Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1910)
- Article
- Jüdische Studierende an den Hochschulen und sonstigen höheren Lehranstalten in Wien
- Date
- 1910-07-01
- Page
- Seite 107 (sequence 2)
- Language
- German
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— 107 — dierenden überhaupt 21,22 Prozent; sie ist also etwas zurückgeblieben, war jedoch größer als auf der Universität. Bedeutend stärker aber als an der Universität ist ihr Anteil an der Gesamtzahl der Studierenden. Er betrug 1903/04: 26,76' r>"; qj. o/ ^0,Ott 1904/05: 26,64% 1905/06: /„, 1906/07: 27,45%; 1907/08: 26,18%. Mehr als ein Viertel der Studierenden an der Technischen Hochschule in Wien waren während der von uns betrachteten Semester Juden. An dritter Stelle betrachten wir die Frequenz der Israeliten an der K. K. Akademie der bildenden Künste. Studierende im Wintersemester Glaubensbekenntnis 1903 1904 1904 1905 1905 1906 1906 1908 1906 1907 KatholiRen 235 239 226 238 238 Gr.-orientalischs . 5 2 2 2 2 Evangelische . . . 20 16 17 18 21 15 13 6 11 13 Zusammen .... 276 272 251 269 274 Die Frequenz war im allgemeinen schwankend, insbesondere bei den Israeliten. Ihren Tiefstand erreichte sie bei den letzteren im Wintersemester 1905/06, wo die Zahl der jüdischen Studierenden nur 6 betrug. Prozentual stellt sich die Beteiligung der jüdischen Studierenden folgendermaßen: 1903/04: 5,43%, 1904/05: 4,77 %; 1905/06: 2,38 %; 1906/07: 4,09%; 1907/08: 4,74%. Zum Schlüsse geben wir noch eine Übersicht über die Heimat der Studierenden an der Israelitisch - theologischen Lehranstalt , über das Lehrpersonal, Vorlesungen und Studierenden an derselben in den Studienjahren 1903/04 bis 1907/08. Zweck dieser 1893 eröffneten, vom „Verein zur Errichtung und Erhaltung einer Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in Wien" erhaltenen Anstalt ist die Förderung der Wissenschaft des Judentums , insbesondere die Heranbildung von Rabbinern und Religionslehrern. Heimat der Studierenden. Studienjahr Nieder- Oesterreich Ober- Oesterreich RftH t ti f»ti Li KJ I i 111 : J Mähren Galizien Bukowina Inland zus« Ungarn Bosnien Sonstiges Ausland Ausland zus. | Summa d, j Hörer j 1903/1904 1904/1905 1905/1906 1906/1907 1907/1907 —! l i3Ii — 1 1!2j] —! 1 14 1 j -;2 |4 1! — j114 12 1 48 9 - 13 14: i 21 14; 2 123 14| 2 i22 3! 1! 5 j 9. 27 5:1: 6 12: 25 4 1! 4 : 9! 30 5 —1 5 JOl 33 4 —i 7 Iii 33 Lehrpersonal, Vorlesungen und Studierende. Studien^ jähr Lehrpersonal Vorlesungen Zahl der Studierenden Zusammen Ordentliche Professoren Sonstige Lehrer \ S ■ j 4.! außer- V. ■ ordent- , K E ,. . I ordent- 5iche i .. , £ 1 Itche c/3 .-:------— n I Hörer 1903/1904 7 4 3 25 27 25! 2 1904/1905 6 4 2 24 25; 24 | 1 1905/1906 5 4 I 23 30 28 i 2 1906/1907 5 4 1 21 33! 30! 3 1907/1908 6 5 1 23 33| 31 2 Die Tätigkeit des Hilfsvereins der Beutschen Juden ii Jaüre 1SQS. Während wir im Vorjahre hauptsächlich über die Tätigkeit des HilfsVereins hinsichtlich der Errichtung und Förderung von Schulen in Rußland, Rumänien, Galizien und vor allem im Orient referiert haben, wollen wir diesmal über seine segensreiche Wirksamkeit in der Regulierung der Auswanderung Bericht erstatten. Auch heute noch wendet sich der größte Teil aller jüdischen Auswanderer nach Amerika. Im Jahre 1909 sind 57 551 Juden in die Vereinigten Staaten eingewandert. Die Zahl gilt allerdings nur für das Fiskaljahr vorn Juli 1908 bis Juni 1909 und bleibt somit hinter der Einwanderungszahl des Kalenderjahres 1909 wesentlich zurück. Über New- York wanderten ein im Jahre 1909 61145 Juden gegen 45 172 im Vorjahre; das bedeutet eine Zunahme der jüdischen Einwanderer um 35 Prozent. Die Einwanderungserschwerungen in den einzelnen Ländern haben sich im Jahre 1909 vermehrt, so besonders in den Vereinigten Staaten. Hier sind vor allem zwrei Maßregeln