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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-05-01 · Heft 5 (Mai 1910) · p. Seite 79

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 5 (Mai 1910)
Article
Die Vitalität der jüdischen Geborenen
Date
1910-05-01
Page
Seite 79 (sequence 4)
Language
German
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— 79 — orthodoxen Geburten wohl anstellen, da die Angaben nicht bloß für die Juden, sondern im allgemeinen unvollständig sind. Es betrug im Durchschnitt für die Jahre 1868/1881 der Prozentsatz der Totgeburten in allen Kulten: 0,17, bei den Griech.-Orthodoxen: 0,125; bei den Protestanten: 1,93; bei den Juden: 0,28. Vergleichen wir die einzelnen Tabellen miteinander, so ergibt sich folgendes. In zwei Ländern (Bayern und Österreich) ist die Vitalität der Geburten aus jüdischen Ehen ebenso günstig bezw. ungünstig wie jene der Geburten aus der Gesamtzahl der Ehen, in zwei Ländern (Galizien und Rußland) ist sie ungünstiger und in einem (Ungarn) günstiger. Was die Höhe des Prozentsatzes anlangt, so ist die Reihenfolge der einzelnen Länder folgende: Bayern, Galizien, Österreich, Ungarn und Rußland. Statistisches Archiv. jj I 1t; £fat der Berliner jüdischen Gell Berlin, jj meindc. Der Etat schließt in Einnahme ': und Ausgabe für das Jahr 1910' 11 mit 4 376 339,31 M , für 1911-12 mit 4 407 358,64 M., für 191243 mit 4447 628,89 M. Ansteuern sind aufzubringen: 1910-11 247455,81 M., 1911- 12 2 498 160,54 M., 1912-13 2 548 230,79 M. Für Kultus und Ritualien werden vorgesehen 26570 M., für Friedhofs- und Beerdigungswesen 202000 M., für Unterricht 1102 000 M., für Armenpflege 921 000 M., für Waisenpflege 2 270 000 M., für Vermögensverwaltung 2 800 000 M, Die Kultusangelegenheiten erfordern einen Mehraufwand von 110 000 ML, der Schuletat von 80 000 M., die Grundstücksverwaltung (Bauten usw.) 225 000 M., das Armenwesen 45 000 M. Der Gesamtmehrbedarf beträgt 520 000 M. AnZuschüssen erfordern die verschiedenenSynagogen: Alte Synagoge 22 339 M., Neue Synagoge 30 063 M., Synagoge Kaiserstraße 12 165 JiM Synagoge Lindenstraße 5 040 M., Synagoge Rykestraße 31158 M. Die Synagoge Lützowstraße hat einen Ueberschuß von 5 163 ML, die Synagoge Fasanenstraße hat voraussichtlich einen Ueberschuß von 21 233 M. Für Fest- und Jugendgottesdienst sind bereitgestellt 1910-11115000 M., 1911-12 120000 M., 1912- 13 130 000 M. Für Subventionen an Religionsvereine sind beantragt 120 000 M. jahrlich. Die Gemeindebibliothek erfordert 20000 M. Die Durchreisenden- Kommission soll 21520M. jährlich, die Fürsorgekommission 13 520—14 820—16 320 M. in den drei verschiedenen Etatsjahren erhalten. Das Hospital erfordert einen jahreszuschuß von 22 700 M., die Alters-Versorgungs- Anstalt 6000 M. Das Krankenhaus erfordert einen Gemeindezuschuß von 110 590 /i. Für offene Waisenpflege v/erden 63 000—65 000-67 000 M. gefordert. Das Reichenheimsche Waisenhaus erhält 32835 — 32935 — 33 615 M„ das 2. Waisenhaus erhält 49 000 M. Es werden also im Ganzen verausgabt für mildtätige Zwecke 1910-11 466 775,90 M.? 1911-12 475175,90 M., 1912-13 484355,90 M. Für das herauszugebende Gemeindeblatt werden 40 000 M, eingestellt. Palästina. 3ur jüdischen £intDanderung nach Palästina. Die „Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" veröffentlicht soeben einen Bericht über die über Odessa und mit | fiilfe des Informationsbureaus des Odessaer Palästina- | komitees erfolgte Auswanderung nach Palästina. Zur! richtigen Beurteilung dieser Auswanderungsbewegung | wird es angebracht sein, das zahlenmäßige Verhältnis j der verschiedenen Kategorien der Passagiere zu einj ander, ganz besonders die bezüglichen Versch'ebungen, | die während des hier behandelten Zeitraums im Ver- | gleiche zu den vorigen Jahren (1907 und 1908) einge- | treten sind, festzuhalten. | Im allgemeinen läßt sich feststellen, daß die Emi- | gration nach Palästina im letzten Jahre zugenommen i hat, trotz der Quarantäneschwierigkeiten, denen während! mehrerer Monate die aus Rußland kommenden Schiffe I unterworfen waren, und trotz der im Zusammenhange damit geübten Einschränkung in der Ausgabe von Fahrkarten, ganz besonders für die Passagiere dritter Klasse. Insgesammt begaben sich im letzten Jahre über Odessa nach Palästina 2459 Personen (1908 waren es 2097 Personen, 1907-1746). Darunter waren Kinder unter 15 Jahren 510, also 21% (1908-201/0 %, 1907-20 %); junge Leute von 15 bis 30 Jahren 696=28% (1908-30 %, 1907 24%); im Alter von 30 bis 50 Jahren standen 512 Personen 21% (1908-22%%; 1907-24%); älter als 50 Jahre 741=30% (1908-27 %, 1907-30%). Auskunft über ihren Beruf bezw. Beschäftigung erteilten 916 Personen 37% (1908 — 421/2%, 1907 — 36%). Die andern waren also Personen ohne bestimmten Beruf). Darunter waren Handwerker, Arbeiter und Ackerbauer 428 Personen 46%% (1908—42%, 1907 — 50 %); Handelsleute und Industrielle 336 36%% (1908 - 41 %, 1907 — 40%); Vertreter der liberalen Berufe 152 162/3 % (1908 — 17 %, 1907 10 %). Auskunft über ihre Vermögens Verhältnisse gaben 556 Personen, die insgesamt über mehr als vier Millionen verfügten. Es ist aber zu bemerken, daß diese Summe keineswegs mit dem nach Palastina hinausgeführten Kapital identisch ist, da gerade die besser situierten und die Reichen nur als Touristen nach Palästina gingen. Hinsichtlich des Zwecks der Reise traten gleichfalls gewisse Verschiebungen in den bezüglichen Zahlenproportionen ein. Zwecks Niederlassung und ökonomischer Betätigung im Lande wanderten im Laufe des letzten Jahres 1603 Personen aus oder 65 % sämtlicher Reisenden (1908 — 68 %, 1907 — 60 %); zu dauerndem Verbleib aus religiösen Motiven („um die letzten Lebensjahre im heiligen Lande zuzubringen") 525 Personen 21%% (1908 - 18%, 1907 - 20%); zeitweilig (das

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