Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 3 (März 1909)
- Article
- Die Betriebsergebnisse der deutschen Krematorien im Jahre 1908
- Date
- 1909-03-01
- Page
- Seite 48 (sequence 1)
- Language
- German
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Statistisches Archiv.;r=-j Die Betriebsergebnisse der deutschen; Deutschland, jj Krematorien im Jahre 1908. Im Jahre -^ 1908 haben 4050 Einäscherungen gegen 2977 des Jahres 1907 stattgefunden, also 1073 d. i. 36 % mehr. Von den Eingeäscherten gehörten 2557 dem mannliehen, 1474 dem weiblichen Geschlechte an. Den Anteil der verschiedenen Bekenntnisse zeigt folgende Aufstellung : absolut evangelisch........ 3236 Katholisch......... 299 altkathoüsch. ....... 35 israelitisch........ 153 freireligiös........ 72 dissidentisch....., . 49 anderen Bekenntnissen . . 9 ohne Angabe d. Bekennt. 197 4050 Bei 2517 der Einascherungen hat religiöse Trauerj feier Im Krematorium stattgefunden. Berücksichtigt man, j daß für die von auswärts in ein Krematorium gebrachten j Zeichen sehr häufig am Sterbeort Trauergottesdienst | stattfindet, sodaß von einer Wiederholung im Krematorium j abgegeben wird, so durfte nur bei einem ganz geringen i Prozentsatz sämtlicher Einäscherungen auf den Trost der Religion verrichtet werden. (Aus der Zeitschrift „Die Flamme", 26. Jahrgang, No. 404.)! „ I { DiejüdischenReichsrotsabcjecrdneten ji Österreich, j in Oesierrei*. Im 2 rieft des 84. | ----—=-;' Bandes der „Oesterreichischen! Statistik" werden „die Ergebnisse der ReichsratS' j wählen in den im Reichsrate vertretenen Königreichen \ und Ländern im Jahre 1907" mitgeteilt In jenem jähre j vollzogen sich die Reichsratswahlen in Oesterreich zum! ersten Mal nach den Grundsätzen des allgemeinen,! gleichen und direkten Wahlrechtes, was den Zionisten j und Jüdischnationalen Veranlassung gab, als Partei am j Wahlkampfe teilzunehmen. Insgesamt kamen 516 Ab' geordnetenmandate in 480 Wahlbezirken zur Besetzung, Auf die jüdischnationalen Kandidaten entfielen in den \ Stadtwahlbezirken absolut 22 862, in Prozent 1,72, in | den Landwahlbezirken 9073, in Prozent 0,28, überhaupt; absolut 31941, in Prozent 0,68 alier giltigen Stimmen.! Hierzu bemerkt das „Bureau der k. k. statistischen; Zentralkommission" in der obengenannten Publikation: „Daß die Jüdischnationalen (Zionisten) einen immerhin bemerkenswerten Anteil der Stimmen, 0,68 im ganzen, in den Städten sogar 1,72 Prozent, auf sich in der Weise vereinigen konnten, daß vier von ihnen als gewählt aus den Wahlen hervorgegangen sind, verdanken sie vornehmlich den allerdings einen anderen Zweck verfolgenden Bestimmungen der Reichsratswahlordnung, nach welchen in bestimmten galizischen Wahlbezirken (No. 35 bis 70) je 2 Abgeordnete zu wählen sind." Das ist insofern richtig, als man ii den erwähnten 36 Wahlbezirken nur für Polen und Ruthenen ein System der Minoritätenvertretung (vote unique) schaffen wollte mit vollständiger Ignorierung der gesamtenjudenschaft Galiziens, die bei der letzten Volkszählung 7295538 Kopf stark war undll,09% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Die Absicht der Regierung, die Juden auf diese Weise in die Gefolgschaft der politischen Parteien zu zwingen, wurde dadurch vereitelt, daß selbständige jüdische Kandidaten in zwei Bezirken (No. 60 und 69) mit Hilfe der Ruthenen gewählt wurden. In Galizien drangen 3 jüdischnationale Reichsratsabgeordnete durch. Die Zahl der bei der entscheidenden Wahl in Galizien auf die jüdischnationale Partei überhaupt lautenden giltigen Stimmen betrug 24757, in der Bukuwina 6897, Dort vereinigte der Jüdisch' nationale 3318 Stimmen auf sich, während 3579 auf nicht gewählte Kandidaten judischnationaler Gesinnung entfielen. In Wien wurden 529 Stimmen auf einen Jüdischnationalen abgegeben. Die auf das jüdisch' nationale Programm gewählten vier Abgeordneten bilden im Reichsrate den „Jüdischen Klub". Außerdem gehören dem Reichsrate noch neun Juden an. Vier sitzen im Polenklub, je zwei gehören zu den Deutschfreisinnigen und Sozialdemokraten, der neunte nennt sich „unabhängiger" Jude. Er wurde in Krakau gewählt. N. W. ^e Uerbreifung der englischen Rußland. Krankheit in Wilna. S. Kowarsky ==r=^--bringenderWratschebnaj a Gazeta, 1908, No. 20, S. 603, interessante Zahlen über die Verbreitung der englischen Krankheit [Rhachitis] unter den Kindern in der Stadt Wilna. Bei einer Gesamtzahl von 3690 Krankheitsfällen fanden sich 1000 Rhachitiker, das sind 27%. Nach der Nationalität verteilt, zeigen die Juden ein merkbares Uebergewicht, indem bei den Russen 25 %, bei den Juden 31% rhachitischer Kinder anzutreffen sind, Dieses für die Juden ungünstige Verhältnis tritt noch deutlicher hervor, wenn bei der Zählung die über 5 Jahre alten Kinder unberücksichtigt bleiben, denn die Rhachitis ist eigentlich eine Krankheit der ersten Lebens* jähre. Wir haben dann 30% bei Russen und 39 % bei Juden. Die größere Verbreitung der englischen Krankkeit unter den Juden führt der Autor auf ihre schlechten, ja miserablen Wohnungen zurück. Dr. S. Weissenberg, Literatur. Statistisches llotizbuch für die Stadt Ceipzig. Bearbeitet im Statistischen Amte der Stadt Leipzig. Leipzig, Duncker § Humblot, 1908. — VI -j- 69 Seiten. Das rührige Leipziger Statistische Amt hat ein Büchlein herausgegeben, wie es überall Nachahmung finden sollte. In einem handlichen Taschenbuch ist eine große Zahl statistischer Daten und Tabellen zusammengestellt, und zwar nicht nur solche, welche sich speziell auf Leipzig beziehen; sondern es finden sich darin auch viele andere Tabellen. Derartige Notizbücher sind nicht allein für den praktischen Gebrauch recht geeignet, sie werden vielmehr auch die Ergebnisse der Statistik weiteren Kreisen zugänglich machen, als dies mit Hilfe umfangreicher Publikationen geschehen kann. B. B. Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin. — Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin^Haiensee. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, Neue Friedrichstraße 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau.