Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- Die neuesten Angaben über die Bevölkerungsbewegung in Rußland
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 44 (sequence 6)
- Language
- German
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— 44 — Unter den Geborenen gab es 218 527 Knaben und 212 411 Mädchen; die Kna.ben bildeten also 50,7, die Mädchen 49,3 Prozent aller Geborenen. Dagegen sind bei den Juden 26184 Knaben und 22 739 Mädchen geboren; d. h. bei den Juden bildeten die Knaben 53.5, die Mädchen 46,5 Prozent aller Geburten. Hier sehen wir hei den Juden dasselbe Übergewicht der Knabengeburten, das wir schon im Europäischen Rußland beobachtet haben. Gestorbene zählte man 248 275 oder 21,8 auf 1000 der Bevölkerung. Nach den einzelnen Konfessionen lassen sie sich folgendermaßen gruppieren. Es starben Männer! Frauen!m Ganz, Auf je luoo der Bev. ders. Konf. Bei d. Orthodoxen 4916! 4640 9556 20 „ Katholiken 996811 99630 199311 23 „ „ Protestanten 64791 6473 12952 21,4 „ „Juden 18G25! 12198 25823 15,8 Nur bei den Juden ist die Sterblichkeit der Frauen niedriger als die der Männer; und auf je lOOjüdisehe Gestorbene entfallen 52.2 Männer und nur 47,8 Frauen. Der natürliche Zuwachs der Bevölkerung betrug also: bei den Orthodoxen 6356 „ Katholiken 141949 „ „ Protestanten 10687 „ „ Juden 23100 | Die Angaben über den Bevölkerungsstand | in Polen im Jahre 1907 zeigen uns, dass seit! dem Jahre 1906 die Bevölkerung in Polen um j 20434 gestiegen ist, d. h. um 2764 weniger | als der natürliche Zuwachs ergibt; dieser \ Unterschied dürfte daher die Zahl der jüdischen | Emigranten aus Polen bezeichnen. Die Juden Preußens im Jahre 3817. Von Dr. Heinrich Loewe, Kgi. Bibliothekar in Berlin. Im Folgenden wird auf Grund der amtlichen von dem damaligeiiDirektor des statistischen Bureaus zu Berlin, Hoff mann, herausgegebenen „U e b e r sieht der Boden fläche und Bevölkerung des preußischen Staats: Aus den für das Jahr 1817 ämtlich eingezogenen Nachrichten. Berlin: Decker (1818)" die Zahl der Juden im damaligen Umfange des Königreichs Preußen gegeben, und zum Vergleich bei denjenigen Städten, in denen 1817 mindestens 500 Juden ansässig waren, die Zahl der Juden im Jahre 1905 auf Grund der Volkszählung daneben gesetzt.1) Es ergibt sich daraus der Weg der preußischen Judenwanderung während des neunzehnten Jahrhunderts. Die Gesamtzahlen für Preußen sind deshalb nicht vergleichsweise nebeneinander gestellt, weil die Monarchie im Jahre 1817 ein ganz anderes Ländergebiet, als es vgl. (Red.) ]) Nicht berücksichtigt ist der Geburtenüberschuß, Blau in dieser Zeitschrift, Jahrg. 1910, Heft 10heute der Fall ist, umfaßte. So würden die Zahlen für 1817: 127345 Juden unter 10536571 Preußen, gegenüber 1905: 409 501 Juden unter 37293324 Preußen kein richtiges Bild geben, weil sich in dieser Form ein Vergleich inkommensurabler Größen ergeben würde. Unter den Einwohnern der 28 Regierungsbezirke des Preußischen Staats befanden sich im Jahre 1817: 6370380 evangelische Christen (mit Einschluß der Brüdergemeinden und der sehr wenigen Separatisten), 4023513 römischkatholische Christen (mit Einschluß einiger einzelner Familien, welche zur griechischen Kirche gehören), 15333 Mennoniten, 127 345 Juden, zusammen 10536 571 Einwohner. Die Evangelischen betrugen also über drei Fünf teile, die Katholischen noch nicht zwei Fünfteile, die Mennoniten nur Ves?? die Juden V83 der ganzen Volkszahl. Die Verteilung derselben in den verschiedenen Regierungsbezirken und Provinzen ergibt sich aus folgender Nachweisung: