Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 8 (August 1909)
- Article
- Schulbesuch christlicher und jüdischer Kinder in Berlin von 1897 bis 1906
- Date
- 1909-08-01
- Page
- Seite 117 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2650397-3187664-3187673-3190221--2287-3190248- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 117 — 7,10% im Jahre 1906 gesunken. Diese Ziffern widersprechen vollkommen der Anschauung, daß die Juden in besonders hervorragendem Maße die Ausbildung in den realen Fächern bevorzugen. Tabelle Va. Öffentliche höhere Mädchenschule. c <U 4-> c «3 ü s s Von je 100 u § g V? G Cl V C 3 ~ c sz c :EL c c Schülerinnen "° 5"° :Q 3 Jahr TS « - «-s 322 1 d. c ll der waren i i 100 Bev -en Ji N u 5 CO p <C O N C/J Christi.' jüd O tfl « > & * 1897 5281 3559 17o4 67,30! 32,20 5,11 1898 5320 3575 1725 67,20 : 32,40 5,07 1899 5355 3611 1729 67,40; 32,20 5,05 1900 5326 3562 1750 60;80; 32,80 5,04 1901 5235 3494 1724 65,60! 32,90 5,06 1902 5284 3560 1705 67,30 1 32,20 5,05 1903 5192 3539 1634 68,10 1 31,40 5,00 1904 5145 3524 1593 68,40 1 30,90 4,93 1905 5125 3508 1598 6S,40 ' 31,10 4,84 1906 5475 3809 1643 69,50 1 30,00 4,76 Zu den Mittelschulen zählen auch die höheren Mädchenschulen. Wir betrachten zuerst die öffentlichen höheren Mädchenschulen. Aus Tab. Ya ist ersichtlich, welche hohe Quote die jüdischen Mädchen zur Masse der Töchterschülerinnen stellen. Fast Vs aller Schülerinnen sind Juden. Es entspricht dies der allgemein bekannten Erscheinung, daß die jüdischen Mädchen einen starken Bildungsdrang besitzen und daß die Juden auf die j Ausbildung ihrer Töchter großen Wert legen, j Leider fehlen uns die Angaben über die Herkunft der Schülerinnen; doch darf als sicher angenommen werden, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil vom Lande, aus den Provinzen stammt. Die Juden bevorzugen für die Ausbildung ihrer Töchter jene Bildungsstätte, welche die Befähigung zum Lehrerinnenberuf gewährt, und hier sind es gerade die minderbei mitteltenJuden,welcheihreTöchterzurLehrerin I heranbilden lassen, um ihnen die Möglichkeit | zu verschaffen, selbständig vorwärts zu kommen, j Da wir eben nur die öffentlichen höheren j Mädchenschulen ins Auge gefaßt haben, geben 1 die Zahlen heinen genauen Überblick über die Anzahl der jüdischen Töchterschülerinnen. Denn wie Tabelle Vb zeigt, besucht anj Tabelle Vb. ^c: 9 O 3 .5'5—: •5 t ~ — -c: Von 100 Iii J JJ-S « *= O U_ CL C 3 Schülerinnen Jahr ^§ äJJ JS ~ 2 U . V ZC ~ JE =o o sind *3 u « S 13 "55 s "S . -C "ü 'C t> - % * 5.is öF £ a " '.2^ S^'" _c: Christ, juden 1897 3559 9569 1704 1867 16699 7S,70 ' 21,30 1898 3o<5 9477 1725 1803 16580 78,80! 21,20 1899 3011 9551 1729 1789 16080 78,20! 21,80 1900 3562 9552 1750 1801 16665 78,70 [ 21,30 1901 3494 9604 1724 1765 16587 79,00 ' 21,00 1902 3560 9503 1705 1762 16530 79,10 1 20,90 1903 3539 9803 1634 1777 16753 79,70 1 20,30 1904 3524 9692 1593 1732 16541 79,90 : 20,10 1905 3508 9572 1598 1703 16381 79,90 i 20.10 1906 3809 8979 1643 1452 158S3 80,40 1 19,60 nähernd dieselbe Anzahl die höheren Privatmädchenschulen. Tab. V. a gibt eine Übersicht einmal über die gesamte Anzahl der jüdischen Töchterschülerinnen und dann über den Anteil der jüdischen Töchterschülerinnen am Besuch der höheren Mädchenschulen überhaupt. Da verschiebt sich nun allerdings das Bild insofern, als hier der Prozentsatz der jüdischen Schülerinnen bedeutend geringer ist als in der vorangegangenen Tabelle. Auch zeigt sich hier ein von Jahr zu Jahr stärkeres Sinken der Frequenz. Worauf dies zurückzuführen ist, läßt sich nicht ohne weiteres feststellen. Es dürfte vielleicht darin seinen Grund haben, daß viele Mädchen aus sozial gut gestellten Kreisen nach dem Ausland oder sonst nach außerhalb in die Pension geschickt werden. Deshalb ist ein scheinbarer Rückgang wahrzunehmen. Wenden war uns nun den niederen Unterrichtsanstalten zu. Hier kommt als einzige in Betracht: die Gemeindeschule, d. h. die Volksschule. Es gehören zwar noch zu den niederen LTnterrichtsanstalten die sogenannten Anstaltsschulen, d. h. die Vorschulen für die Kgl. und städt. Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen, ferner die Kgl. Präparandenanstalten, Seminarschulen usw.; das Hauptinteresse richtet sich jedoch naturgemäß auf die Gemeindeschule. Nach den vorangegangenen Erörterungen kann es uns nicht überraschen, daß die jüdischen Schüler nach Tab. VI einen überaus geringen