Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1909)
- Article
- Jüdische Schulen, Lehrer und Schüler in Preußen
- Date
- 1909-06-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
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— 94 — Unter den öffentlichen mittleren Schulen für Knaben oder Mädchen (S. 172) war Keine jüdische, unter den öffentlichen höheren Mädchenschulen 19ül eine, und 1906 zwei jüdische. Linter den Schulkindern der öffentlichen mittleren Schulen für Knaben oder Mädchen waren 1901 190(5 Evangelische 117495 124212 Katholische 13314 17395 Juden 3171 3164 Sonstige <61 8/7 Unter den vollbeschäftigten Lehrern waren jüdische Lehrer bezw. Lehrerinnen an den Bauern. mittleren Schulen für Knaben und Mädchen Lehrer Lehrerinnen 1901 1 (3070) 3 ( 910) 1906 1 (3350) 4 .'1188) An den Privatschulen (S. 174) war das Verhältnis der verschiedenen Religionsbekenntnisse : Niedere Mkteischul. für öffentlichen höheren Töchterschulen Lehrer Lehrerinnen 13 (1060) 11 (1263) 15 (1240) 16 (1920) Evangelisch Katholisch Juden 11901 11906 /1901 \1900 J1901 U90G /1901 U90(> Schulen 5248 5443 6078 5222 1453 1418 145 164 Knab. u.Mädch. 17621 17893 4973 5233 2596 2504 121 74 höh.Mädch.- schulen 45327 50852 21680 2S237 6106 6323 327 385 Sonstige Also nur die Zahl der jüdischen Schüler hat ab' genommen, während die der anderen Konfessionen bedeutend zugenommen hat. An den höheren Mädchenschulen waren 1901 1900 Evangelische 41965 56382 Katholische 4720 7415 Juden 6494 7080 Sonstige 3()1 29 i Hier hat die Zahl der jüdischen Schülerinnen, die allerdings schon eine verhältnismäßig sehr große Quote der Schülerinnen bildeten (10,12%, wahrend die Juden in der Bevölkerung nur 1,1% vorhanden sind) nicht in demselben Maße zugenommen, wie die der evangelischen und Katholischen Konfessionen. Die Katholiken, die 1901 wesentlich weniger Schülerinnen zählten als die Juden, haben sie 1906 bereits überflügelt. 1906 bilden die jüdischen Schülerinnen nur 11 % der Gesamtzahl Von den Abiturienten der höheren Lehranstalten (S. 177) waren Michaelis 1906 und Ostern 1907 an den Gymnasien Realgymnasien Oberreaischulen Evangelisch 3300 758 542 Katholisch 1S24 110 93 Juden 382^6,8% 61=0,6% 22^3,3% 5506 727 657 An den Gymnasien und Realgymnasien sind also die jüdischen Abiturienten verhältnismäßig doppelt so stark vertreten als an den Realschulen, an den Gymnasien immer noch etwas stärker als an den Realgymnasien. Die Hörer der Akademie in Posen (S. 180) verteilen sich folgendermaßen: Evangelische Katholische Juden Summa W.-H. 1907/8 501 150 154 850 S.-H. 1908 305 126 95 530. Hoppe. Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle in Bayern 19£6imd 1907. _---_-:========; üeber die absolute Zahl der ehelichen und unehelichen Kmder bei Christen und Juden für die Jahre 1906 und 1907 gibt folgende Tabelle Auskunft: Jahr Ehel. Geborene (mit Totgeb.) 1 c! 3 c ' I 5 : 31 j~ §; :— s;-§""" " -§ §S =| |g 3! c« « £ : « £ cc ■ S ' IE u. Unehel. Gebor. Ü •c - : « . ü 2|! £ J5S i =5 2 O : ' 1906 1907 203491 945 22 35 200694: 915 j 21 j 40 l :! 28844 18 27879 24 Die Gesamtzahl der Geburten im Jahre 1907 betrug 230168, im Jahre 1906 233357. Es hat demnach die Häufigkeit der Geburten abgenommen. Rechnet man die Kinder aus Mischehen zur Hälfte den Christen, zur Hälfte den Juden zu und die unehelichen Geburten der Konfession der Mutter, so ergibt sich, daß im Jahre 1907 228 603 christliche Kinder und 969 jüdische Kinder geboren wurden. Die entsprechenden Ziffern für das Jahr 1906 lauten 232 335 bezw. 1022. Die Bilanz, d. h. der Ueberschuß der Lebendgeborenen über die Gestorbenen betrug für die Christen im Jahre 1907 114 688 für die Juden 236. Der Zuwachs ist also bei den Juden überaus gering. Die Bewegung der Eheschließungen zeigt folgende Uebersicht: Jahr ZJ o 2 g ~ ~ "g * E 'ü rein jüdische Ehen Mann christl.,, Frau jüdisch; Mann jüdisch, Erau christlich Prozentsatz; der jüdischen Mischehen 1906 44571 408 13 19 8,09 1907 45740 404 19 15 8,33 Unter den 51080 Eheschließungen des Jahres 1907 waren 46179 reine Ehen und 4Q01 Mischehen. Es machten somit die Mischehen 10,6% der re'nen Ehen aus. Bei den Juden betrug die Anzahl der reinen Ehen 404, die der Mischehen (mit einem christlichen Ehegatten) 34, demnach war der Prozentsatz der Mischehen bei den Juden 8,33. Er ist im Vergleich zum jähre 1906 nur sehr wenig gestiegen. Die absolute Zahl der rein christlichen Ehen hat im jähre 1907 zugenommen, die der rein jüdischen Ehen abgenommen. Der Verlauf der Sterblichkeit ergibt steh aus folgender Tabelle: Jahr Sterbefälle Christen Juden insgesamt 1906 139081 138397 684 1907 138696 137645 703 Die Sterblichkeit weist im allgemeinen im Vergleich zum Jahre 1906 einen Rückgang auf, der zurückzuführen ist auf die Abnahme der Geburten und die damit zusammenhängende geringere Kindersterblichkeit. Bei den Juden hat trotz Abnahme der Geburten eine Zu-