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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. Seite 190

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
Der Jahresbericht des Hilfsvereins der deutschen Juden für 1908
Date
1909-12-01
Page
Seite 190 (sequence 2)
Language
German
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— 190 — in Aussiebt steht, bei der der Berliner Vertrag von 1878 den Ausgangspunkt für die Erörterungen bilden soll, auch, die rumänische Judenfrage bei den Vertretern des deutschen Reichs in Erinnerung gebracht. Da der größte Teil der rumänischen Juden rechtlich als fremd gilt, die Schulen aber nationalisiert sind, sind die Juden gezwungen, eigene Schulen zu gründen. Neuerdings geht aber die rumänische Regierung daran, auch die jüdischen Schulen partiell zu nationalisieren; man fordert nämlich, daß gewisse Unterrichtsgegenstände: rumänische Sprache, Landesgeschichte und Geographie nur von Rumänien erteilt werden. Subventioniert wurden vom Hilfsverein folgende Institute : die 3 Schulen des 1890 begründeten Schulvereins Cultura in Bukarest (440 Schüler), die vierklassige, seit 1897 bestehende Schule Reschith-Daath in Bukarest (150 Schüler), die Haushaltungsschule Lumina in Gralatz (167 Schülerinnen). Die Hilfsaktion infolge der Agrarunruhen in Rumänien von 1907 wurde zu Ende geführt Eine zweite gemeinsame Hilfsaktion mußte eingeleitet werden, da eine große Anzahl rumänischer Juden aus den Dörfern ausgewiesen wurden und in der Stadt in Not gerieten. In Bulgarien ist die politische Lage der Juden eine verhältnismäßig günstige; die ökonomische Situation ist dagegen nicht sehr günstig, da das Handwerk bei den Juden noch keinen Eingang gefunden hat. Der Hilfsverein entsandte Lehrkräfte an die Schule der deutsch-israelitischen Kultusgemeinde in Sofia, und an die Schule der Kultusgemeinde in Philippopel. In der Türkei hat sich durch Einführung der Verfassung vom 24. Julil908 ein Umschwung vollzogen. Das neue Regime erstrebt die Entwicklung des Landes in modernem Sinne, vor allem allgemeine Verbreitung der Volksbildung. Der Hilfsverein hat die Heranbildung der jüdischen Jugend im Orient von jeher als seine Hauptaufgabe betrachtet und dafür Sorge getragen, daß in seinen Schulen die Kenntnis des Türkischen resp. Arabischen gepflegt wird. In .Konstantinopel subventionierte er 3 Institute: Or Thoraschule (170 Schüler), Achridasschule (220 Schüler), Seror ha Chajim (300 Schüler), in Saloniki die deutsche Schule (74 Schüler). Palästina beginnt sich wirtschaftlich immer mehr zu entwickeln. Kapital strömt ins Land, Banken wrerden gegründet, die dem Landmann, Händler und Handwerker Kredit gewähren. Auch der kulturelle Fortschritt ist sehr günstig, indem namentlich die Gründung von Bildungsstätten stark vorwärts schreitet. In Aussicht steht die Errichtung des „Jüdischen Institutes für technische Erziehung in Palästina" in Haifa, das die Begründung des höheren Schulwesens in Palästina darstellt. In Rußland und Finnland hat sich die politische und wirtschaftliche Lage der Juden nicht gebessert. Der Hilfsverein betrachtet es mit Recht als seine Aufgabe, „der russischen Judenheit über die gegenwärtigen finsteren Tage hinwegzuhelfen, den weiteren Niedergang nach Möglichkeit aufzuhalten und dafür zu sorgen, daß ihre Spannkraft nicht erlahmt." Namentlich die Auswanderung wird gefördert. Im ganzen wurden für das russische Hilfswerk 280000 M. ausgegeben. Statistisches Archiv. Preußen Eheschließungen und Ehescheidungen; 22. Heft enthält folgende Tabelle über die Eheschließungen vonJudeninCharlotteßburg 1906-1908. in den jähren 1906/1908, welche hier zur Vervolistän- Die Charlottenburger Statistik, j digungder B er 1 ine r Ziffern wieder gegeben werden soll: Konfession des Ehemanns Konfession der Ehefrau Zusammen evangelisch katholisch jüdisch sonstig 1906 1907 1908 1906! 1907 | 1908 1906 | 1907 | 1908 1906; 1907 | 1908 1906 j 1907 j 1908 evangelisch . . katholisch . . . jüdisch..... sonstig..... 1730 139 14 1 1775 162 11 1 1811 154 13 4 178 | 209 i 214 153! 180 i 185 Ii 3 | 1 —! —! 2 22 2 131 16 12 112 27 7 144 4 4; 9 . 17 —! 1; — 1! — i 1 -! 3 : 11 1934; 2009; 2069 294] 355: 346 147: 126 1 159 1 4; 21 Zusammen . . . 1884 1949 11982 332 j 392! 402 155 j 140! 182 5 i 13 | 29 2376! 2494 j 251] 6 Aus dieser Tabelle geht hervor, daß die Zahl der j 1908: 144 betrug. Die Berechnung der Eheziffer für rein judischen Ehen im Jahre 1906; 131, 1907; 112, | die Charlottenburger Juden dürfte ein unzutreffendes

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