Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1910)
- Article
- Die bayerischen israelitischen Kultusgemeinden im Jahre 1907
- Date
- 1910-08-01
- Page
- Seite 130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 130 — Bis Mpgrlsieo isrüeiitisclisn Das bayerische Staatsministerium des Innern hat im Jahre 1907 eine Erhebung über die Verhältnisse der P/ivatkirch enge Seilschaften nach dem Stande jenes Jahres angeordnet. Nachdem das Material dieser Erhebung von dem bayerischen Statistischen Landesamt bearbeitet worden war, sind die Ergebnisse bezüglich der israelitischen Kultusgemeinden in der Zeitschrift des K. Bayer. Statistischen Landesamts (Jahrg. 1910, Heft 3) veröffentlicht worden. Es dürfte dies die erste amtliche Statistik sein, welche über die Verhältnisse der jüdischen Gemeinden eines Landes im Zusammenhange bearbeitet worden ist. Die erschöpfende Arbeit, welche auch die vorhandene Literatur eingehend berücksichtigt und namentlich auch auf die von dem Bureau für Statistik der Juden für das Jahr 1905 veranstaltete Erhebung (vgl. „Die jüdischen Gemeinden und Vereine in Deutschland", Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik des Juden, Lieft 3) vielfach hinweist, ist von besonderem Wert im Hinblick auf die geplante Änderung des bayerischen Judenedikts vom Jahre 1813. Es seien daher die Hauptergebnisse der Veröffentlichung, welche einleitend auch die für die israelitischen Kultusgemeinden geltenden Rechtsverhältnisse darstellt, wiedergegeben : Die Zahl der Kultus gemeinden betrug im Königreich Bayern im Jahre 1907 311, die Zahl der Juden nach der Volkszählung von 1905 52 378. Von den Gemeinden waren im Regierungsbezirk : Kultüsgenieinilen im Jahre Ml Oberbayern Niederbayern Pfalz Oberpfalz Diese ungleichartige Verteilung 2 Oberf ranken 24 1 Mittelfranken 46 89 Unterfranken 124 8 Schwaben 17. der Gemeinden auf die einzelnen Teile des Königreichs ist historisch bedingt. Die Zahl der Gemeinden entspricht aber durchaus nicht immer der Zahl der jüdischen Bevölkerung in den Regierungsbezirken. Dies ergiebt folgende Tabelle: Regierungsbezirk Zahl d.j In Juden iProzent Zahl der Kultusgemeind. In Prozent Oberbayern 10167 19,4 2 0,6 ISiederbayern 112 0,2! 0,3 Pfalz 8833 16.9 89 28,6 Oberpfalz 1187 2,3 8 2,6 Oberiranken 2877 5,5 24 7,7 Mittelfranken 13347 25,5 46 14,8 Unterfranken 12539 23,9 124 39,9 Schwaben 3316 6,3 17 5,5 Königreich 5237$ 100,00 Sil 100,00 Hieraus ergiebt sich, daß die Größe der einzelnen Gemeinden sehr verschieden ist. Dies wird im einzelnen durch die folgende Tabelle gezeigt: Zahl der Kuitusgemeinden mit Regierungsbezirk o 1 7 o 7 o o i o o i o 501) -1000 über 1000 gesamt Gemeindemitgliedern Vi C ÖDeTöayem KederUayem Pfalz Olierpialz Oüerfraito linsilrai&eii UnteiMen ScnwaDen 45 2 11 14 48 5 29 2 9 20 46 3 1 1 2 o o 2 6 20 3 6 4 5 3 3 1 3 1 4 1 1 1 München 10056 Bamberg 1209 Fürth-Langenzenn2845 Nürnberg 6881 Würzburg 2535 Augsburg 1101 2 1 89 8 24 40 124 17 Königreich 125 10J)| 38 IS S 7 G 311 Diese Zusammenstellung „stellt, wenn auch nicht für alle Regierungsbezirke, so doch für das ganze Königreich die interessante Tatsache evident, daß die kleinsten Kultusgemeinden mit 1—50 Mitgliedern den größten Anteil an der Gesamtzahl der Gemeinden haben und daß die Größe des Anteils an dieser Zahl mit der steigenden Mitgliederzahl in raschem Abstiege sinkt." 75,2 Prozent der Kuitusgemeinden haben weniger als 100 Mitglieder; sie liegen meist in den fränkischen Bezirken und in der Pfalz. Nur 71 Gemeinden haben 100—1000 Mitglieder. Auf die großen Städte München, Bamberg, Fürth-Langenzenn, Nürnberg, Würzburg und Augsburg entfallen 47 Prozent aller Juden Bayerns. Diese Zahlen beweisen den Zug der Juden nach den großen Städten. — Im Jahre 1907 hatten 294 Gemeinden, d.