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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. Seite 47

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
Die Juden Preußens im Jahre 1817
Date
1911-03-01
Page
Seite 47 (sequence 4)
Language
German
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Königsberg 29 Liegnitz 8 Gumbinnen 22 Magdeburg 60 D an zig 41 Merseburg 3 Marienwerder 279 Erfurt 294 Posen 1209 Münster 539 Bromberg 592 Minden 1462 Potsdam 33 Arnsberg 1455 Frankfurt 88 Köln 1799 Stettin 50 Düsse] dorf 1684 Köslin 20 Kleve 303 Stralsund — Koblenz 3850 Breslau 948 Trier 2093 Oppeln 3161 Aachen 1105 Reiehenbach 33 Uberhaupt 26136 Es bleiben noch 52 843 Juden übrig, welche, wie die genannte Übersicht sich ausdrückt, in kleinen Gesellschaften von weniger als 500 Personen und zum Teil sehr vereinzelt in den Städten leben. Demnach wohnten ungefähr 5/12 aller preußischen Juden unter einer Bevölkerung in Gesellschaften von höchstens 500 Personen, während von den Christen ü/io in Dörfern von meist sehr viel weniger als 500 Einwohnern saß. Die neun Regierungsbezirke Danzig, Köslin, Marienwerder, Frankfurt, Bromberg, Posen, Liegnitz, Breslau und Oppeln enthielten zusammen 85 678 Juden, also im ganzen zwei Drittel der ganzen preußischen Juden, wie die Hoftmaimsehe Ubersicht sagt, größtenteils polnischer Abkunft. In diesen Regierungsbezirken wurden im Jahre 1817 im ganzen 3590 jüdische Kinder geboren, so daß auf 24 Lebende eine Geburt kam. Da in dergleichen Zeit 1991 Juden starben, so kam je ein Todesfall auf 43 Lebende. Bei der jüdischen Bevölkerung dieser neun Regierungsbezirke betrug der Geburtenüberschuß also 1599, d. h. 1,87 Prozent, während er bei der Gesamtbevölkerung derselben Landesteile 69 829 auf 3 777 637 Personen, also 1,85 Prozent betrug. Da dort aber auf 20 Lebende eine Geburt, dagegen ein Todesfall auf 32 Lebende kam, so war zwar die Vermehrung im Verhältnis die gleiche bei den Juden und der Gesamtbevölkerung, dagegen die Zahl der Geburten wie der Todesfälle bei den Juden eine viel geringere. Statistisches Archiv. Ii | Geburten im öro^herzogfum Hessen |j Hessen, jj 1908 und 1909. Wie wir in voriger =='' Nummer dieser Zeitschrift die Angaben über die Bevölkerungsbewegung iu Oesterreich mit Rucksicht auf die demnächst zu erwartenden Resultate der letzten Volkszählung ohne Reduktion auf den Bestand der Konfessionen in den betreffenden Jahren publiziert haben, so wollen wir auch für die einzelnen deutschen Staaten bis zum Erscheinen der endgiitigen Ergebnisse über die! konfessionelle Gliederung der Bevölkerung nur die abso-! Iuten Ziffern über die natürlichen Bevölkerungsvorgänge 1 veröffentlichen. Später werden wir dann einen Rückblick I über die Entwicklung der einzelnen Konfessionen im i Jahrfünft 1905—1910 in der Form einer größeren Dar- I Stellung geben. Zunächst also dU Hessen. Geburten im Großherzogtum Großherzogtum Geborene aus Ehen zwischen Personen gleichen Religionsbekenntnisses, und zwar Geborene aus M i s Mann c h e h e n, und zwar Frau c 0 5 5 73 3 Nl Gesamtzahl! der ehel. j Geburten j evang. jröm.-kat. israel i zus. evang. j kathol. j israel. evang. kathol. israel. 1908 1909 19531 9505 i 448 129571 18884 | 9154 j 408! 28605 2440 : 2394 j 14 2344; 2398 | 10 2502! 2384 \ 17 2511! 2288 j 18 4994 4941 345G5 33540 Die absolute Zahl der ehelich Geborenen im Großherzogtum /lessen hat im Jahre 1909 abgenommen. Sie ist hinter der Zahl des Jahres 1908 um 1019 zurückge* blieben, d. h. um 2,94 Prozent. Bei den Geburten der Jüdischen Bevölkerung ist ebenfalls ein beträchtlicher Rückgang zu verzeichnen. Es hat eine Abnahme um 40 Geburten stattgefunden oder prozentual ausgedrückt um 8,92 Prozent. Bei den jüdischen Geburten haben wir es jedoch nicht mit einer einmaligen vorübergehenden, sondern typischen Erscheinung zu tun. Mit vollem Recht wird daher In den Mitteilungen der Großherzoglich Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik, denen wir die Zahlen entnehmen, in der Einleitung hervorgehoben, daß der Wert der Statistik der Juden besonders darin liege, daß sich bei der jüdischen Bevölkerung, die die Bewegung der Bevölkerung beeinflussenden Zeitverhältnisse viel rascher bemerkbar machen, als bei der Gesamtbevölkerung — wir nennen nur die Entwicklung des Zweikindersystems, den Rückgang der Sterblichkeit usw. — und daß deshalb die Juden gewissermaßen das Barometer für die übrige Bevölkerung sind und Zustände schon jetzt zeigen, die bei jener erst in der Zukunft zu erwarten sind. Während ein Rückgang der jüdischen eheilchen Ge-

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