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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-04-01 · Heft 4 (April 1909) · p. Seite 60

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 4 (April 1909)
Article
Die Einwanderung von Juden in die Vereinigten Staaten im Jahre 1907/1908
Date
1909-04-01
Page
Seite 60 (sequence 7)
Language
German
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— 60 — zwingen, das Land der Freiheit zu verlassen. Unter den Auswanderern überwog weitaus das männliche Geschlecht (1000 Männer auf 282 Frauen). Es kehrten also keine Familien zurück, sondern alleinstehende junge Leute oder vielleicht auch Familienväter, weiche ihre Ange-; hörigen allein zurückließen. Dies bestätigt uns j auchder Altersaufbau, indem 83,90% zur Alters-; klasse 14—45 gehörten. Die meisten der Aus-; wanderer hatten im Lande noch keinen festen j Fuß gefaßt, denn 8ß°/o hatten sich weniger j als 5 Jahre in Amerika aufgehalten. Ent- I sprechend ihrer Herkunft wandten sich die meisten jüdischen Rückwanderer nach Rußland (5439) und Österreich-Ungarn (1758). Erklärlich ist auch, daß 6060 d. h. 78,60% aus dem Staate New-York abwanderten und daß ein beträchtlicher Teil von ihnen, nämlich 2 640, d. i. 34,10% dem Handwerkerstande angehörte. Verhältnismäßig am stärksten vertreten waren unter den jüdischen Auswanderern aus Amerika die Tagelöhner mit 2456, d. h. 31,80%. Ihnen war in diesem Krisenjahr am wenigsten Beschäftigung geboten. Die jüdischen Handwi Von M. Schwe Das rumänische Ha nd els-undlndustrie- Ministerium veröffentlicht in einer beinahe 200 Seiten starken Broschüre1) eine Enquete über die Flandwerker in. Rumänien, deren wichtigste Daten als Ergänzung zu dem 5. Hefte der „Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden" mitgeteilt werden sollen.2) Die Gesamtzahl der Handwerker, die den Zünften angehörten, betrug am 1. April 1908; 127841. Von diesen waren 25184 Juden, 28027 Angehörige anderer Nationalitäten und 73730 Rumänen. Die Juden betrugen also 19,70%, die anderen Nationalitäten 22,63%, die Rumänen 57,67%. Gegenüber der Bevölkerung jeder dieser 3 Kategorien betrug die Zahl der Juden 9,4%, die der anderen Nationalitäten 14,4 %, die der Rumänen nur 1,3%. Wie wir also hier sehen. I sind die Rumänen sehr schwach unter den Hand- : werkern vertreten. Die Erklärung hierfür ist j eine sehr leichte, wenn man bedenkt, daß der j Rumäne sich lieber den Staatsfunktionen zu- | wendet, wo er keinen fremden Konkurrenten! hat, als ein Handwerk zu erlernen. Er hat i sogar noch bis vor einigen Jahren die Aus- \ 1) Ancheta en privire la meseriasi si 3a apli- > carea legii pentru organizorea meseriilor, I Partea I. (Dezember 1908). 2) Vgl auch Jahrgang I, Heft 7, Seite 8 dieser! Zeitschrift. j jrker in Rumänien. ig, Bukarest. Übung eines Handwerks als eine Erniedrigung betrachtet und diese Beschäftigung lieber den Juden überlassen; dagegen aber stets dafür gesorgt, daß ihm der Jude als Lehrer, Advokat, Beamter usw. keine Konkurrenz machen konnte. Da den Juden diese Karieren versperrt und sie nur auf Handel und Gewerbe angewiesen sind, sind sie natürlich auch in den letzteren Berufen stark vei treten. Die freien Berufe sind aber seit einiger Zeit überfüllt; ja, da mit jedem Regierungswechsel viele Beamte entlassen werden, um die Stellen mit Anhängern der Regierungs- Partei zu besetzen, so besteht sogar schon ein großes Beamtenproletariat. Daher ist es heute die erste Sorge der Regierung, die Industrie zu nationalisieren. Aus diesem Anlaß ist auch die vorliegende Enquete unternommen worden. Daß man aber auch hier judenfeindlich vorgegangen ist, beweist folgende Tatsache: Es wurden unter den 73730 rumänischen Handwerkern auch die 3172 oder 4,30% Rumänen aus Siebenbürgen, Bukowina usw., die aber laut rumänischem Gesetz keine Staatsbürger sind, mitgezählt. Von den28927Personen verschiedener Nationalität waren 2208 oder 7,67% rumänische Staatsbürger. Unter den 25184 Juden sind auch die rumän. Staatsbürger, nämlich solche, die sich aller Bürger- und

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