Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1911)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1911-06-01
- Page
- 81 (sequence 1)
- Language
- German
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Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,—M. für das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vorn Bureau für Statistik der Juden Berlin C. 2, An der Spandauerbrücke 15. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C. 2, An der Spandauerbrücke 15. Begründet von Dr. Arthur Ruppin. — Redigiert von Dr. Bruno Blau. 7. Jahrgang. Juni 1911. | Heft No. 6. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I. Abhandlungen. Dr. oec. publ. Jacob Segall, Berlin: Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland. (Forts.) — Dr. Salomon Margot in, St. Petersburg: Die neuesten Angaben über den Stand der jüdischen Bevölkerung in Russisch'Polen. — Ergebnisse der letzten Volkszählungen in der Schweiz, Bosnien und Herzegowina und Griechenland. H. Statistisches Archiv. Die Blinden, Tauben, Geisteskranken und Geistesschwachen in Berlin im Jahre 1905. — Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden In Deutschland. Von Dr. oec. publ. { 3. Berufliche Gliederung. Im vorigen Kapitel haben wir bereits mit einigen Strichen die gegenwärtige berufliche Gliederung der Reichsbevölkerung und Juden in Deutschland angedeutet und zugleich ihre Entwicklungstendenzen im Verlauf der letzten 25 Jahre erwähnt. In diesem Kapitel wollen wir uns mit diesen Tatsachen näher befassen und einen allgemeinen Überblick über die Berufsgruppierung der deutschen Juden zu geben versuchen. Die große Zunahme der Erwerbstätigen im Deutschen Reich wurde eigentlich nur dadurch ermöglicht, daß anstelle der Landwirtschaft die Industrie die vomehmlichste Erwerbsquelle des deutschen Volkes zu werden begann. Der wachsenden Industrialisierung Deutschlands ist das rapide Anschwellen der deutschen Bevölkerung zu verdanken, denn acob Segall, Berlin. (Fortsetzung.) mit Recht bemerkt Zahn*): „Die Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft ist infolge ihrer natürlichen Produktions - Bedingungen be - schränkt; sie vermag ihren eigenen Nachwuchs im großen und ganzen nur insoweit aufzunehmen, als er ihr zur Rekrutierung ihres Bestandes nötig ist; der Überschuß muß sich anderweitig Erwerbsgelegenheit suchen. Der größte Teil wird von Handel und Industrie aufgenommen, d. h. von denjenigen Erwerbszweigen, die ihrer Natur nach die größte Ausdehnungsfähigkeit besitzen." Es sei hier gestattet, auf die in der Einleitung betonte Wechselwirkung zwischen der Wirtschaftslage und dem Aufbau eines Volkes hinzuweisen, denn nichts ist für diese Wechselwirkung beweiskräftiger als derZusammenhang zwischen *) Annalen des Deutschen Reiches, Heft 6, „Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung".