Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- Jüdische Schulkinder in preußischen Schulen
- Date
- 1909-09-01
- Page
- Seite 142 (sequence 3)
- Language
- German
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— 142 — Schulkinder dagegen um 587876 vermehrt bat. Die Verminderung der Zahl der jüdischen Schulkinder ist ausschließlich auf ihre Verminderungin den Volksschulen (um 1712 Schulkinder) zurückzuführen; in den Mittelschulen und höheren Lehranstalten haben die jüdischen Schüler sogar eine Zunahme (um 686 bezw. 642 Schulkinder) erfahren. In Tabelle II zeigt sich wieder die allseitig bekannte Tatsache, daß die Juden ihre Kinder in viel höherem Maße als die Christen auf die mittleren und höheren Schulen entsenden. Zahlenmäßig besuchten von je 100 Volkssch. Mittelsch. höhere Lehranstalten jud. Schulkind. 41,09 32,24 26,67 nichtjüd. „; 92,07 4,59 3,34 Scheidet man die Mittelschulen in eigentliche Mittelschulen (gehobene Volksschulen, Bürgerschulen) und höhere Mädchenschulen, so ist das Verhältnis so, daß besuchten v. j'e 100 j Volkssch. Mittelsch. h.Mädchensch. h.Lehranst. ] (für Knaben) : j.Schuik. j 41,09 9,56 22.68 26,67! nichtj. „ i 92,07 2,46 2,13 3,34 i 58,91 % aller jüdischen, aber nur 7,93 % aller j christlichen Schulkinder erhalten hiernach j einen über das Volksschulziel hinausgehenden; Unterricht, d. h. unter den Juden ist bessere j Schulbildung etwa 7 y2 Mal so häutig als unter; den Christen. Berücksichtigt man unter Wegi lassung der Mittelschulen nur die höheren Mädchen- und Knabenschulen, so wurden : diese von 49,35 % aller jüdischen, aber nur j von 5,47% aller christlichen Schiükinder be-; sucht, d. h. diese eigentliche „höhere- Schulj bildung ist bei den Juden sogar 9 Mal mehr j verbreitet als unter den Christen. j Die Ursachen für diese größere Verbreitung j besserer Schulbildung unter den Juden sind j mannigfacher Art. Einmal wissen die jüdischen j Eltern, meistens dem Kaufmanns- oder i Fabrikantenstande angehörend und für ihre j Kinder einen ähnliehen Beruf vorhersehend, den Wert guter Schulbildung besser zu würdigen; sodann erleichtert das überwiegende Wohnen der Juden in Städten ihnen den Besuch der ja fast ausschließlich in Städten belegenen höheren Schulen; schließlich trägt der durchschnittlich größere Wohlstand der Juden und eine von Altersher im Judentum lebendige große Wertschätzung des Wissens dazu bei, den Kindern die möglichst beste Schulbildung angedeihen zu lassen. Der Bevorzugung der höheren Schulen durch die Juden entspricht es, daß der Prozentsatz der jüdischen Schulkinder unter allen Schulkindern in denVolks schulen am geringsten, in den höheren Schulen am größten ist; er betrug in den Volksschulen 0,39% „ „ Mittelschulen 3,30% „ „ höheren Mädchenschulen 8,54% „ „ höheren Knabenschulen 6,53% Unter den höheren Mädchenschulen "weisen die öffentlichen Anstalten einen höheren Prozentsatz von jüdischen Schülerinnen auf (9,95%) als die privaten Anstalten (7,37%). Unter den höheren Knabenschulen (ohne Vorschulen) haben jüdische Schüler: die Gymnasien 6,33% „ Realgymnasien 7,35% „ Oberrealschulen 193% „ Realschulen und höheren Burgerschulen 5,67% Von den 22211 jüdischen Kindern in öffentlichen Volksschulen besuchten 8219=37,00 evangelische Schulen 2921=13,15 katholische 6065=27,31 jüdische „ 5006=22,54 paritätische M Die absolute und relative Zahl der jüdischen Kinder, welche konfessionell jüdische Volksschulen besuchen, geht immer mehr zurück: im Jahre 1901 hatte sie 6937 d. h. 28,88%, im Jahre 1886 noch 13249=37,41% aller jüdischen Schulkinder in öffentlichen Volksschulen b et raffen. Statistisches Archiv. Preußen. Der 3u- und Rbzug uon Jud^n in I Breslau in den Jahren 1906 und | 1907. Der Anteil der Juden an der! Gesamtbevölkerung in Breslau ist ständig zurückgegangen; auf 1000 der Gesamtbevölkerung kamen Juden im Jahre 1885 im Jahre 1890 im Jahre 1895 im Jahre 1900 im Jahre 1905 59 53 4Ü 47 43.