Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1909-10-01
- Page
- 145 (sequence 1)
- Language
- German
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Illll 1:1)11 III Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6— M. für das halbe Jahr 3,50 M. r?~ M er ausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin C. 2, An der S p an d au erb r ticke 15. " "- ' Begründet von Dr. Arthur Rnppin. — Redlgiert von Dr. Bruno Blau. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C. 2, An der Spandauerbrükce 15* 5. Jahrgang. | Oktober 1909. Heft No. 10. INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) L Abhandlungen. Dr. Sara Rabinowitsch-.MargoIin, St. Petersburg: Die Heiraten von Juden im Europäischen Rußland vorn Jahre 1867 bis 1902. -- Dr. L. Sofer, Wien: Palästina im Lichte der neuen Ausgrabungen. II. Statistisches Archiv. Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M. im Jahre 1908. — lieber die Zahl der Juden in der Schweiz. III. Literatur. Sichel, Die Geistesstörungen bei den Juden. — Alsberg, Miiitaruntauglichkeit und Großsradteinflui?. — riordau, Zionistische Schriften. — Gerstmann, Kultur- und Bildungsfortschritte unter den Juden Palästinas. — Körperliche Renaissance der Juden. IV. Zeitschriitenübersicht. Nachdruck der Abhandlungen Ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrige« Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die Heiraten von Juden Im SuropilscSsn Roßlaus m Jabrc 1867 bis 1902. Von Dr. Sara Rabinowitsch-Margolin, St. Petersburg. Ausführliche Angaben über die Ehen haben wir für das Europäische Kußland seit dem Jahre 18G7. Im Jahre 1867 unternimmt es das russische statistische Amt zum ersten Mal. die Ehezeugnisse seinen Beobachtungen zu Grunde zu legen und die Angaben über die Eheschließungen nicht nur nach den allgemeinen jährlichen Summen, sondern auch nach dem Alter und Familienstand der Eheschließenden zu gruppieren. Die Verzeichnisse werden von den Geistlichen jeder Konfession geführt und werden bei den statistischen Ämtern jedes Gouvernements eingereicht, die sie dann in allgemeine Tabellen nach Städten, Bezirken und Konfessionen gruppieren. Diese Tabellen werden dann zur weiteren Verarbeitung dem statistischen Hauptamte aus jedem Gouvernement zugewiesen.l) 1) S. Die Bewegung der Bevölkerung in Rußland, herausgegeben vom Zentral-Statistischen Bureau für jedes Jahr von 1867 bis 1902. Der Hauptfehler dieser Angaben besteht darin, daß sie in ihrer Quelle von der Geistlichkeit geführt werden. Sie stellen daher die Registrierung der mit der Ehe zusammenhängenden religiösen Akte, nicht aber der wirklichen Ehen dar. Für die Juden hat dieser Fehler noch weitere Folgen. Der Am t s - rabbiner, der das Verzeichnis der jüdischen Ehen führt, ist keine geistliche Person im Sinne des jüdischen Gesetzes; die Ehen werden meistenteils nicht von ihm, sondern vorng eis tiiclieii Rabbiner geschlossen, so daß die meisten Eheschließenden erst nachträglich dem Amtsrabbiner die eingegangenen Ehen melden müssen, um sie amtlich zu legalisieren. Es ist daher selbstverständlich, daß diejenigen Juden, denen an der amtlichen AnerkennungihrerEhen wenig liegt bezw. denen die Bedeutung derselben unbekannt ist, die mit der Eintragung in die amtlichen Verzeichnisse zusammenhangende Mühe oft scheuen werden.