Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Schulbesuch christlicher und jüdischer Schüler im Großherzogtum Baden 1906/07 und 1907/08
- Date
- 1909-11-01
- Page
- Seite 174 (sequence 2)
- Language
- German
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— 174 — Die absolute Zahl der jüdischen Schüler betrug 1906/07: 1527; 1907/08:1582; sie istalso etwas gestiegen- Im Verhältnis zur Zahl der Schüler in den einzelnen Anstalten waren in beiden Jahren die Juden am stärksten in den Höheren Mädchenschulen vertreten; dann folgt das Realgymnasien und an dritter Stelle die Realschule. Eine Verschiebung hat inzwischen insofern stattgefunden, als der Anteil der Juden in den Progymnasien gestiegen, dagegen in den Realprogyninasien, Realschulen und Höheren Bürgerschulen bedeutend gesunken ist. Was die Verteilung der jüdischen Schulkinder auf die einzelnen Schulgattungen anlangt, so besuchten nahezu % die Mädchenschulen, an zweiter Stelle stehen die Realschulen, an dritter die Gymnasien. Die Volksschule besuchten im Jahre 1906/07: 299302 christliche und 2022 jüdische Schulkinder; die entsprechenden Ziffern für 1907/08 lauten: 305944 bezw. 2018. Der Prozentanteil der Juden betrug im Jahre 1906/07: 0,66, im Jahre 1907/08: 0,65. Es betrug hiernach die Anzahl der Ausländer im Jahre 1905: männlich 1086; weiblich 701; zusammen 1787. In Prozenten ausgedrückt: männl. 9,05, weibl. 5,52, zusammen 7/23. ■i-- . \\ Austritte in Wien im Jahre 1907. Oesterreich, j; rj>as Matrikelamt der Wiener Kultus- 11— gemeinde veröffentlicht eine Tabelle der Austritte aus dem Judentum im Jahre 1907. Es traten insgesamt in diesem Jahre 603 Juden aus dem Judentum aus, von denen etwa 20% konfessionslos wurden, während die übrigen zum Christentum übertraten. Davon waren 313 Männer, 290 Frauen und Mädchen. Dem Alter nach waren: ~\} Beiträge zur Statistik des Oroßherzogüessen. tums fiessen. Zur Ergänzung des; —-.TL-,-.-----^ Heftes 6 der Veröffentlichungen des „Bureaus für Statistik der Juden" („Die Juden im Groß' herzogtum Hessen44) entnehmen wir dem soeben erschienenen neuen Jahrbuch für das Groß' herzogtum Hessen folgende Angaben. 1. Die jüdische Bevölkerung in den sechs größten Städten seit 1828 Städte | I j= Zahl der Juden in den Jahren 1828 1S61 1871 1905 i Mainz m. Mombach u. Kastel Darmstadt m.Bessungen Offenbach....... 106338 83123 59765 43481 28769 9953 1672 556 848 773 197 420 2760 728 1078 985 336 507 3064: 3101 989! 1998 1003! 1763 1016! 1307 4^8! 913 479! 649 Worms mit Vororten . . Gießen ......... Bingen......... Die 6 gr. Städte des Grhzgt. Die übrigen Gemeinden 331789! 4466 877386 16770 6394 21536 7009; 9731 1836414965 Die Zubezw Abnahme (—) der jüdischen Bevölkerung beträgt: 1821/61 1861/71 1871/1905 in den 6 gr. Städten des Großherzogtums 1928 615 2722 in den übrigen Gem. 4766 -3172 —3399 Es wohnten also in den sechs größten Städten des Großherzogtums von der Gesamtzahl der Juden des Großherzogtums im Jahre 1821:21.03 %, im Jahre 1861: 22,89 %, im Jahre 1871: 27,62%, im Jahre 1905 : 39,40%. 2. Die jüdische Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit am 1. Dezember 1905 Staat | m. j w. zus. Deutsches Reich 110909,12000 22909 Rußland! 595 291 886 Oesterreich! 366: 324 690 Ungarn i 47: 27 74 Vereinigte Staaten von Amerika! 24; 23 47 Schweiz i 9j 5 14 England! 8! 7 15 Niederlande 1 3! 3 11 andere Staaten | 29| 21 50 Summa 11995 12701 24096 jünger als 20 Jahre 21-30 „ 31—40 „ 41—45 * 46-60 „ 61-80 „ 1 männlich weiblich! 43 51! 131 129 93 74 22 19 15 15! 8 2; 313 290 Total Bei den Männern sind somit 13 % junger als 20 Jahre, bei den Frauen stehen 17°/0 in diesem Alter 42% aller Männer und 44% der Frauen sind 21—30. 30% Männer und rund 26% Frauen 31—40 Jahre alt Es waren dem Beruf nach : männlich weiblich Advokaten....... 8 Dienstboten ...... 1 Aerzte......... 14 Hilfsarbeiterinnen . . . 17 OeffentL Beamte .... 20 j Lehrerinnen ...... 7 Private Beamte .... 43 iOhne Beruf*]..... 221 Fabrikanten....... 5 jSängerinnen ...... 9 Handelsangestellte . . . 21 Schneiderinnen..... 15 Hilfsarbeiter...... 9 jSchriftstellerinnen . . . 1 Ingenieure und Chemiker 15 ^Verkäuferinnen..... 19 Journalisten....... 9 Kaufleute........ 35 i Lehrpersonen...... 6 Ohne Beruf....... 65 Privatiers........ 6 [Meister] Professionisten 4 Gehilfen ........ 12 Rechtspraktikanten . . . 11 { Studierende....... 30! Summe. |313 | Summe. 290 Es waren hiernach Angehörige freier Berufe..............15 % Beamte und Lehrer.................8 % Rechtspraktikanten und Studierende.......13 % Fabrikanten, Kaufleute und Privatiers......15 °/0 Arbeiter und Angestellte..............13,5 % Professionisten...................1,5 % Private [?] und Beruflose.............34 % Bei den Frauen sind 76% ohne selbständigen Beruf; es handelt sich hier somit vornehmlich um H e i r a t s - taufen, oder um Frauen, die ihren Männern zum Taufbecken folgten. Meistens verheiratet, ohne selbständigen Beruf-