Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- Die Juden im Großherzogtum Luxemburg
- Date
- 1910-02-01
- Page
- Seite 25 (sequence 2)
- Language
- German
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— 25 — logisches Gesetz nennen. Der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung ist von 1871 : bis 1900 ununterbrochen gestiegen. Im letzten I Jahrfünft ist ein kleiner Rückgang eingetreten. ' Die eben geschilderte Entwicklung wird uns durch Tabelle II noch. deutlicher vor Augen geführt, welche das gegenseitige Verhältnis der Geschlechter in den einzelnen e II. J zh r Gesamtb evolkerung nl.nl. welbl. \*$<%& Kathollken männl. I weibl. Protestanten männl. weibl. I Auf 100 m. trafen wbl. Israeliten männi. n(fl5W "(Auf 100 m. weibljtrafen wbl. 409 368 89,97 453 413 91,16 519 490 94,41 535 519 96,28 621 591 95,17 601 609 301,33 1880 1885 1890 1895 1900 1905 105080 107142 105419 104490 106141 105669 109282 i 108301 i 121593! 114361 99,44 99,06 100,23 99,10 94,05 95,46 104021 105860 104200 107872 119524 123484 125797! 120091 Jahrfünften darstellt. Darnach bestand 1880 und 1885 bei der Gesamtbevölkerung ein annäherndes Gleichgewicht der Geschlechter. Es war dies ein durchaus normaler Zustand. Durch die Abwanderung von Männern aber, die wir oben erwähnten, gewrann das weibliche Geschlecht i. J. 1890 das Übergewicht. Es trafen damals auf 100 männliche 100,23 weibliche Personen. Nun begann ein wirtschaftlicher Aufschwung, namentlich auf industriellem Gebiete. Fabrikarbeiter kamen ins Land, damit verschob sich sofort wieder das Verhältnis zu Gunsten des männlichen Geschlechts. Im Jahre 1900 entfielen auf 100 Männer nur mehr 94,05 Frauen. Mit dem Nachlassen der Zuwanderung erstarkte wieder das weibliche Geschlecht. Bei den Katholiken zeigt sich keine Abweichung von der Entwicklung der Gesamtbevölkerung. Ganz anders aber bei den Protestanten und Juden. Bei den ersteren bestand und besteht auch gegenwärtig ein sehr erheblicher Männerüberschuß. Dies läßt die Vermutung zu, daß wir es hier mit einer Arbeitermasse zu tun haben, die zum Teil aus Leuten jugendlichen Alters sich zusammensetzt. Von 1880—1895 wuchs ununterbrochen der Anteil des weiblichen Geschlechts, allerdings mehr infolge der Abwanderung von Männern, als infoige einer tatsächlichen Zunahme von Frauen — ja im Jahrfünft 1885—90 zeigte sich auch bei ihnen eine absolute Abnahme. Von 1895 ab sinkt wiederum infolge der Zuwanderung von protestantischen Ar- 103761 105217 104721 107164 112863 118399 591 702 633 773 1323 1649 332 439 425 543 847 1082 56,17 62,53 67,14 70.24 64,02 64,40 beitern das Verhältnis der Geschlechter zum Nachteil des weiblichen. Bei den Juden ersehen wir aus dem gegenseitigen Verhältnis der Geschlechter ein Doppeltes. Aus dem Umstände, daß im Gegensatz zu den Protestanten annähernd Gleichgewicht der Geschlechter herrscht, trotzdem ja auch die Juden eine eingewanderte Bevölkerung sind, ist zu entnehmen, daß unter den Juden sich keine Arbeiter im jugendlichen Alter befinden, die unverheiratet sind und ein fluktuierendes Bevölkerungselement bilden, sondern Kaufleute und Handwerker, zumeist verheiratete. Des weiteren ergibt sich aus der zeitlichen Gestaltung des Geschlechtsver hältnisses, daß die Einwanderung von Männern geringer ist als von Frauen. Es hat zwar von Anbeginn, wie es in der Natur der Sache liegt, eine größere Einwanderung von männlichen Personen stattgefunden, diese letzteren haben aber im Laufe der Zeit Frauen nachkommen lassen, sodaß jetzt bei den Juden Gleichgewicht der Geschlechter besteht. In dem Altersaufbau der Gesamtbevölkerung kommt die Tatsache, daß im letzten Jahrzehnt eine Einwanderung stattgefunden hat, insofern ziffernmäßig zum Ausdruck, als die Altersklasse 20—30 annähernd ebenso stark ist als die Altersklasse 10—20. Natürlich ist die Zuwanderung nicht so beträchtlich gewesen, daß der Typus des pyramidalen Altersaufbaus verwischt worden wäre. Ganz anders ist das Bild des Altersaufbaus