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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-05-01 · Heft 5 (Mai 1909) · p. Seite 70

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 5 (Mai 1909)
Article
Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preußen im Jahre 1907 mit Rückblicken auf die früheren Jahre
Date
1909-05-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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- 70 — Tabelle VIIL im Jahre Es trafen Lebend-Geburten auf je 1000 Christen Juden Es trafen Sterbefälle ohne Totgeborene auf je 1000 Christen Juden Es trafen Eheschließungen auf je 1000 Christen Juden 1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 36,27 36,16 35,37 34,34 34,62 33,47 33,71 32,96 19,48 19,18 19,26 17,92 18,07 17,55 18,26 17,08 21,70 20,60 19,07 19,60 19,17 19,05 17,54 17,76 14,96 14,16 14,12 14,00 13,73 14,22 13,96 13:85 8,51 8,25 7,91 7,03 8,03 8,14 8,20 7,35 7,10 7,06 7,04 6,98 7,12 7,07 7,40 7,42 Die Schwankungen der jüdischen Geburtenziffer waren beträchtlich. Dreimal im Verlauf der Periode 1900 bis 1907 ist sie erheblich unter den Durchschnitt herabgesunken, nämlich im Jahre 1903, 1905 und 1907. Am tiefsten stand sie 1907. Eine ausgesprochene Tendenz zum Sinken der Geburtenziffer wie bei den Christen läßt sich nicht erkennen. Die Sterbeziffer ist im Jahre 1907 im Vergleich mit 1906 konstant geblieben, im Verlauf der letzten 7 Jahre aber beträchtlich gesunken. Die Differenz betrug bei den Christen 18,1 %, bei den Juden 7,4%. Die Verehelichungsziff er hat bei den Christen im Jahre 1907 abgenommen und ist bei den Juden konstant geblieben. Obwohl man sich hüten muß, aus der Geburten-, Sterbe- und Verehelichungsziff er ohne weiteres Schlüsse zu ziehen auf Fruchtbarkeits-, Mortalitätsverhältnisse und Neigung zum Heiraten, so sind diese Ziffern als allgemeinster Ausdruck für den Gang der Bevölkerungsbewegung symptomatisch immerhin beachtenswert. Man darf nämlich nicht außer Acht lassen, daß die Zusammensetzung einer Bevölkerung nach dem Alter von ausschlaggebender Bedeutung auf die Gestaltung der Geburten- und Sterbeziffer, namentlich der letzteren ist, daß ferner die Zuzugs-und Wegzugs-, d.h. die Wanderungsverhältnisse berücksichtigt werden müssen. Es kann ja bekanntlich die günstige Sterbeziffer ebensowohl die Folge sein einer überaus kräftigen Vertretung der mittleren Altersklasse, selbst wenn die Sterblichkeit dieser Klassen bedeutend ist, als einer schwachen Besetzung der jüngsten Altersklassen bei geringerer Kindersterblichkeit. Wir kennen aber den Altersaufbau der preußischen Juden nicht und können deshalb weitere Forschungen nach Fruchtbarkeit, Mortalität und Neigung zum Heiraten nicht anstellen. Das eine aber können wir auf Grund der Geburten- und Sterbeziffer feststellen: Die Zunahme d e r C h r i s t e n h a t stattgefunden bei Rückgang der Geburtenziffer, aber noch stärkerem Sinken der Sterbeziffer, die Zunahme der Juden bei einem stärkeren Sinken der Geburtenals der Sterbeziffer. Zur Statistik der Kriminalität der Juden. Von Naxmilian Paul-Schiff, Wien. „Der Statistik dürfen keine unmöglichen j merkung flicht Oberstaatsanwalt Dr. Hoegel Aufgaben gestellt werden, und es ist besser,! (Wien) seiner eingehenden Arbeit: „Die sie verweigert auf bestimmte Fragen die Ant- Grenzen der Krimmalstatistik" (Statistische wort, als daß sie zweifelhafte oder unzweifel- Monatsschrift, 1907, pag. 419—489) ein. Dem haft falsche Ergebnisse liefert". Diese Be- Wunsche Hoegel's wird jeder auf dem Ge-

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