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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 114

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Article
Die Ergebnisse der Berufszählung von 1907 in Bayern, Sachsen und Württemberg
Date
1910-08-01
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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— 1 14 — und Berufszählung liegen, die jüdische Bevölkerung um 1618 Personen abgenommen hat. Es kann jedoch diese amtliche Angabe nicht der Wirklichkeit entsprechen, denn einmal bestand während des Jahrzehnts 1895—1905 eine, wenn auch schwache, so doch konstante Zunahmetendenz, für deren Unterbrechung kein Grund vorlag, ferner ergibt die natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Bayern, d. h. der Überschuß der Geburten über die Sterbefälle, für das Jahr 1907 einen Status von 55784 Personen. Die Divergenz zwischen den amtlichen Angaben und der berechneten Bevölkerung scheint darin ihren Grund zu haben, daß in der Berufs Zählung die jugendliche, nichtberufliche Bevölkerung nicht vollständig erfaßt wurde. Der Kinderbestand ist im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung zu gering. Wir müssen uns daher, wenn wir der Wahrheit näher kommen wollen, wie wir dies bereits für Preußen getan haben, hauptsächlich die erwerbstätige Bevölkerung ins Auge fassen. Aus dieser Tabelle, welche außer den eigentlichen Erwerbstätigen auch noch die Dienenden im häuslichen Dienst und Angehörigen" ausscheidet, geht hervor, daß die Beteiligung der Katholiken unter den Erwerbstätigen und Dienenden kräftiger ist als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung; bei den Protestanten liegt der umgekehrte Fall vor, ebenso bei den Juden. Was die Verteilung der einzelnen Konfessionen auf die drei erwähnten sozialen Klassen anlangt, so gehörten von je 100 jeder Konfession zur nebenstehenden Klasse: Katholiken Evangelische Israeliten Erwerbstätige 57,2 54,7 50,6 Dienende 1,8 1,6 0,9 Angehörige 41,0 43,7 48,5 Es würden demnach die Israeliten den geringsten Prozentsatz von Erwerbstätigen aufweisen. Bei. einer oberflächlichen Betrachtung der Dinge könnte man hieraus den Schluß ziehen, die soziale Lage der Juden sei so günstig, daß nur die Hälfte erwerbstätig zu sein braucht. In Wirklichkeit aber erklärt sich dieser verhältnismäßig geringe Anteil der Juden als Erwerbstätige unter der Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung aus ihrer beruflichen Gliederung. Auch aus diesem Grunde ist es nicht angängig, die Berufsbevölkerung im weiteren Sinn, in welcher nahezu die Hälfte nicht erwerbstätig ist, zum Ausgangspunkt irgendwelcher Untersuchung zu machen und aus ihr etwa einen Schluß zu ziehen über die mehr oder weniger günstige Lage eines Teils des Bevölkerungsganzen. Erwägen wir nur folgendes: Innerhalb einer Bevölkerungsmasse, die landwirtschaftlich und industriell tätig ist, ist ein sehr beträchtlicher Teil der Jugendlichen sowohl männlichen wie weiblichen Geschlechts und der Ehefrauen bereits erwerbstätig, gehört also nicht mehr zur Kategorie der Angehörigen ohne Beruf. Ganz anders bei einer Bevölkerung, welche sich dem Handel und den freien Berufen zuwendet. Hier bringt es die Art der Betätigung mit sich, daß ein viel größerer Teil der jugendlichen Personen beruflich nicht in Frage kommt. Das Alter, in dem man erwerbstätig im engeren, eigentlichen Sinne wird, ist weiter hinaufgerückt; demgemäß ist hier die Besetzung der Gruppe Angehörige stärker. Betrachten wir nunmehr bloß die Erwerbstätigen und werfen gleichzeitig einen Rückblick auf die Ergebnisse der Berufszählungen von 1895 und 1882. (Tab. II). Am stärksten war Tabelle II. Von den Erwerbstätigen (A—F.) sind Religionsbekenntnis 1907 1895 1882 absol. | °/o absol. °/ /o absol. j u/o Katholiken . . Evangelische . Israeliten . . . 266754371,7 1018152j27,4 27173 0,7 2115187 783990 23147 72,3 26,8 0,8 1986394|72,8 716732126,3 20634 0,8 die Mehrung unter den erwerbstätigen Evangelischen. Sie hat zugenommen von 1882 bis 1895 um 9,4 Prozent, von 1895 bis 1907 um 29,9 Prozent, von 1882 bis 1907 um 42,0 Prozent; bei den Katholiken betrug sie von 1882 bis 1895 6,5 Prozent, von 1895 bis 1907 26,1 Proz., von 1882 bis 1907 34,3 Proz.; bei den

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