Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Zur Statistik der Juden in Russisch-Polen
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 16 — Was das prozentuale Verhältnis der Juden zur Gesamtbevölkerung anlangt, so ist der Prozentsatz der Juden am größten in den kleinen Städten b;s zu 10000 Einwohnern. In 5T solchen Städten bilden die Juden die Mehrheit der Bevölkerung; in 8 solchen Städten beträgt die Zahl der Juden wohl weniger als die Hälfte der Bevölkerung, ist aber immerhin größer als diejenige der Polen und nur in 13 Städten befinden sich die Juden in der Minorität. Unter den Städten mit einer Einwohnerzahl von 10—30 000 gibt es 15 Städte, in denen die Juden in der Majorität sind, während sie in 7 solchen Städten In der Minorität sind; in 5 Städten dieser Kategorie ist die Zahl der Juden weniger als die Haifte, jedoch größer als diejenige der Polen. In fast allen Städten mit einer Bevölkerung von über 30 000 sind die Juden in der Minderheit, bloß in zwei Städten ist ihre Zahl großer als diejenige der Polen. Von 10 Gouvernementsstädten weisen zwei, nämlich Suwalki und Scalletz eine jüdische Majorität auf, in Lublln und Lomsa ist die Zahl der Juden etwas unter der Hälfte der Gesamteinwohner, während sie in den übrigen der Bevölkerung ausmachen. Ungarn. Die jüdifdien Studierenden an der Unioersitäf Budapeft im Jahre 1908/09. Dem Jahrbuch der Kgl. Universität Budapest für das Studienjahr 1908/09 entnehmen wir folgende Angaben: Es waren in diesem Jahre im ersten Seraester 7048 und im zweiten 6491 Hörer inskribiert Der Konfession nach waren 2916 (41,3 pCt) röm.-kath., 2440 (34,6 pCt.) jüdisch, 738 (,10,4 pCt.) reformiert usw. Der Fakultät räch verteilten sich die judischen Hörer wie folgt: juristische Fakultät 1252 (33,6 pCt), medizinische 868 (50,05 pCt.), philosophische 218 (17,7 pCt), pharmazeutische 102 (38,2 pCt). Der hier angegebene Prozentsatz bezieht sich auf die Gesamtzahl der Höfer. Interessant ist es aber auch, festzustellen, in welchem Verhältnisse die jüdische Jugend den einen oder anderen Lebensberuf gewählt hat. Von den jüdischen Hörern haben sich 51,3 pCt. der juristischen, 35,6 pCt. der medizinischen, 8,9 pCt. der philosophischen und 4,1 pCt. der Apotheker' iaufbahu zugewendet. frankreidi. Die jüdische Gemeinde in Paris. Am 31. Dezember 1909 zählte dje Pariser Gemeinde mit Vororten 38<U Mitglieder (195 mehr als im Vorjahre), welche 258 434 Franken an Beitragen bezahlten. Das Kultuspersonal besteht aus 11 Rabbinern, 16 Kantoren, 19 Sekretariats* bcamten, 5 Chordirektoren, 124 Chorsängern, 17 Fleisch' besehauern und 36 Synagogendienern und dergi. Den Religionsunterricht besuchten 2830 Kinder, 1446 Knaben und 1384 Mädchen Ihre Barmizwi haben gefeiert 185 Knaben gegen 204 im Vorjahre. Religiöse Trauungen fanden statt 325 gegen 324 im Vorjahre, also trotz der stetigen Zunahme der judischen Bevölkerung eine Verminderung der Barmizwahfeiern und Trauungen, ein deutlicher Beweis des zunehmenden Indifferentismus in rellgiöser Beziehung. Die Zahl der angemeldeten Todesfälle belief sich auf 954 (gegen 975 im Vorjahre), darunter befanden sich 451 unentgeltliche Beerdigungen, woraus sich ergibt, daß man in den reichen Familien vielfach auf religiöse Beerdigung verzichtet. i j €!ieschliegungen in Heu-Süd- |i Reu-Sud-Wales. jj ^a\es 1907 und 19Ö8. Das >' j| New-South-Wales Statistical-Register für 1908 bringt folgende Angaben über die Eheschließungen i. J. 1907 und 1908._ Absolute Zahl der Ehen bei Jahr Englische | Ges.-Bev. Staats R.-Kath. I Isrl. kirche | 1907 12189 4652 2201! 18 1908 12612 4943 2239 i 32 Nach dem letzten Census vom Jahre 1901 verteilte sich die Gesamtbevölkerung von Neu-Südwales 1359 133 auf die Hauptkonfessionen folgendermaßen: Englische Staatskirche 623131, Römisch-Kathciiken 347117, Juden 6447 d. i. 0,47 Prozent. Nimmt man an, daß die Bevölke« rung von 1901 ab in demselben Maße zugenommen hat wie von 1891—1901, so betrug i. J. 1908 die jüdische Bevölkerung etwa 7220 Personen. Mithin war die Ehe' Ziffer der Juden i. J. 1907: 2,5 «/00, i. j. 1908 4,4 o/()0. Die allgemeine Eheziffer lautet für 1907: 7,8i°/0o, für 1908: 7,96 °/o0. Demnach Ist die Zahl der jüdischen Ehen außerordentlich gering. Der Grund durfte darin bestehen, daß viele Mischehen zwischen Christen und Juden geschlössen werden, die, wenn sie vor einem christlichen Geistlichen geschlossen werden, nicht als judische, sondern als christliche Ehen verzeichnet werden. Vgl. IV. Jhrg. Heft 2 S. 31. Zeitschrittenfiber sieht Joel, Johannes, Jüdische Schulamtskandidaten und jüdische Schüler im Schuljahr 1908/09. (Allgemeine Zeitung des Judentums, Jahrg. 1910, S. 271/2.) Kohler, Prcf. Dr. Josef, Die Juden. (Deutsche Montagszeitung, Jahrg. 19l0, Nr. 12.) IUedem, WL, Ein nationslistischer Vorschlag. (Neue Zeit, Jahrg. 1910, Nr. 47.) Sdteienz, Hermann, Immunität der Juden gegen Schwindsucht. (Generalanzeiger für die gesamten Interessen des Judentums, Jahrg. 1910, Nr. 40.) Tänzer, Dr., Selbstmordstatistik der Juden in Württemberg, ^israelitische Wochenschrift, Jahrg. 1910, Nr. 46.) Theilhaber, Dr. felix, Zur Lehre von dem Zusammenhang der sozialen Stellung und der Rasse mit der Entstehung der Uteruscarcinome. (Zeltschrift für Krebsforschung, 8. Bd., 3. Heft.) Trietsdi, Dauis, Die Juden in der neuen Türkei. (General-Anzeiger für die gesamten Interessen des Judentums, Jahrg. 1910, Nr. 31.) W., H., Zahl, Verteilung, Muttersprache und Religion der bulgarischen Juden. (Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz, Jahrg. 1910, Nr. 34.) AÄ7eissenberg, Dr. S., Der jüdische Typus. (Globus, Jahrg. 1910, Nr. 20/21.) für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlottenburg. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Berlin. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, Neue Friedrichstrasse 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau.