 27217 31643 2823 3922 317 545 576 580 Verhältniszahlen. A. Land- und Forstwirtschaft B. Industrie C. Handel und Verkehr f a. Selbständige l b. Angestellte ( c. Arbeiter j a. Selbständige | b. Angestellte ( c. Arbeiter a. Selbständige b. Angestellte c. Arbeiter 50,78; 4^24! 44,98 50,87 11,77 37,36 57,26; 11,30' 31,44 24,41 2,46 73,13 41,32 22,43 36,25 50,ö2 15,29 34,09 42,33 i 0,11! 57,56; 54,35 i 17,04 I 28,611 66,07 j 11,79| 22,14 28,35 0,41 71,24 52,20 18,39 29,41 60,62 12,86 26,52 41,42 23,19 : 35,39 69,82 17,24; 12,94 : 33,81 28,04 38,15 60,51 25,35 14,14 61,84 1,31 36,85 54,79 19,17 26,04 66,05 13,85 20,10 37,83 8,10 54,07 42,79 31,24 25,79 61,80 19,91 18,29 5. Frauenerwerb. Keine Erscheinung und kein Problem, welche das moderne wirtschaftliche und soziale Leben in Deutschland zeigt und zeitigt, hat die Juden unberührt gelassen. Und auch mit Hecht. Sie sind ja ein Teil des Volksganzen, und jede Bewegung, die den Volkskörper erschüttert, erschüttert auch jedes Glied desselben. Wenn außerdem die jüdische Masse ein eigenartiges soziales Gebilde darstellt, das, bildlich gesprochen, einem Organismus gleicht, welcher ein viel verästeltes und feinempflndliches Nervensystem besitzt, so wird naturgemäß jede Reizung des Volkskörpers in diesem Organismus in viel stärkerem Maße ausgelöst werden. Wir brauchen nur zu erinnern an die Abnahme der Fruchtbarkeit, die zwar auch bei der Gesamtbevölkerung langsam, aber unaufhaltsam vor sich geht, bei den Juden aber in viel stärkerem Grade auftritt. Wir wollen nur hinweisen auf die allbekannte und vielerörterte Erscheinung des Zuges vom Lande in die Stadt, der bei den Juden zu einer gewaltigen Konzentration der Massen in den Großstädten geführt hat. Einzelne Erscheinungen der Neuzeit haben sich bei den Juden ganz besonders fühlbar gemacht. Wir meinen die Mischehen und Taufen, die das moderne Judentum zersetzen. Nur von einem Problem, das in den letzten Jahrzehnten aufgetaucht ist und von Tag zu Tag an Bedeutung gewinnt, scheinen die Juden verschont geblieben zu sein: von der Frauenfrage. Das Judentum scheint aber nur von der Frauenfrage verschont geblieben zu sein, denn in Wirklichkeit besteht auch im Judentum eine akute Frauenfrage, der man bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt hat, weil sie bei den Juden einen von der allgemeinen Frauenfrage abweichenden Charakter trägt. Es kann hier im Rahmen einer kurzgefaßten Darstellung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Juden in Deutschland nicht der Ort sein, die jüdische Frauenfrage aufzurollen, ausführlich über sie zu diskutieren oder gar über die Lösung derselben nachzusinnen. Es soll nur

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