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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-12-01 · Heft 12 (Dezember 1910) · p. Seite 178

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 12 (Dezember 1910)
Article
Die Auswanderung der Juden nach Galveston
Date
1910-12-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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— 178 — nommene nicht den letzten Platz einnimmt.; Diese Worte dürfen aber nicht im quantitiven,; sondern im qualitativen Sirme aufgefaßt werden. \ Während die I c a als ihre Hauptaufgabe j die Vertretung der Interessen des Auswan-! derers im Lande betrachtet und die Organi-! sationen der Transmigrationsländer die Sorge j für sein Durchreisen auf sich genommen j haben? faßte die Galveston-Organisation ihre i Aufgabe viel weiter auf und begleitete den j Emigranten bis in seine neue Heimat. Aber j dieses neue Prinzip» erfordert neue Wege in der Emigrationspolitik. Die neue Gesellschaft erblickte ihr vornehmstes Streben darin, den Emigrantenstrom von den überfüllten Zentren der Verj einigten Staaten abzuleiten, seinen Lauf nach j neuen, erst aufblühenden Ortschaften Südj westamerikas abzulenken. Aber sobald man sich die schwierige und j verantwortungsvolle Aufgabe stellte, den Emi-! granten nicht bloß bei der Erlangung des j Passes oder beim Überschreiten der Grenze j zu unterstützen, sondern ihm auch im neuen; Lande Schutz angedeihen zu lassen und Sorge I für seinen Lebensunterhalt zu tragen, da \ konnte natürlicherweise ein Auskunftsbureau | kaum noch genügen.! Die Organisation mußte vor allem eine; Auswahl treffen, um diejenigen Elemente aus den Emigranten auszusuchen, die am besten dem Ziele der Gesellschaft entsprachen Und dass eine solche Auswahl tatsächlich getroffen worden ist, beweisen uns die Daten über die Emigration nach Galveston. Bekanntlich sandte die Galveston-Organi sation etwa 43 Gruppen ab. Wir haben die Daten von 42 Gruppen, die 2572 Emigranten umfaßten, der Untersuchung unterworfen. Es hat sich nun folgendes ergeben. Was das Geschlecht der Emigranten anj betrifft, so wissen wir genaueres nur von 2349 Personen, und zwar waren unter ihnen: Männer 1982, Frauen 367, j zusammen 2349. I Somit bilden die Männer 84,4 Prozent und die Frauen nur 15,6 Prozent aller Emigranten. Vergleichen wir dieses Verhältnis mit dem der nach Nordamerika Ausgewanderten, so sehen wir. daß die Zahl der Frauen bei den letzteren zwei- bis dreimal größer war. So bilden die Frauen unter den Emigranten, die nach Nordamerika auswanderten, im Jahre:1) 1900 40 Prozent, 1905 - 37 Prozent, 1901 - 44 „ 1906 - 48 1902 ~ 43 r 1907 - 46 1903 - 42 „. 1908 - 46 1904 - 39 Dem Alter nach verteilen sich die 2349 Emigranten folgendermaßen: Es standen im Alter von In absoluten Zahlen 1" % Männer! Frauen Zus. Unter 1 Jähr 1-13 „ 1^-10 „ 20-29 „ 30-39 „ 43-45 „ 14 20 100 90 435 : 102 826! 94 498! 45 109 16 34 190 537 920 543 125 1,47 8,08 22,85 39,16 23,12 5,32 1932 J 367 2349 100,0 Personen, die älter sind als 45 Jahre, nimmt die Gesellschaft im allgemein nicht auf. Nun ist leicht einzusehen, daß die Anzahl der erwerbsfähigen Personen — von ca. 20 bis 45 Jahren — die Mehrheit — über 67 Prozent — der Emigranten bildet. Weniger als 10 Prozent aller Emigranten sind unter 14 Jahren; diejenigen, deren Alter zwischen 14 und 20 Jahren schwankt und die nicht als voll erwerbsfähig gelten dürfen, machen 22,85 Prozent aus. Um aber das Charakteristische dieser Tabelle klar vor Augen zu führen, müssen wir sie mit dem Altersaufbau der nach Nordamerika Auswandernden vergleichen. Zu diesem Zwecke müssen wir die Einteilung nach Altersklassen mit jener der amerikanischen Statistik in Übereinstimmung bringen, so daß nur drei Altersklassen bestehen bleix) S. Dr. Porraberg; „Die jüdische Emigration" (S. 30) und „Der jüdische Emigrant« 1907—1909.

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