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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1911) · p. Seite 99

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1911)
Article
Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland
Date
1911-07-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 99 — in der Industrie von 5566 auf 13475, im Handel von 14997 auf 22901. Bei der Reichsbevölkerung erhöhte sich die Zahl der Angestellten von 62 20O auf 1,3 Millionen, hat sich also mehr als verdoppelt. Die Gründe hierfür sind, wie van der Borght es ausdrückt;, in der fortschreitenden Betriebskonzentration zu linden. Er sagt folgendes: „Die Betriebskonzentration stellt erheblich höhere Ansprüche an die geistige Arbeit des Unternehmers, steigert also das Bedürfnis, die geistige Arbeit des Unternehmers durch die Tätigkeit des technisch und kaufmännisch geschulten Beamten zu ergänzen. Die erhöhte Verwendung körperlicher und mechanischer Arbeitskraft verlangt daher eine größere Menge von Kopfarbeitern im Betriebe.'' Ein weiterer Grund mag auch darin bestehen, daß die Schwierigkeiten der Selbständigmachung immer größer werden, einmal infolge der immer längeren Dauer der Berufsvorbereitung, dann aber infolge des größeren Kapitalaufwandes, der zur Realisierung selbstständiger wirtschaftlich er Unternehmu ngen erforderlich ist. Hand in Hand mit der Zunahme der Angestellten geht ein Rückgang der Selbständigen in allen drei materiellen Erwerbszweigen. In der Landwirtschaft sind die Selbständigen von 1616 auf 1011 gesunken, Soziale Stellung der Erw im Handel von 80105 auf 78396 und in der Industrie hat nur absolut die Zahl der Selbstständigen zugenommen, relativ ist auch hier ein Rückgang zu verzeichnen. Die Arbeit der jüdischen Frauen spielt abgesehen von der Tätigkeit der mithelfenden Familienangehörigen nur in der Arbeiterklasse im engeren Sinne eine bedeutende Rolle. In der Landwirtschaft macht die weibliche Arbeitskraft V3, in der Industrie und Handel Vi der gesamten Lohnarbeitskräfte aus. Die prozentuale Verteilung' der drei sozialen Klassen in den drei Berufsabteilungen auf grund der beiden letzten Berufszählungen lautet folgendermaßen: Selbständige: 1895 57,61 Proz., 1907 50,08, Angestellte: 1895 11,28 1907 17,16, Arbeiter: 1895 31,11, 1907 32,76. Es ist also in erster Linie die Schicht der Angestellten auf Kosten der Selbständigen gewachsen. Aus folgender Zusammenstellung über die \ soziale Stellung der Erwerbstätigen bei der j Gesamtbevölkerung und den Juden im Jahre : 1907 erhellt der große Unterschied, der j zwischen der jüdischen Bevölkerung und! Reichsbevölkerung nicht nur hinsichtlich der l Berufsgruppierung, sondern weitmehr hiu- | sichtlich der Stellung im Berufe zu tage tritt. erbstätigen im Jahre 1907. Ä r A—E (ohne A~C El)-;-G A-C A—E (ohne E 1) + G juden juden Ges.'Bev. Juden Ges.-Bev, \. Selbständige und leitende Beamte und Ge* B. Verwaltungs- Aufsichtsu. Bureaupersonal . C. Sonstige Gehilfen......... CJ davon Mitarbeitende Familienangehörige . C.2 Gesellen, Gehilfen mit Vorbildung . . . C.3—5 Hilfspersonal ohne Vorbildung . . . C. ohne C1............ 106374 : 121460 36146 37445 69527 75740 16573 16622 46931 46931 6023 12187 52954 i 59118 50,08 : 22,30 17,16 5,24 32,76 72,46 7,80 : 17,42 •22,10 28,09 2,86 24,44 24.96 55,04 51,45 : 22,40 16,05 5,70 32,50 i 72,17 7,12! 15,63 20,00; 25,20 5,38 21,92 25,38; 56,54 Der Prozentsatz der Selbständigen ist bei den Juden doppelt so stark wie bei der Gesamtbevölkerung, des Verwaltungspersonals mehr als so beträchtlich, dagegen der sonstigen Gehilfen weniger als halb so stark. Nur der Anteil der Gesellen und Gehilfen mit Vorbildung ist bei beiden gleich hoch, dagegen gibt es fast gar kein jüdisches Hilfspersonal ohne Vorbildung, während dies bei der Gesamtbevölkerung immer noch in den Berufs ab t eilungen A—C 24,44 Prozent ausmacht, in der Gruppe A—E (ohne E 1) -f G

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