Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1910)
- Article
- Der Selbstmord bei den Juden in Deutschland
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 134 (sequence 2)
- Language
- German
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— 134 — Man wird darum für die positive Erklärung unseres Phänomens auf den Hinweis nicht verzichten dürfen, daß das Zurückgehen der positiven Gläubigkeit der Juden, die sich überall als Bollwerk gegen die Zunahme der Selbstmorde erwiesen hat,sicli bemerkbar macht. So bildet die Entwicklung der jüdischen Selbstmordlichkeit ein Pendant zur Entfaltung der jüdischen Geburtenziffer, wie ich sie in meinem Aufsatz „Das "Wolfsehe JBevölkerungs- gesetz und das Bevölkerungsproblem der j Juden in Deutschland" (Zeitschr. f. Sozial-; Wissenschaft, Bd. XII, Hft. 11) gezeienet habe. \ Hier wie dort kann nicht behauptet werden, daß die beobachteten Erscheinungen mit der Religion in Zusammenhang stehen. Aber hier wie dort hat die Zugehörigkeit zu einer Religion (Judentum) infolge der damit verbundenen Religiosität bewirkt, daß andere Faktoren latent blieben. Nachdem die bindende Kraft der Religion gefallen ist. vermögen diese andern Faktoren nunmehr ihre ganze Kraft zu entfalten und so können wir von der Zukunft nichts anderes erwarten als weitere zunehmende Selbstmordhäufigkeit und — Xeomalthusianismus! Statistisches Archiv. | Preußen. luden unter den Verurteilten in Preußen 1906 und 1907. Nach dem S t a t. J a h rbuch f. d. Preußisch. Staat 1908 (6. Jahrg., Berlin 1909, S. 338) und 1909 (7. Jahrg, S. 225) betrug die Zahl der Verurteilten 1906 1907 v •-. Christen Juden Christen Juden £ in Ostpreußen 22032 158 20775 125 0,67 in Westpreußen 16729 160 17602 151 0,69 in der Stadt Berlin 23989 923 26057 899 4,85 in Brandenburg 28943 260 29998 290 1,15 in Pommern 13548 81 13865 68 0,57 in Posen 19304 268 19556 249 1,53 in Schlesien 49401 576 49102 551 0,95 in Sachsen 20017 77 20241 71 0,27 In Sehl.-Holstein 10120 43 10793 40 0,22 in Hannover 19391 121 18919 130 0,57 in Westfalen 27780 183 28086 185 0,54 in Hessen-Nassau 14355 300 13938 265 2,92 in Rheinland 59365 570 59867 555 0,86 in Hohenzollern 266 1 276 2 0,69 Staat Preußen 326190 3721 329075 3579 1,10 =1,13% =1,12% Die Prozentzahl der verurteilten Juden In Preußen entspricht also ziemlich genau ihrer Prozentzahl unter der Bevölkerung, Juden unter den rückfälligen Verbrechern in Preufjen. Von den in den Strafan^ stalten des Ministeriums des Innern einge- Preu^en. lieferten rüchfälligen Zuchthausgefangenen waren Zuchthäusler Juden 1904 3096 25 1905 2057 17 1906 2753 23 1907 2563 19 1908 2742 16 13211 100 0,76«/, (S t a t. Jahrb. f. d. P r e i 1908, 239 ff.) Während die ß. Staat 1907, 210 ff., luden 1905 1,098 10 der Bevölkerung bilden, liefern sie nur y4C'/o ^er rückfälligen Verbrecher, obgleich sie mehr Erwachsene uuter sich haben als die JHichtjuden. Oesterreich. Jüdische Sträflinge in Oesterreich. Von den im Jahre 1906 in die S t r a fanstalten Oesterreich eingelieferten Sträflingen waren Röm.-kath. Gr.-Vtath. Gr.-orth. Evangel. Juden Männer3690=85,2 328-7,6 82-J,9 S0-1,S 141-3,3 Frauen 912-89,2 32-6,9 8=1,7 6-1,3 4-0,9 Summa91ü2—85,6 360=7.5 90—1,9 8(5—1,8 145—3,0 Von den im Jahre I9ü7 eingelieferten Sträflingen waren: Männer 3337-84,2 345-8,7 79-1 9 59-1,5 139-3,5 Frauen 426-88,2 39-8,1 6—1,2 9-1,9 2-0,4 Summa3763 —84,6 384—8,7 80—1,8 68—1,5 141—3,2 Von den im Jahre 1907 eingelieferten rückfälligen Sträflingen waren: Sa. Manner2357 197 44 38 99-3,4 2735 Frauen 261 21 4 6 1-0,3 293 2618 218 48 44100—3,5 3028 (O est. Stat, Bd. 87, H. 4.) Mischehen in Amsterdam. Der Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Amsterdam schreibt uns in dankeswerter Weise: In der Besprechung, die in der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden* (S. 109) dem letzten Jahrbuche meines Amtes gewidmet ist. lese ich: „Es gibt keine Mischehen, in denen der Mann jüdisch, die Frau dagegen katholisch oder protestantisch ist." Ich erlaube mir anzuzeigen, daß sich hier ein Miß' Verständnis vorfindet. Die Tabelle auf Seite 73 des Jahrbuches, welcher offenbar die verstehende Konklusion entnommen ist, unterscheidet nicht nach dem Geschlechte der Eheleute. Ohne jeden Zweifel sind jedoch in den in der vierten, bezw. in der siebenten Spalte notierten Hiederlande.