Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die persischen Juden in anthropologischer Beziehung
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Charaktere. In Übereinstimmung damit war auch die Haut meistens von dunklem Teint. Resümierend können wir die persischen Juden folgendermaßen charakterisieren: Die persischenJuden sind unter mittelgroß; sie haben einen verhältnismäßig geringen Kopf umfang und eine geringe Kopfbreite, die die Ursache derMesokephalie ist; die Gesichts- und Nasenmaße sind von mittlerer Größe, der Gesichtsind ex steht hart an der Grenze der Leptop rosopie; etwa ein Zehntel von ihnen ist langköpfig und ein Drittel hat semitische Nasen; sie scheinen-fast durchgehend brünett zu sein. Und nun noch einige Worte über die körperlichen Beziehungen, die zwischen den persischen Juden und denen der Nachbargebiete bestehen. In Tabelle VIII habe ich die Merkmale der drei jüdischen Gruppen zusammengestellt, die persisch sprechen und deshalb als miteinander verwandt zu betrachten sind, indem wohl Persien als ihr gemeinsames Stammland anzusehen ist. Es sind einerseits die persischen Juden selbst und andererseits die zentralasiatischen und die kaukasischen Be-rg- Tab. VIII. Vergleichstabelle. Merkmal Persische Juden Zentral' asiatische jud. Kaukasische Bergjuden Körperhöhe 1630 1636 1640 Klafterbreite 1692 1694 1695 Kopfumfang 583 545 550 Größte Kopflänge 183 183 183 Größte Kopfbreite 146 151 155 Gesichtslänge 122 124 125 jochbreite 136 137 141 riaseahöhe 55 55 5< ISasenbrelte obere 32 32 31 Nasenbreite untere 35 35 35 Kopfindex 79,8 82,5 84,7 Gesichtsindex 89,7 90,5 88,6 flasenindex 63,3 63,6 61,4 Dolictokephale in Prozenten 8,6 0 0 Brochykephale „ 42,8 72,2 95,0 Semitische Nasen „ 33,3 33,3 40,0 Brünette „ 100,0 88,9 90,0 juden.1) Vergleichen wir diese drei Gruppen, so haben wir auffallende Unterschiede nur im Bau des Kopfes, indem die persischen meso-. die zentralasiatischen brachy- und die Bergjuden fast hyperbrachykephal sind. Diese Unterschiede lassen sich wohl kaum anders als durch Beimischung breitköpfiger Elemente erklären. So steigt wirklich der Prozentsatz der Breitköpfe unter den Bergjuden auf mehr als das Doppelte im Vergleich mit den persischen Juden, die in völliger Abweichung von den anderen Gruppen noch einen gehörigen Prozentsatz von Langköpfen unter sich bergen. Von weit geringerem Belang sind die Differenzen, die die Gesichts- und Nasenindices bieten. Alle übrigen Merkmale stimmen mehr oder weniger miteinander überein. Meßtabellen. Abkürzungen: br. -breit 1. lang. ov. oval schw. schwarz sem. semitisch sp. spitz St. Stirn v. vorstehend brn. braun d. --= dunkel e. --=-- etwas fl. fliehend ger. gerade h. hell J. Jochbreite Körperhöhe, Klafter und Kopf umfang in Zentimetern. Alle übrigen Maße in Millimetern. Stammort: Schiras No. 1, 5, 6, 9—15, 18. 20, 21, 31, 32, 34, 35 und I—IX. Buschehr No. 2—4, 19, Ispahan No. 7, 17. Jesd No. 23 Kaschan No. 24, 28. Dajor No. 8, 16. Kirman No. 25. Teheran No. 26, 29, 33. Lar No. 27. Mesched No. 30. 99 S. Weißenberg, Die Kaukasischen juden in anthr. Bez. (Arch. f. Anthr. N. F., B. VIII.)