Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Geburten und Sterbefälle in Breslau 1906 und 1907
- Date
- 1910-03-01
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
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- 46 - Tabelle III. Jahr Totgeborene Kinder aus Es wmü totgö. y. Je 100 rein ev.; Ehe - jöiu \ B iu } hr §ä | Jr .22 •g j o j s! " sa Evang Kinder Kath. Kinder Israel. Kinder 1906 1907 175 152 94: : 12 127 i — 77 '. 1 | 116! 4 i 1! 2,56! 2,69 2,45! 2,36 i 3.79 1,08 Die Vitalität ist im allgemeinen eine sehr günstige, j Tabelle Im Jahre 1906 war sie bei den Juden ungünstiger als bei den Evangelischen und Katholischen, dagegen im Jahre 1907 viel günstiger. Es sind allerdings die zur Verfügung stehenden Zahlen sehr klein, doch steht ja fest, daß die Juden eine sehr gunstige Vitalität selbst unter allgemein ungunstigen Verhältnissen aufweisen. Wenden wir uns nun der Sterblichkeit der einzelnen Konfessionen zu. Die Breslauer Statistik enthält auch Angaben über die Sterblichkeit nach dem Alter, indem sie die Gestorbenen in Gruppen von 0—1, 1—15 und über 15 Jahre teilt. IV. Jahr Gestorbene überhaupt Evangelisch Katholisch Israelitisch Auf1000 d mittl.Ges. bev. traten Sterbefäll Auf1000 d. mittl. jüd. Bev. traf. Sterbefäll. mannt, j weibl. Zusam. männl. | weibl. Zusam männl weibt. Zusam männl. j weibl. IZusam. 1906 1907 5206 i 4924 i 10130 5538; 5319 10857 3114; 2974! 6088 3413 | 3242 j 6655 1889 i 1763 3652 1922; 1883 | 3805 176 179 163 176 339 355 21,26 22,34 16,65 17:44 Die absolute Zahl der Sterbefälle unter den Israeliten hat im jähre 1907 zugenommen. Wenn auch die Sterbeziffer der Israeliten, verglichen mit der allgemeinen Sterbeziffer, niedrig ist, so ist sie doch höher als die jüdische Geburtenziffer, was für die natürliche Entwicklung der jüdischen Bevölkerung überaus ungünstig ist. Tabelle V. Es würde nämlich, wenn die Breslauer jüdische Gemeinde keinen Zuschuß von außen bekäme, ein Rückgang der jüdischen Bevölkerung stattfinden. Betrachten wir zum Schlüsse noch die Sterblichkeit nach dem Alter. Gesamtbevölkerung Israeliten Jahr 0—1 1—15 j über 15 0-1 1-15 über 15 m. | w. j Zus. m. j w.; Zus. J m. w. Zus. m. J w. jZus. m. j w. jZus. in. i w. | Zus. 1906 1907 1720 S1412 | 3132 1815! 1479 I 3294 606! 593 J1199 583 I 587 1170 2880 3140 2919! 5799 3253 \ 6393 10 14 9 19 10 9 19 10 24 7 7! 14 i 156! 145 158 I 15h 301 317 Von je 100 Gestorbenen der Gesamtbevölkerung standen i. J. 1906 im Alter von 0 — 1 Jahren: 30,91, von 1—lo Jahren: 11,83 und über 15 Jahren 57,26. Die entsprechenden Ziffern für das Jahr 1907 lauten: 30,34% (0—1); 10.78% (1—15); 58,88% (über 15). Von je 100 gestorbenen Israeliten standen i. J. 1906 im Alter von 0—1 Jahren: 5,60, von 1—15 Jahren: 5 60 und über 15 Jahren: 88,80. Die entsprechenden Ziffern für das jähr 1907 lauten: 6,76% (0-1); 3,97% (1—15); 89,27% (über 15). Ein Vergleich der Sterblichkeit der Gesamtbevölkerung mit der der israelitischen Bevölkerung nach dem Alter ergibt die allgemein bekannte Erscheinung, daß bei den Israeliten eine sehr günstige Säuglingssterblichkeit existiert und daß auch in der Altersklasse 1 — 15 der Tod bei den Juden nur wenig Opfer fordert. Wien. Rusfrifte aus dem Judentum in Wien in den Jahren 1903 - 1907. Dem Statistischen Jahrbuch der Stadt Wien für das J a h r 1907 entnehmen wir über die Austritte aus dem Judentum in den letzten 5 Jahren folgende Angaben. Es betrug die Anzahl der Ausgetretenen: Zunächst zeigt sich uns die erfreuliche Tatsache, daß im letzten Jahre die Zahl der Ausgetretenen um nahezu 100 zurückgegangen äst, daß also die Taufseuche erheblich nachgelassen hat. Im ganzen läßt sich durch- Jahr Zusam. männlich weiblich Von je 100 Ausgetr.war männlich | weiblich 1903 582 339 243 58,25 41,75 1904 590 329 261 55,76 44,24 1905 577 308 269 53,38 46,62 1906 643 364 279 56,61 43,39 1907 556 297 259 53,41 46,59 Zusam. 2948 1637 1311 55,53 44,47 aus nicht von einem ständigen Steigen der Austritte sprechen, sondern auf das Anschwellen in dem einen Jahre folgt regelmäßig ein Nachlassen in dem folgenden* Den Höhepunkt während der von uns betrachteten Periode bildet das Jahr 1906, den Tiefpunkt das Jahr 1907. Im ganzen hat die Wiener Judenhcit in den letzten 5 Jahren durch Austritte 2948 Personen verloren. Was die Verteilung der Geschlechter unter den Ausgetretenen ausmacht, so stellt selbstverständlich das männliche Geschlecht ein größeres Kontingent für den Austritt. Das hängt mit den Motiven zum Austritt zusammen. Der Austritt erfolgt zumeist in dem Wunsche, wirtschaftlich leichter vorwärts zu kommen, und da die Be* telligung der weiblichen jüdischen Personen am Wirtschaftsleben hinter jener der männlichen stark zurückbleibt, muß auch ihre Beteiligung am Austritt geringer sein. Doch ist der Unterschied keineswegs beträchtlich,