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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-10-01 · Heft 10 (Oktober 1909) · p. Seite 152

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 10 (Oktober 1909)
Article
Die Heiraten von Juden im europäischen Rußland vom Jahre 1867 bis 1902
Date
1909-10-01
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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Gouvernement Jekaterinoslaff, wo 1885 ein Steigen der jüdischen Ehen auf 86,8% gleichzeitig von einem Sinken de.x gesamten Keirats. zifTer auf 4,1%, 1886 ein Sinken der jüdischen Ehen auf 50.1% von einen gewissen Steigen der gesamten Heirats zitier und 1888 ein Steigen der jüdischen Heirasziffer auf 20 % von einer Verminderung der gesamten Heiratsziffer um 13,4% begleitet ist; im Gouvernement Kijeff fällt 1899 eine Verminderung der jüdischen Heiratsziifer von 15,3% mit. einer gleichen Vergrößerung in der allgemeinen Heiratsziffer zusammen, im Gouvernement Kowna steigt die jüdische Heiratsziifer 1887 auf 13,1 %. während die gesamte Heiratsziffer ein Sinken von 8 ,4 % aufweist. Diese Abweichungen zeigen uns, daß neben den allgemeinen Ursachen, die die jüdischen Eheschließungen bestimmen, es noch eine ganze Reihe von Ursachen gibt, die aus den eigenen Bedingungen des jüdischen Lebens hervorgehen. &o sind es z. B. die schroffen Schwankungen des Taurischen Gouvernements, die der unsicheren rechtlichen Lage der Juden in manchen Ortschaften dieses Gouvernements znzusehreiben sincl. (Tortsetzun <r folgt.) Palästina Im Hellte Von Dr. L. Erst in den letzten Jahren haben die Ausgrabungen in Palästina große Erfolge aufzuweisen. Zwar haben die Engländer schon 1867 und der deutsche Palästinaverein 1884 in Jerusalem zu graben begonnen. Aber obwohl die englischen Genieoffiziere ein Stück der davidisch-salomonischen Stadtmauer freilegten, entsprach das Ergebnis nicht den Es erklärt rlc ch das leicht. Erwartungen. wenn man erwägt, daß der größte Teil des alten Jerusalem auch heute von Häusern bedeckt ist oder zu mohammedanischen Heiligtümern gehört. Größere Erfolge wurden erst erzielt, als sich die Engländer 1900 von Jerusalem weg den Ebenen, und zwar zunächst den südwestlichen zuwandten, wo sie nach Durchforschung anderer Trümmerstätten seit 1902 mit der Aus£ G e z e r beschäftigt sind. rahmig1 des alten In der Erwägung, daß das Gebiet des alten Israel kulturell höher stand als das Judas, wählte sich dann Prof. Sellin die Megiddoebene nördlich von Jerusalem, deckte das ein der alten Karawanenstraße von Babylon nach Ägypten gelegene Taanach auf, und ging dann 1907 zu den Ausgrabungen von 3 e r i c h o über. Der Deutsche Palästin averein folgte Sellins Beispiel, indem er seit 1903 auf der alten Festung Megicldo Ausgrabungen veranstaltet. Aus derEbene ragen bi s zurHöhe von 20 oder 30 m grüne Anhöhen, die „Teil" heißen, empor, die m H81I8H Aasgrsnusgen. Sofer, Wien. s o wohl äuße rlich als auch bei derDurchf ors chung in ihrer inneren Schichtung dem berühmten Hügel von Troja ähneln. Es sind das die Uberreste der alten kanaanitischen und israelitischen Städte, deren heutige Namen bisweilen noch an die altbiblischen anklingen. Uberblicken wir nun die Ergebnisse dieser Ausgrabungen in Verbindung mit denen in Babylonien, Kleinasien und Ägypten, ferner mit den Erzeugnissen der mykenisehen Kultur in Zypern, Kreta, dem Pelopones und ihren Ausstrahlungen nach Italien, so gewinnen wir mehrere grundlegende Erkenntnisse. Vor allem tritt ein gewisser innerer Zusammenhang der Kultur des Morgenlandes seit den ältesten Zeiten in Erscheinung. Die Kulturen der drei großen Mächte, die im Frührot der Kulturgeschichte die Schicksale der Völker bestimmten, der Babylonier, der Hethiter, und der Ägypter, durchdrangen und ergänzten sich gegenseitig. Es ist selbstverständlich, daß das kleine Kanaan allen diesen Einflüssen offen stand, zumal es geographisch das Bindeglied der damaligen „Weltmächte" oder ..Großmächte" war. Jede dieser Kulturen, hat wieder in eigenartiger Weise gewirkt. Auf die geistige Kultur hat Babylon am nachdrücklichsten gewirkt: Hier spielte die Eassenverwandtschaft respektive Rassengieichheit mit den Völkern Babylons eine wichtige Rolle. AVenn die Hebräer von Ur

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