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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-06-01 · Heft 6 (Juni 1911) · p. Seite 87

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 6 (Juni 1911)
Article
Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland
Date
1911-06-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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— 87 — Berufsarten mit mehr als 500 jüdischen Erwerbstätigen im Hauptberuf. Berufsarten Jüd Erwerbstätige im Hauptberuf Berufsarten A 1 Lardwirtschaft, Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere, Milchwirtschaft, Molkerei, landwirtschaftlich betriebener Wein', Obst-, Gemüse-, Tabakbau usw....... B30 Klempner.......... 3 34 Schlosserei, einschließlich Verfertigung von feuerfestem Geldschränken, eisernen Möbeln, eisernen Rolladen usw. . „ . . B 40 Verfertigung von Maschinen, Werkzeugen, Apparaten (soweit nicht zu den Nummern 41—54 gehörig)...... B 53 Elektrotechniker, Herstellung von elektrischen Naschinen, Apparaten . . . . B 55 Chemische, pharmazeutische und photographische Präparate....... B 56 Apotheker......... B68 Weberei.......... B 71 Häkelei, Stickerei, Spitzenfabrikation . B 79 Verfertigung von Papier, Pappe und Papierwaren .... ..... B 81 Buchbinderei und Kartonnagefabrikation B 87 Riemerei und Sa'tlerei...... B 89 Verfertigung von Tapezierarbeiten . , B 95 Tischlerei, Spiegel- Bilderrahmen- und Parkettfabrikation, Veredelung u. Vergoldung B 106 Bäckerei, Konditorei etc..... Bill Fleischerei.......... B 119 Branntweinbrennerei, Likör- und Preßhefefabrikation.......... B 122 Tabakfabrikatton........ B123 Näher und Näherinnen..... B 124 Schneider und Schneiderinnen, Kleiderfabrikation........... B 125 Wäsche-Konfektion ....... B 126 Putzmacherei......... B134 Schuhmacherei........ B 141 Bauunternehmung und Bauunterhaltung erscheinen, „Beruflosen 3546 534 501 1503 613 699 622 1612 514 515 745 909 792 901 1415 7590 786 2819 1457 14422 1775 2691 1813 1184 mit Vorsicht aus der Zahl der Selbständigen" irgend welche Schlüsse auf den Wohlstand einer Bevölkerungsmasse zu ziehen. Zum Schlüsse wollen wir, wenn auch nur kurz, die örtliche Verteilung der Berufe behandeln. Eine ausführliche Erörterung ist schon aus dem Grunde unmöglich, weil die amtlicheStatistiknurfürdieGesamtbevölkerung die Berufsverteilung nach Ortsgrößenklassen unterscheidet, für die Konfessionen dagegen sich damit begnügt, die Großstädte (über 100000 Einw.) auszuscheiden. (Siehe Tab. Seite 88.) Von der Gesamtbevölkerung wohnt nur x/s in Großstädten, von den Juden nahezu B145 Glaser........... ß 146 Stubenmaler, Staffierer, Anstreicher, Tuncher . . .......... B157 Buchßruckerei........ C 1 Waren- und Produktenhandel in stehendem Geschäftsbetriebe ♦ C2 Geld- und Kredithandel...... C 3 Buch', Kunst- und Musikalienhandel, einschließlich Verlag, Antiquariatshandel und Leihbibliothek . ♦........ C 6 Handelsvermittlung (Makler, Kommissionäre, Agenten) ......... C16 Spedition und Güterbeförderung . . C27 Gast- und Schankwirtschaft .... D 1 Häusliche Dienste........ E 1 Armee und Kriegsflotte, auch Armee- und Marineverwaltung......... E 2 Hofstaat, Diplomatie, Reichs-, Staats-, Bezirks-, Gemeinde-, standesherrliche und grundherrliche Verwaltung, sowie Rechtspflege etc............ E 3 Kirche. Gottesdienst etc...... E4 Bildung, Erziehung und Unterricht, Bibliotheken etc.......... E5 Gesundheitspflege und Krankendienst . E 6 Privatgelehrte, Schriftsteller, Journalisten ES Musik, Theater, Schaustellungen aller Art F 1 Von eigenem Vermögen, von Renten und Pensionen Lebende........ F2 Von Unterstützung Lebende . , . . F 3 Nicht;n ihrer Familie lebendeStudierer.de, Seminaristen und Schüler etc..... F 4 Insassen von Invaliden-, Versorgungs¬ und Wohltätigkrits-Anstalten..... F 7 Insassen von öffentlichen Irrenanstalten F 8 Insassen von Straf- und Besserungsanstalten ............ die Hälfte, daher auch der Unterschied zwischen der beruflichen Gliederung der Gesamtbevölkerung und Juden in den Großstädten. Zunächst fällt der im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung hohe Prozentsatz von landwirtschaftlich tätigen Juden (nämlich 8,8) auf. Dies dürfte vielleicht damit zusammenhängen, daß die Juden in der jüngsten Zeit auf dem Wege über den Kapitalismus zur Landwirtschaft gelangen; der Kapitaiismus aber hat seinen Sitz in den Großstädten. Während bei der Gesamtbevölkerung die Hälfte der Gewerbe- und Industrietreibenden, nämlich 50,5 Prozent in Gemeinden von 20000—100000 Einwohneinlebten, in den Groß Städten dagegen

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