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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 133

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Article
Die bayerischen israelitischen Kultusgemeinden im Jahre 1907
Date
1910-08-01
Page
Seite 133 (sequence 4)
Language
German
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— 133 — Das selbständige Stiftungsvermögen für Kultuszwecke betrug 315214 M. und zwar in den Regierungsbezirken Oberbayern 2 900 M. Oberfranken 4 785 M. Niederbayern — „ Mittelfranken 107 809 „ Pfalz 21801 „ Unterfranken 85 752 „ Oberpfalz 13 300 „ Schwaben 78 867 „ Oer Selbstmord Hei den Jaden in Deutschland. Von Dr. Rudolf Wa Vor kurzem ist im Verlag von J. C.B. Mohr (Paul Siebeck) die zweite Lieferung des dritten Bandes der G. von Mayr5sehen „Statistik und Gesellschaftlehre" erschienen, deren Hauptinhalt (S. 258 bis 404) die Selbstmordstatistik bildet. Da von Mayr infolge privater Mitteilungen von Seiten der Leiter der amtlichen Statistik in der Lage ist, neues Material auch hinsichtlich der „Selbstmordlichkeit" (— so nennt er die spezifische Selbstmordhäufigkeit —) der Juden vorzuführen (s. S. 347), so ist es wohl angezeigt, dieses Problem von neuem einer Betrachtung zu unterziehen, um so mehr, als die letzte ausfürhlichere Erörterung dieses Gegenstands in dieser Zeitschrift auch schon vier Jahre zurück liegt.1) Die Betrachtung soll, da von Mayr nur Zahlen für Preußen, Bayern, Württemberg und Baden bringt, auf weitere Staaten nicht ausgedehnt werden. Es kamen auf 1000 000 Juden Selbstmörder O -1 28 .t: °° v) iO jc -^r O CO Q - fi 'S in Preußen 46 in Bayern 106 in Württemberg 66 in Baden 95 £8 tn SZ CO O H Q £ r- — B 24? 2123) 263 229 tr— O b •OQ <-> ir V} *— JS O Q s= ' 294 2534) 215 269^) x) Max Hirschberg, Der Selbstmord bei den Juden mit besonderer Berücksichtigung Bayerns (Jahrg. 1906, S. 101 ff.) Vgl auch ebenda Rudolf Wassermann, Der Selbstmord unter den bayerischen Juden (S. 14 ff.) Beide Aufsätze scheinen von Mayr ent' gangen zu sein, da er sie in der Literaturübersicht nicht erwähnt. 2) Vgl. M. Hirschberg, Tabelle I, der die den Jahresdurchschnitten zu Grunde liegenden Jahresberechnungen namhaft macht. 3) 1890/99. «) 1900/08. *) 1900/05. schein u ng? Jahren sagen, Hirschbergs ssermann, München. Danach ist die Selbstmordziffer der Juden in allen vier Staaten beträchtlich höher als die der Protestanten und Katholiken. Betrug dieselbe doch im gleichen Zeitraum 1901/07 in Preußen: 252 bzw. 101; in Bayern 221 bzw. 102; in Württemberg 193 bzw. 117 und n Baden 268 bzw. 169 auf 1000 000 Einwohner. So hat sich eine gewaltige Veränderung in der Selbstmordhäufigkeit bei den Juden vollzogen. Noch ausgeprägter als das letzte Jahrzehnt des 19. zeigt das erste Dezennium des 20. Jahrhunderts, daß sich das angebliche „soziologische Gesetz" von der geringen Selbstmordlichkeit der Israeliten (Durckheim) in sein Gegenteil verkehrt hat. Welches sind die Ursachen dieser Erich kann heute nur wie vor vier daß ich trotz der Ausführungen auf meinem damals eingenommenen Standpunkt verharre. Soweit er die negative Seite betrifft, stimme ich darum vollständig mit von Mayr über ein, wenn er sich folgendermaßen äußert: Daß die berufliche Gliederung der Israeliten und insbesondere deren fortschreitende Konzentration die Wahrscheinlichkeit des Selbstmords in steigendem Maße beeinflußt hat, darf man nicht vergessen; die Steigerung des Selbstmords ist aber so bedeutend, daß daraus allein eine erschöpfende Erklärung dieses moralstatistisch so interessanten Vorgangs sich doch nicht ergibt. Daran ändert sich nichts, wenn man, wie dies z. B. Hirschberg getan hat, auch die Neigung der Juden zu Geisteskrankheiten berücksichtigt Denn ein Teil dieser Ursachen lag auch schon früher — wenn auch nicht in dem gleichen Maße wie heute — vor, und doch war die Selbstmordziffer der Juden die denkbar geringste.

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