Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- Pearson, Karl [Rezension]
- Date
- 1910-10-01
- Page
- Seite 152 (sequence 1)
- Language
- German
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Literatui Pearson, Kar!, üeber Zweck und Bedeutung einer nationalen Rassenhygiene (National* ■ Eugenik) für den Staat. — München, 1908.; Verfasser hielt ursprünglich diesen Vortrag in Oxford j vor Studenten. Er definiert „Eugenik" nicht sehr glückj lieh als „Studium der unter sozialer Kontrolle stehenden j Agentien, welche die körperlichen und geistigen Eigenschaft j ten künftiger Generationen verbessern oder verschlech- | tern können.4* Dann folgt eine ausführliche Schilderung I und Würdigung des Materials, das in Stammbaumj Sammlung, Familiengeschichten (und zwar sowohl mit j pathologischer Vererbung wie auch solche mit vererbiiehen! Talenten oder Verdienste:-:) und Berichten der statistischen | Ämter besteht. — Methode der Bildung des Korrelat ions- Koeffizienten, um die Beziehung zwischen zwei be- | liebigen Faktoren wirksam messen zu können. Sein Wert j ist Null, wenn gar keine Bezieht ng vorhanden ist und; steigt bis Eins bei vollkommenem Kausalnexus; z. B. i berechnet man zunächst für irgend eine Gruppe (Frauen einer bestimmten Körpergröße von a Centimeter) die j Abweichung von der allgemeinen Bevölkerungsnorm j (sog. Regression im Sinne Galton's); ebenso für den j anderen zu untersuchenden Faktor, z. B. das Körperj gewicht (dieser selben Frauen) die Differenz zwischen dem wirklich vorhandenen durchschnittlichen Gewicht und dem normalen Gewicht der allgemeinen Bevölkerung. Das Verhältnis der einen Differenz zur anderen Differenz j ist dann der Korrelationskoeffizient. Diese Art der Be- \ rechnung, hier nur kurz angedeutet, ist das eigentliche j Rückgrat der ganzen englischen sog. biometrischen Schule, j Bestechend ist an ihr die einfache Form, auf die j schließlich so komplizierte Beziehungen gebracht werj den. Aber es ist nur eine scheinbare Einfachheit, die | in Wahrheit gegenüber der Methode, die Durchschnitts- | zahlen direkt graphisch in Kurvenform auf einander zu j beziehen, neue Fehlerquellen einführt Als solche; erscheint insbesondere die Hineinziehung der „allgemeinen Bevölkerung." Weder ist diese für : alle Faktoren, die den Erblichkeitsforscher interessieren, j genügend durchforscht und bekannt, noch ist sie einheitlich genug, um die Verallgemeinerung von irgendwo lokal gewonnenen Resultaten zu gestatten. In ähnlicher Richtung läuft ein Einwand, der sich hauptsächlich auf die Untersuchungen des Botanikers Johanns en stützt; die „Bevölkerung" ist keineswegs einheitlich; sie stellt vielmehr nur ein Gemisch von reinen Typen dar. Som;t hält Referent diese Methode des Korrelations-Koeffizienten für nicht empfehlenswert und ihre ausgedehnte Benutzung, wie durch Pearson und seine Schüler, für gefährlich. Pearson studiert z. B. die Vererbung von Vätern auf ihre Söhne, indem er für gewisse Qualitäten, wie Größe, Spannweite, Augenfarbe etc. die väterliche Abweichung von der Norm dividiert durch die Abweichung des Sohnes von der Norm, also den Korrelations-Koeffizienten bildet. Er verrät uns nicht, was er ais „Norm der Augenfarbe" ansetzt und wie er die Abweichung der Augenfarbe irgend eines Individuums numerisch milSt. Auch die verwandtschaftliche Aehnlichkeit von Brüdern wird mittels Korrelations- Koeffizienten gemessen. Aus der immer nahezu gleichen Höhe dieses Wertes zieht Pearson den Schluß, daß gute und schlechte Körpereigenschaften, Krankheitsdispositionen, Imunität, sowie auch geistige Eigenschaften in fast demselben Grade vererbt werden. Da die Auslese durch die moderne Kultur herabgesetzt ist, die Fruchtbarkeit aber bei den „entarteten Familien", d. h, solchen mit Taubstummheit, Schwindsucht, Irrsinn, Verbrechen etc. größer ist als bei den Familien der Intellektuellen resp. der Tauglichsten, so droht eine Verschlechterung der Rasse. Die bereits von Piaton geforderte Rassenreinigung ist ohne Keimauslese unmöglich. Ein Universalmittel giebt es nicht; jedes Mittel ist nützlich, das die Fruchtbarkeit der Tauglichen heraufsetzt und diejenige der Untauglichen herabmindert. Zu verwerfen ist das Zweikindersystem; ausser anderen Gründen schon deshalb, weil unter den ersten zwei oder drei Kindern mehr Schwindsucht, mehr Irrsinn und mehr Verbrechen vorkommt, als unter den folgenden. A. C, Zeitschriftenüber stellt. Rnin, Hiaxim, Das jüdische Proletariat in der Internationale. (Sozialistische Monatshefte, Jahrg. 1910, S. 1065). Chehüsse, Dr. La tuberculose chez les Juifs. 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(Frankfurter Zeitung, Jahrg. 1910,) Ka^, Dr. Eugen, Im Orient (Die Hilfe, Jahrg. 1910) Kruk, Josef, Das Problem der jüdischen Wanderung. (Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz, Jahrg. 1910, Nr. 29/30). —, Die soziale Wirtschaft der Juden in den „neuen Ländern/' (Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz, Jahrg. 1910, Nr. 35.) Ceroy-Beatflieu, Rnafole, Die Lage der Juden in Rußland, (Neue Nationalzeitung, Jahrg. 1910, Nr. IG.) Mahünger, H-, Die jüdischen Kolonien in Nord-Amerika. (Dokumente des Fortschritts, Jahrg. 1910, Nr. (5.) Rosenfeld, Julius, Die Bedeutung des jüdischen Matrikel - amts in Wien. (Ost und West, Jahrg. 1910, Nr. 8/9.) SdiwaxZf Prof. Dr. 6,, Jüdische Bankkonzessionon iai Mittelalter. (Oesterreich ische Wochenschrift, jahrg 1910, S. 565/6.) Sichel, Dr. Hlax, Psychiatrisches aus der Literatur und Geschichte des jüdischen Volkes. (Neurologisches Zentralblatt, Jahrg. 1909, S. 237 ff., 299 ff.)____ Verlag des Bureaus in Berlin C. *> Neue