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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-10-01 · Heft 10 (Oktober 1909) · p. Seite 158

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 10 (Oktober 1909)
Article
Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. im Jahre 1908
Date
1909-10-01
Page
Seite 158 (sequence 3)
Language
German
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— 158 — Während die Sterbeziffer bei Juden und Christen von bis 1905 1907 standig sank, ist im Jahre 1908 ein ziemlich beträchtliches Steigen wahrzunehmen. Bei den Juden ist es zurückzuführen auf eine starke Zunahme der Kindersterblichkeit. Die Anzahl der Gestorbenen unter 5 Jahren hat sich mehr als verdoppelt. Doch ist im allgemeinen die Sterbeziffer der Christen und Juden im Vergleich mit anderen Städten überaus günstig. Betrachten wir noch zum Schluß die Bilanz, d. h. den Ueberschuß der Lebendgeborenen über die Gestorbenen für die Jahre 1905 bis 1908: Tabelle I. Jahr Christen Juden "O C -C o fj fj ä> wJ Gestorb. Geburtenüberschuß T3 c o -Q XJ «> o bfl J i Gestorb. Geburten* Überschuß 1905 1906 1907 1908 8725! 4775 | 3950 9298 1 4561' 4737 9082 14615! 4467 9099 j 4888 1 4221 371 1 300! 71 411 t 293! 118 388! 296! 92 371 | 328 i 43 Das Jahr 1908 weist infolge Ruckgangs der Geburten* zahl und Steigens der Sterbefälle bei den Juden die ungünstigste Bilanz auf im Laufe der von uns betrachteten Periode. Es ist demnach die natürliche Zunahme der Juden in Frankfurt a. M unbedeutend. Schweiz. üeber die Juden in der Sdimelz bringt die 162. Lieferung der Schwelzerischen Statistik (1908), welche die wichtigeren Zählergebnisse der eidgenössischen Volkszählung vom 1. Dezember 1900 behandelt, detaillierte Angaben. Die Zahl der Juden ist vom Jahre der vorletzten Volkszählung 1888, wo sie 8069 betrug, bis zum Jahre 1900 um 4195 gestiegen und beträgt demnach 12264. Die Zunahme betrifft beinahe alle Kantone. Von den Kantonen mit gegenteiliger Erscheinung fällt besonders Aargau auf, wo zwei eigene israelitische Bürgergemeinden (Neu* Lengnau und Neu-Endingen) bestehen. Im Bezirk Zurzach, zu welchem diese israelitischen Bürgerkorporationen gehören, betrug die Zahl der Israeliten im Jahre 1850 noch 1515, im jähre 1900 bloß noch 589. Dieser Ruckgang ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß, nachdem die ihrer freien Niederlassung in den übrigen Teilen des Kantons Aargau entgegenstehenden Schranken im Jahre 1862/63 und in den übrigen Kantonen der Schweiz im Jahre 1866 gefallen waren, die israelitischen Einwohner von Oberendingen und Lengnau sich städtischen Ortschaften (Baden, Zürich, Basel) zuwandten. 9259 Israeliten befanden sich am 1. Dezember 1900 in den 19 größeren Stadien, also genau Dreiviertel der Gesamtzahl. Der außerordentliche Zuwachs in der jüngsten Zählperiode dürfte zu einem beträchlichen Teil mit der Frequenz der Universitäten durch russische Staatsangehörige im Zusammenhang stehen. Die Zahl der Schweizer Bürger und der Ausländer Im judenreichsten Kanton Zürich nach Konfessionen für 1888 und 1900 ist in Tabelle I angegeben. Konfession Zahl der Schweizer bürger 1900 I 1888 Zahl der Ausländer 1900 j 1888 im ganz. auf 1000 im ganz. i auf! 1000 im ganz. auf i im 1000 i pranz. auf 1ÜÜ0 Protest. 316921 87S;277452 407 j 16124 475 83 55 Katholik. 41910 116 23391 555! 16377 482 | 481 412 Israeliten 1066 3 5S8 27 | 761 09 I 637 564 Andere 1113 3 792 11 | 721 21 415 290 Summa 361010] 1000; 302223 1000 33983 1000 j 163 101 Diese Zahlen werden durch die aus Tabelle II ermöglichten Vergleiche ins richtige Licht gesetzt. Tabelle II. 1 Konfession 1 Zu- (+) und Ab- (—) nähme von 1888 bis 1900 der Zunahme der auf 1000 Konfessionsangehörige fallenden Ausländer 0 . . . - Ii Ausländer in der Schweizerburger Schwe}z im lauf 1000 ganzen j im lauf 1000 ganzen; Protest. Kathol. Israelit. Andere +39469' + 37 S -fl8519| -39 j + 478, + 1 | — 656 — 3 | +12401 +22465 + 1106 + 71 — 68 + 73 + 5 —10 + 33 + 69 + 73 + 125 Sie zeigt, daß die Zunahme der Juden in jedem Betracht nicht groß war. Nur in einem Falle unterscheiden sie sich von der christlichen Hauptbevöikerung; während die Zunahme der auf 1000 Konfessionsangehörige fallenden Ausländer bei den Protestanten 33, bei den Katholiken 69 betrug, belief sie sich bei den Israeliten auf 73. Was noch in Tabelle Ii Wunder nehmen kann, ist die relative Abrahme der Protestanten im Kanton Zürich, eine für die Schweiz wie auch manche andere Länder nicht mehr seltene Erscheinung, daß konfessionelle Majoritäten allmählich in die Minorität gelangen. Interessant ist die starke absolute Vermehrung der unter der Bezeichnung „Andere" zusammengefaßten Religionsgruppen, die jedoch wegen der Zunahme der Gesamtbevölkerung eine relative Abnahme aufweisen- Bedauerlicherweise ist nicht zu ermitteln, wieviel getaufte Israeliten in diese Zahlen einbezogen sind. Auffallend groß ist die Zunahme der auf 1000 Konfessionsangehörige fallenden Ausländer um 125, die also in diesem Punkte die des Israeliten übertrifft. In den nächsten zwei Tabellen III und IV sind für die ganze Schweiz die Gesamtbevölkerung, die Schweizerbürger und Ausländer, nach Konfessionen dargestellt. Tabelle HL Heimat Protest. Kathol. Israel. Andere Schweizerb. Ausländer 1806957 609200 1115376 264288 4972 7292 4714 | 2644 Gesamte Wohnbev. 1916157 1379664 12262 7358

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