Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Die Zahl der Juden im Kanton Luzern
- Date
- 1911-02-01
- Page
- Seite 31 (sequence 1)
- Language
- German
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— 31 — zahl der Juden im Kanton Cuzern. Schmelz. Die Volkszählung vom 1. Dezember ~—-•--* 1910 ergab folgende Ziffern über die Israelitische Wohnbevölkerung des Kontons Luzern: iiochdorf 9, Horw 4, Kriens 1, Luzern 453, Malters 2, fiebikon 1, Neuenkirch 1, Root 1, Ruswi! 1, Sursee 5, Willisau 13 Personen, zusammen 491 Personen oder 0.34 pCt. der gesamten Wonnbevölkerung. Der Jüdische Haticmalfonds im Jahre 1910. Die Gesamtsumme der für den jüdischen Nationalfonds jm Jahre 1910 gesammelten Spenden beträgt Mk. 455775. Jn diesem Betrag sind auch 22000 Mk enthalten, die in kleinen Spenden unter SO Mk. für die Siedlungsgenossenschaft in Palästina (nach dem Plane Franz Oppenheimers) eingegangen sind und vereinbarungsgemäß dem J. N. F, gutgeschrieben werden. Im Vergleich mit den Spendeneingängen des Jahwes 1909 weist das abgelaufene Jahr eine Zunahme von ungefähr 50 000 Mk. auf. Der höchste Spendenbeitrag wurde auch diesmal wie in alien vorhergehenden Jahren in Rußland aufgebracht. Trotzdem die Behörden in verschiedenen Städten die zionistische Propaganda unterdrückten und die Sammelbüchsen des J, N. F. konfiszierten, beliefen sich die Eingänge aus Rußland auf 111 ODO Mk. An zweiter Stelle steht Österreich mit nahezu 90000 Mk.; dann folgt Deutschland mit 56000, die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit 51000, Südafrika mit 30000 und Rumänien mit fast 20000 Mk. In Canada wurden 1200C, in England 9000, in Ungarn 8000. in Belgien 6000, in Kroatien, Slavonien und Bosnien 5000, in Kolland 4000, in der Türkei 3700, in Argentinien 3500, In Bulgarien 2900, in Australien 2500, in der Schweiz 1600, in Frankreich 1200 und in Serbien 1100 Mk. für den Jüdischen Nationalfonds gesammelt. Andere kleine Länder haben Beträge unter 1000 Mk. abgeliefert. Was das Ergebnis der einzelnen Sasimelmittel betrifft, so erzielte der Jüdische Nationalfonds die größten Einnahmen aus der Institution des Goldenen Buches (in das jeder Spender von mindestens 205 Mk. eingetragen wird). An GoIdenen^Buch-Spenden sind im Jahre 1910 über 124000 Mk. eingegangen. Die allgemeinen Spenden betrugen 97000 Mk., die Ölbaumspenden 730G0 Mk., die Beträge aus Sammelbüchsen 64000 Mk. Der Verkauf der Marken des J. N. F. ergab die Summe von 32000 Mk. Andere Spendenarten brachten kleinere Beträge ein. Literatur. 6emeindeblaft der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. j Schöneberg—Berlin. Goedecke $ Gallinek. j Die erste Nummer des Gemeindeblatts liegt vor. l Das Erscheinen dieses Blattes, welches sämtlichen j steuer/ahlenden Mitgliedern der Berliner jüdischen Gej meinde unentgeltlich geliefert wird, kann geradezu als : eine Tat bezeichnet werden. Das Gemeindeblatt soll j nicht nur zur Aufnahme aller derjenigen gemeindej amtlichen Anzeigen dienen, welche bisher durch die j Tagespres5e verbreitet wurden, und den Gemeinde-! mitgliedern die Kenntnis von den vielseitigen Vorgängen I des Gemeindelebens vermitteln und das Interesse für dieselben erwecken, sondern es soll auch „mitwirken an j der inneren Stärkung und Festigung des Judenturas;" es soll Aufsätze bringen, welche nach dieser Richtung aufklärend und belehrend wirken, es soll „all das in ] die breiten jüdischen Massen tragen, was im Judentum! Begeisterungs- und Werbekraft besitzt/4 Es ist recht erfreulich, daß die größte Gemeinde; Deutschlands sich jetzt dieser hohen Aufgabe zuwenden I will und ihr Betätigungsfeld nicht mehr auf die Sorge \ für den Gottesdienst, das Beerdigungswesen und den \ Religionsunterricht sowie die nötigsten sozialen Ein- \ richtungen beschränkt. Wäre ihr diese Erkenntnis i früher gekommen, so hätte sie vielleicht bei Vielen \ interesse für das Judentum und Liebe und Treue zur j angestammten Gemeinschaft wachgerufen und Manchen j am Abfall gehindert. Es ist nur zu wünschen, daß j auch alle Mitglieder der Berliner Gemeinde das Gej meindeblatt lesen; dann wird es seinen Zweck gewiß j nicht verfehlen. Zu begrüßen ist namentlich die Veröffentlichung der aus dem Judentum Austretenden, welche hoffentlich als ein Abschreckungsmittel wirken wird. „ „ B. t>. Segel, Binjamin. Die (Entdeckungsreise des Herrn Dr. Theodor Hessing zu den Gsfjuden. Lemberg. Verlag „Hatikwa." 1910. 74 Seiten. S,J. — Preis 1 M. Die Artikel des Dr. Lessing über die gaiizischen Juden in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" sind hinlänglich bekannt. Segel, ein vorzüglicher Kenner der in Betracht kommenden Verhältnisse, hat es unternommen. Lessing ad absurdum zu führen. Man sollte eigentlich meinen, daß dies garnicht nötig war. Aber die Tatsache, daß jene Artikel in einer jüdischen Zeitung Aufnahme gefunden haben, beweist, daß es auch Juden gibt, die ahnungslos genug sind, um selbst die Lessing'schen Tiradcn für bare Münze zu nehmen. Diese werden Segels Schrift mit großem Nutzen, die Anderen aber mit Vergnügen lesen. Ob es ihm auch gelingen wird, die Antisemiten zu belehren, welche in dem jüdischen Lessing einen willkommenen Bundesgenossen erblicken, mag dahingestellt bleiben. B B. Michaelis, Dr. Alfred. Die Hechtsuerhälfnisse der Juden in Preußen seit dem Beginne des 19. Jahrhunderts. Berlin. Louis Lamm. 1910. XV -;- 744 Seiten. 8°. — Preis geb. 10 Mk. K o 11 e n s c h e r, Dr. Max. Die ftedrrsuerhcütnisse der Juden in Preußen. Berlin. J. GuttentagG.m.b. H. 1910. VH1 199 Seiten. Kl. 8°. — Preis geb. 2,40 Mk. Bisher fehlten Arbeiten, welche die Rechtsverhältnisse der preußischen Juden zum Gegenstand haben und dem gegenwärtigen Stande der Gesetzgebung und Rechtsprechung gerecht werden, gänzlich. Diese vielfach unangenehm empfundene Lücke ist jetzt durch die Werke Michaeli s' und Kol lenschers ausgefüllt worden.