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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-06-01 · Heft 6 (Juni 1909) · p. Seite 90

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 6 (Juni 1909)
Article
Die Austritte aus dem Judentum in Berlin während der Jahre 1907 und 1908
Date
1909-06-01
Page
Seite 90 (sequence 4)
Language
German
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— 90 — im Jahre 1008 25 männliche und 21 weibliche. Dem Katholizismus wandten sich 2 Frauen zu; je eine männliche Person schlössen sich der freireligiösen Gemeinde und der Heilsarmee an, während 6 Männer, je 3 in jedem Jahre, konfessionslos bleiben wollten. Wenn auch in den Berichtsjahren nur in einem Bruchteil der Austrittsfälie die künftige Religion ermittelt worden ist, so sind doch die obigen Ziffern in Verbindung mit den für die vorhergehenden Jahre gewonnenen Ergebnissen geeignet, die Annahme zu rechtfertigen, daß der Austritt aus dem Judentum meist den Übertritt zur herrschenden evangelischen Religion zur Folge hat (oder daß letzterer dem Austritt schon vorangegangen ist). Oer Gesundtieitszustand Von Dr. S. V/ e i s s e n In ihren gesundheitlichen Verhältnissen bieten die Juden manche Ablenkung von denjenigen, die unter anderen Völkern, mit denen sie Seite an Seite wohnen, beobachtet werden. : So war und ist noch jetzt an einigen Orten : ihre Geburtenziffer größer, ihre Sterblichkeitsrate ist überall geringer und ihr Verhalten gegen Infektionskrankheiten soll mindestens eine gewisse Immunität bezeugen. Während aber einige in diesen Tatsachen Beweise für besondere den Juden eigentümliche Rassenveranlagungen sehen wollen, glauben die anderen alle diese Eigentümlichkeiten blos rein äußeren sozialökonomischen Einflüsssen zuschreiben zu dürfen. Nun basieren aber beide Ansichten auf einem bis jetzt noch sehr unzulänglichen Material, da die Statistik der Juden eine neue Disziplin ist, deren Ausarbeitung dieser Zeitschrift zu verdanken ist. Die jeweiligen Ansichten über die Juden waren und sind leider subjektiv gefärbte Ausflüsse, die vom persönlichen Wohlwollen oder "Missgönnen der betreffenden Beobachter in starker Abhängigkeit stehen. Wenn auch die Angaben für die einzelnen Länder sehr wertvoll sind, so wird doch ihr Wert im Allgemeinen überschätzt, da die Mittelzahlen für grössere Gebiete gerade die charakteristischen Einzelkomponenten vertuschen und so die Einflüsse von solchen Faktoren wie z. B. Bodengestaltung und Volksleben nicht zur vollen Geltung gelangen lassen. Und gerade bei den Juden, deren soziale Lage und ökonomischer Zustand nicht der Juden in Odessa. berg, Elisabethgrad. nur nach Staat, sondern auch nach Stadt verschieden sind, wären Untersuchungen eng beschränkter Gebiete von der grössten Bedeutung. In diesem Sinne ist die Arbeit von Dr. B. D o 1 g o p o 1 über den Gesundheitszustand der Juden in Odessa zu begrüßen und zu hoffen, daß ihr bald andre Arbeiten aus den verschiedenen Städten und Städtchen Rußlands folgen werden. Ich selbst bin schon seit längerer Zeit damit beschäftigt ein entsprechendes Material über Elisabethgrad zu sammeln und kann schon jetzt sagen, daß hier die Verhältnisse in mancher Beziehungandere sind als in Odessa, so daß von einer Einheitlichkeit des Verhaltens der Juden verschiedenen Krankheiten gegenüber nicht die Rede sein kann. Und nun wollen wir die Verhältnisse in Odessa kurz schildern. Es sind hauptsächlich die Zahlen für das Lustrum 1899 bis 1903 verarbeitet. Leider zeigt die Arbeit manche Schwäche und strotzt von Druckfehlern, was die Verarbeitung des Materials sehr schwierig und unsicher macht. Tabelle I. Zahl der Geburten. Juden Russen 1901 1902 1903 19011902 11)03 Knaben.......... 2615 2789 2941 4596 4597:4557 Mädchen ........ 2255 2118 2478 4314 4382:4255 1900 5207*5419 8910 8979:8812 Knabenuberschuß .... 390 371; 463 282: 215: 302 Promille der entsprech. : | 38,4 32,7! 34f5 33,2 33,7; 32,2 Prozent der Gesamtgeburtenzahl....... 33,6 34,6 35,8 i 61,3 66,2 58,4

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