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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
Konfession und Todesursachen in Berlin
Date
1910-02-01
Page
Seite 28 (sequence 1)
Language
German
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— 28 - Berlin. Konfession and Todesursachen in Berlin 1906. Das Stat1stische Jahrbuch der Stadt Berlin, 31. Jahrg, enthält Angaben Eber die Todesfälle an Lungenschwindsucht, Krebs und Magenkatarrh nach der Zahl der Zimmer, der Wohnung und der Personen in der Wohnung, sowie nach der Konfession im Jahre 1906. Wir entnehmen ihm folgende Zahlen Todesursachen Lungenschwindsucht . . Krebs .......... Darmkatarrh, Brechdurchfall, Magen-, Darmentzündung, Magen-, Darm - Katarrhe. Darmkratarrhe bei Kindern unter einem Jahre . . . .! Von je i Von je jud. 100 war.'100 war.! Kath. j Israel. daß die Juden an gewissen Todesursachen stärker beteiligt sind als andere Konfessionen bezw, Rassen, dabei wird aber außer acht gelassen, daß die Juden infolge ihrer Im allgemeinen gunstigen wirtschaftlichen Position häufiger als andere minder gut gestellte Bevölkerungsschichten arztiiehe Hilfe in Anspruch nehmen, sodaß bei ihnen die Krankheit bezw. Todesursache mehr zur Kenntnis der Öffentlichkeit gelangt, mithin statistisch erfaßt wird. Preußen 1902 1187 1062; 68 33! 63; 9,83 6,30 1,73 5,93 40 10,57 i 1,36 2958 312 Bei den Juden ist der Prozentsatz der an Krebs Verstorbenen sehr beträchtlich. Es muß aber bei einer Todesursachenstatistik die wirtschaftliche nnd soziale Lage der in Betracht kommenden Bevölkerungsschichten berücksichtigt werden. Es wird des öfteren behauptet, Die Mischehen und die Konfession der Kinder aus Mischehen In Breslau. Am 1. Dezember 1905 gab es in Breslau 20125 Wischehen mit 38573 im Haushalt der Eltern lebenden Kindern. Darunter waren 203 Ehen, deren einer Teil jüdisch ist; die Zahl der Kinder aus diesen Ehen betrug 244. Von ihnen werden nur 67, also ein wenig mehr als der 4. Teil, judisch erzogen, während die übrigen der Religion des christlichen Elternreils folgen. Unter den jüdisch-christlichen Mischehen sind 96, also fast die Hälfte, ohne Kinder. Folgende Tabelle veranschaulicht die Verhältnisse der Mischehen recht deutlich : Mischehen Unter 100 Misch - Ehen sind solche ohne Kinder Von 100 Kindern aus der betreffenden Art von Mischehen sind Konfession des Mannes der Frau von den männlichen von den weiblichen v. beid. Geschlechtern evang. kath. jüd. evang. kath. jüd. evang.j kath. jüd. evangelisch j katholisch 245 707 292 _ 669 337 _ 688 1 312 _ evangelisch t jüdisch 479 909 — 90 848 — 152 873; — 127 katholisch i evangelisch 243 477 523 — 518 482 — 428; 502 — katholisch jüdisch 467 56 722 107 — 750 200 26! 737 184 judisch evangelisch 477 547 453 814 — 163 607 — 323 jüdisch katholisch 379 125 458 417 — 607 393 58 : 538 404 Zusammen 246 682 411 2 528 408 1 584 | 409 2 Aus dieser Ueberslcht ergiebt sich zunächst, daß die Fruchtbarkeit in den jüdisch-christlichen Mischehen eine viel geringere ist als in der evangelisch-katholischen Mischehen; während unter den evangeIisch»kathoIischen Ehen 245 und unter den katholisch-evargelischen Ehen 243 ohne Kinder waren, betrug die Zahl der kinderlosen evangelisch-jüdischen, katholisch-jüdischen, jüdisch-evangelischen und jüdisch-katholischen Ehen 479 bezw. 467 bezw. 477 bezw. 379. Es scheint also die Mischung jüdischen und nichtjüdischen Blutes auf die Fruchtbarkeit einen ungünstigen Einfluß auszuüben; doch ist die Frage noch nicht genügend geklärt; die hier vorliegenden Ziffern sind zu klein, um daraus zwingende Schlüsse zu ziehen. Am seltensten bleiben die Kinder aus denjenigen Mischehen dem Judentum erhalten, deren männlicher Teil evangelisch ist; und zwar ist die Zahl bei den Knaben ganz besonders klein, noch nicht der 10. Teil von ihnen wird jüdisch erzogen. Hervorzuheben ist, daß aus denjenigen Ehen, in denen der Mann Jjüdisch und die Frau katholisch ist, ein beträchtlicher Teil der Knaben — nicht der Mädchen — In keiner der beiden Elternreligionen, sondern evangelisch erzogen wird. Es zeigt sich hier das Bestreben, die Kinder der herrschenden Religion zuzuführen, um ihnen den Lebensweg möglichst zu erleichtern. (B r eslauer Statistik, 27. Band.) Ii ]\ Eheschließungen in Deutschland 1907. |: Deutschland jj Der Statistik des Deutschen!i==-----=i! Reichs, Bd. 223, entnehmen wir folgende Tabelle über die Eheschließungen in Deutschland für das Jahr 1907: Bekenntnis der Bekenntnis der Frau Evang. Rom.- Kathol. I ~ i ö> +: Anderej o \BZ Christ; 2 ji-g! —«!o 3 ' iC/) Zus. Evangelische Römisch-Kath Andere Christ. Israeliten Sonstige und unbestimmte 297815 21532 23681H53487 944 152 389! 84 62 13 389 j 305 14! 320055 74 96! 3! 177341 796; 19| — 1911 19 4052i 1| 4547 2 j 5 28 ■ UO Zusammen 322891 175268 1282 :4477; 46 | 503964; i Die Gesamtzahl der Eheschließungen betrug 503964. mithin die Eheziffer, d. h. die Anzahl der Eheschließungen auf 1000 der mittleren Bevölkerung 8,1 0/uo. Die Ziffern der Jahre 1904/5/6 lauteten: 8,0; 8,1; 8,2; daraus geht hervor, daß die Eheziffer in den letzten Jahren etwas gesticgQn ist Die Bevölkerungszunahme im Deutschen Reich erfolgt demnach bei sinkender Geburtenziffer, nocu

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