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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. Seite 167

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
Bevölkerungsbewegung in Bulgarien
Date
1910-11-01
Page
Seite 167 (sequence 2)
Language
German
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— 167 - Zahl der Geburten zurückverfolgen bis 1881. Dasselbe I Fassen wir den Zeitraum von 1881 bis 1905 in mehrere ist auch für Sterbefälle vnd Eheschließungen der Fall, j Perioden zusammen, so erhalten wir folgende Tabelle: Jahr Absolute Zahl der Lebendgeburten bei Ges.-Bev. ' Gr.-Orth. j Kath. Prot. Israel. Es trafen Lebendgeb. auf je 1000 Personen G.-Bev. Gr.-Orth Kath. Prot. Israel. 1881—1885 1886-1887 1888-1S90 1891—1895 1896-1900 1901-1905 1906 1907 76216 76447 116172 125396 147813 158141 178989 181138 62171 63855 98792 107553 124362 134752 152266 153968 134 285 843 950 1164 1227 1334 1357 11 59 57 100 156 181 170 542 516 931 1073 1306 1267 1354 1257 33,70 26,09 36,29 37,49 41,01 40,67 Ufil 43,85 38,27 28,78 39,87 40,80 43,11 42,37 45,06 44,64 17,11 18,64 42,86 41,57 44,25 42,05 44,74 45,13 15,26 10,00 36,51 23,05 26,86 31,00 31,34 28,18 Die Periode 1881/85 und 1886/87 muß für die Betrachtung der natürlichen Bevölkerungsentwicklung in Bulgarien ausscheiden, da für eine Anzahl von Departements für diese Zeit Angaben über Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen nicht vorliegen, mithin sowohl die ab' 1 soluten Zahlen als auch natürlich die Geburtenziffern zu! niedrig sind. Für die Juden scheint der Fehlbetrag nicht sehr bedeutend gewesen zu sein, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß die Juden schon damals zumeist in den Städten und vor allem in der Hauptstadt wohnten. Es weicht nämlich die Geburtenziffer der Juden in den Jahren 1881/85 nicht besonders erheblich von der Folgezeit ab. Fassen wir nur die Zeit von 1887 ab ins Auge. Die Geburtenziffer ist in Bulgarien, wie in den östlichen Ländern überhaupt, sehr hoeru Noch im Jahre 1906 betrug sie für die Gesamtbevölkerung 44,01 %0. Die natürliche Reproduktion ist demnach sehr stark. Die i Fruchtbarkeit hat im Verlauf der von uns betrachteten Periode nicht abgenommen, im Gegenteil, es läßt sich ein ständiges Steigen beobachten. An dieser starken Fruchtbarkeit haben die Griechisch * Orthodoxen den Hauptanteil. Auch die Katholiken weisen eine überaus hohe Geburtenziffer auf. Die Israeliten dagegen bleiben bedeutend hinter dem Durchschnitt zurück. Allerdings ist auch ihre Geburtenziffer verglichen m t der in den westeuropäischen Landern überaus hoch. Sie betrug in der Periode 1896/1900 40,90%0. Im Jahre 1907 ist allerdings ein starker Ruckgang zu verzeichnen, doch läßt sich, da dieser bisher vereinzelt dasteht, kein Schluß auf die abnehmende Fruchtbarkeit der jüdischen Bevölkerung in Bulgarien ziehen. Ueber die Eheschließungen in Bulgarien gibt folgende Tabelte Auskunft: Es betrug die absolute Zahl der Ehe- Es betrug die Zahl der Eheschließungen Jahr Schließungen bei auf je 1000 Personen der Ges.-Bev. Gr.-Orth. Kath. Prot. Israel. G.-Bev. :Gr.-Orth Kath. Prot. Israel. 1881-1885 18524 13909 19 2 121 8,37 8,79 2,42 3,81 7,45 1886-1887 19843 16198 79 1 126 6,77 7,30 5,'l6 — 5,63 1888-1890 27016 21711 162 10 198 7,81 8,75 8,19 6,11 8,03 1891—1895 27410 22702 204 12 222 8,19 8,54 8,89 4,73 7,37 1896—1900 29879 24828 234 26 230 8,28 8,60 8,92 6,93 7,20 1900-1905 38681 32885 266 37 233 9,92 10,31 9,14 7,32 6,52 1906 38766 33203 259 46 303 9,52 9,82 8,68 7,97 7,95 1907 40849 35043 248 41 278 9,88 10,30 8,24 6,79 7,13 Die durschnittliche Eheziffer ist in Bulgarien sehr I hoch, Sie betrug i. J. 1907 9,S8%0. Bei den Griechisch- Orthodoxen war sie noch höher — 10,30 °/00. Bei den Juden dagegen ist sie auffallend niedrig. Die Gründe hierfür werden wir angeben, wenn wir uns ausführlicher mit den Verhältnissen der Juden in Bulgarien befassen werden. Der Gebärmutterhalskrebs bei den Juden, in der Nr. 3 des Jahrgangs VI. (1910) der Zeltschrift f. Demogr. u. Statistik d. J. habe ich in einem Artikel über „Beiträge zur jüdischen Rassenfrage" an der Hand eines größeren statistischen Materials die Seltenheit des Krebses am Gebärmutterhals -bei den Jüdinnen nachgewiesen, während, wie ich ausführte, bei den Frauen der übrigen Bevölkerung diese Krebsform an erster Stelle rangiert. Herr Professor Slmonse|n aus Kopenhagen hat nun die große Freundlichkeit, mich auf ein Werk aufmerksam zu machen, das vor einem halben Jahrhundert erschien und dem ich das Folgende entnehme. Es ist die „Offenbarung nach dem Lehrbegriff der Synagoge" von Dr. Stein heim, Bd. II. S. 427. Ich möchte auch bei dieser Gelegenheit Herrn Prof. Simonsen für die sicher allgemein interessierende Mitteilung meinen herzlichsten Dank aussprechen. Die Stelle lautet:

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