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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. Seite 10

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Die Juden in Bulgarien
Date
1911-01-01
Page
Seite 10 (sequence 5)
Language
German
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— 10 — Grundstock der Bevölkerung ist schwächer als^bei der Gesamtbevölkerung. Die Altersklasse 0—5 macht nur 12,61 Prozent der ganzen jüdischen Bevölkerung aus. Dies ist eine Erscheinung, die wir bei dem Altersaufbau der jüdischen Bevölkerung in fast allen Ländern antreffen. Sie kann auf zweierlei Ursachen zurückgeführt werden, entweder auf eine geringe Geburtenzahl oder auf eine Einwanderung von produktiven Leuten, durch welche die mittleren Alterskiassen anschwellen und eben dadurch die oberen und unteren herabdrücken. Hier dürften beide Ursachen mitwirken. Schon die Besetzung der zweiten Altersklasse 5—10 zeigt, daß eine Zuwanderung stattgefunden hat. Sie umfaßt nämlich 14,11 Prozent, d. i. mehr als die Altersklasse 0—5. Setzen wir dies in Verbindung mit der kräftigen Besetzung der folgenden drei Altersklassen, 10—15, 15—20 und 20—30, so können wir sagen: es hat eine, wenn auch nicht sehr bedeutende Einwanderung von Familien stattgefunden. Aus Mangel an Raum müssen wir es uns versagen, näher auf den Altersaufbau der beiden Geschlechter einzugehen. Soviel über den Stand der jüdischen Bevölkerung in Bulgarien. In der nächsten Nummer wollen wir die Bevölkerungsbewegung und -entfaltung behandeln. (Fortsetzung folgt.) Die Juden in den Vereinig Soeben erschien ein amtliches Werk über die Statistik der Religionsgesellschaften in Amerika: Special Reports: Religions Bodies 1906 in 2 Teilen (Washington 1910). Aus der amtlichen Darstellung der Verhältnisse der jüdischen Religionsgesellschaft entnehmen wir folgende Angaben: Die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten beginnt im Jahre 1654/55, als eine Anzahl Juden aus Brasilien oder von einem andern Teile Westindiens in Neu-Amsterdam landeten. Der Gouverneur Stuyvesant wollte die Landung verhindern, aber durch Vermittlung der Deutsch-wrest- , indischen Gesellschaft wurden sie am 26. April j 1655 zugelassen. Es wurde ihnen anfangs j nur gestattet, sich niederzulassen und Handel j zu treiben, nicht aber eine Synagoge zu j bauen und einen Begräbnisplatz zu erwerben. Nichtsdestoweniger versammelten sie sich zu einem Privatgottesdienst und bildeten bald nachher eine Kongregation „Schearith Israel", j welche heute noch in New-York existiert. Während in New-York die erste organisierte jüdische Gemeinschaft bestand, hatten sich einzelne Juden bereits früher in Maryland niedergelassen. Hier wurden sie in ihren bürgerlichen und politischen! en Staaten von Amerika. Rechten schwer eingeschränkt. Die politischen Rechte erlangten sie erst 1855, der Religionseid wurde 1867 beseitigt. Auch in Georgia stießen die Juden auf eine Opposition, wenn auch milderer Art, die sich außerdem nur bei der Landung zeigte. Die Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft wurde durch die eben erwähnte Gegnerschaft sowohl in New-York, wie in Maryland und Florida nicht gehemmt. Wo immer eine Anzahl von Juden sich niederließ, richtete sie regelmäßigen Gottesdienst ein, gründete Wohlfahrtseinrichtungen und sorgte für einen Begräbnisplatz. Die Juden eines Bezirkes überzeugten sich bald von der Notwendigkeit eines organisierten Zusammenschlusses zum Zwecke gegenseitiger Hilfeleistung und Totenbestattung. Es war natürlich, daß dann auch die religiösen Bedürfnisse gemeinsam befriedigt wTurden. Es wurde öffentlich Gottesdienst abgehalten und Religionsunterricht für Kinder eingeführt. Die jüdischen Kongregationen in den Vereinigten Staaten sind autonom. Es gibt keine oberste geistliche Organisation, welche die einzelnen Religionsgesellschaften kontrolliert. Sie unterstehen nur dem jüdischen Gesetze. Die Organisationen werden geleitet von

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