Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- Die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden in Deutschland
- Date
- 1911-05-01
- Page
- Seite 80 (sequence 5)
- Language
- German
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— 80 — Die Zahl der männlichen Erwerbstätigen j unter der preußischen Gesamtbevölkerung hat j von 1882 bis 1907 um 41,1 Prozent, die der j weiblichen um 117 Prozent zugenommen, ein klarer und deutlicher Beweis dafür, daß an der Zunahme der Erwerbstätigen bei der Gesamtbevölkerung neben dem hohen Wachstum das weibliche Geschlecht in starkem Maße beteiligt ist, welches teils zur Landwdrtschaft teils vom Lande, bezw. von der Landwirtschaft und dem häusl. Dienste weg zur Industrie überging. Vergleichen wir hiermit die Zunahme der jüdischen Erwerbstätigen männlichen und weiblichen Geschlechts. Die Zahl der männlichen jüdischen Er- Bevölkerungs-Gruppe Männl. jüdische Bevölkerung in Preußen WeibL judische Bevölkerung in Preußen Von 100 männl. Juden entfielen auf d. nebenbez. Bev.-Gruppe Von iOO welbl. Juden entfielen auf d. nebenbez. Bev.-Gruppe 1882 1907 1882 1907 1882 1907 1882 1907 Erwerbstätige im Hauptberuf .... 99323 120335 16426 34991 56,6 65,2 9,0 18,4 Dienende im häusl. Dienst .... 23 22 3676 3098 0,01 0,01 2,0 1,6 67330 49196 153086 130761 38,3 26,6 84,0 68,9 8760 14988 8922 20962 4,9 8,1 4,9 11,0 werbstätigen wuchs um 23 Prozent, die der weiblichen um 113 Prozent. Fassen wir nun das Ergebnis unserer Betrachtung noch einmal kurz zusammen: Die Zunahme der jüdischen Erwerbstätigen ist beträchtlich hinter jener der Gesamtbevölkerung zurückgeblieben. Die Ursache hierfür liegt in erster Linie in der Berufsgruppieruug der deutschen Juden. Infoige ihrer starken Beteiligung am Handel, der schwächeren an der Industrie und des Fehlens der Landwirtschaft einerseits und des Selbstständigkeitstriebes bezw., wie wir später ausführen werden, Selbständigkeitszwanges andererseits konnte der Uebergang der bisher beruflosen Angehörigen zur Berufstätigkeit nicht in dem Maße stattfinden wie bei der Gesamtbevölkerung. Soweit eine Zunahme stattfindet, ist sie auf eine stärkere Beteiligung des weiblichen Geschlechts am Erwerbsleben zurückzuführen. (Fortsetzung folgt.) Statistisches Archiv. ij ~ T; Ergebnisse der Volkszählung uom Die Gesamtbevölkerung Wiens hat von 1900 bis Oesterreich.;,: 31. Dezember 1910 in der Kgl. Reichs- 1910 um 356541 Personen zugenommen, d. h. um '•' -—1 haupt- und Residenzstadt Wien. 21,2 Prozent, die judische Bevölkerung um 28 392, d. Jahr römisch!rie'JarmeJ altchisch | msch j griechisch arme* nisch Luthe' Refor^ raner t miert Israeliten Übrige Gesamtbevölkerung katholisch orientalisch evangelisch 1910 1900 Differenz 1763375! 3723 1461891; 2521 -j-301484!-}-1202 125 1 1959 85 | 975 +40 | +984 4476 3674 +802 99 98 +1 64726? 11128 48213! 6151 +165131+4977 175318 146926 28392 6569 4423 2146 2031498 1674957 356541 h. 19,3 Prozent; demnach ist die Zunahme der Juden | trug er 8,8, 1910 8,6. Die Dichtigkeit der jüdischen hinter jener der Gesamtbevölkerung etwas zurückgeblieben, j Bevölkerung ist in Wien doppelt so stark als in Berlin, Aus diesem Grunde ist auch der Prozentsatz der judischen ] wo der Anteil der Juden 1905 4,85 betrug. Bevölkerung etwas zurückgegangen. Im Jahre 1900 be-! Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlottenburg. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Berlin. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, rieue Friedrichstrasse 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau.