Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. Seite 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
[Ohne Titel]
Date
1909-02-01
Page
Seite 32 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2650397-3187664-3187667--2078-3189944
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 32 — jMohammedaner.................. 35079765 Anhänger Japans u. Chinas Kulte....... 463(502 Hindus....................... 171689 Juden...................... 8605 Animisten.................... 768751 Anhänger eines unbek. einheimischen Kultes . 34139 Anhänger anderer Kulte............. 655590 Von den 8605 Juden lebten 8494 auf Java und Madura, und zwar waren von letzteren 8258 eingeboren und 236 aus Europa eingewandert. Die restlichen III Juden verteilen sich auf die übrigen Besitzungen der Niederlande in Ostindien. Literatur. Die freiheifsbetoegung in der Türkei. Von Mohamed A i s c h i n. (Ein Versuch historischer Forschung). Verlag J. Ladyschnikow, Berlin, 1908. 91 S Die türkische ReucSution und ihre Hussichfen von Dr. Viadan Georgevitch. Verlag von S. Hirzel, Leipzig, 1908. 102 S. M. 1,40. Die türkische Revolution hat auf dem deutschen Büchermarkt wenig Widerhall gefunden. Die geringe Produktion von Tagesliteratur über die kaleidoskopischen Veränderungen im Wetterw'nkel Europas ist wohl dem Ums'ande zuzuschreiben, daß es v/enige Kenner des Orientes gibt, welche für die uns überraschenden Ereignisse klare Formeln finden können. Die oben genannten Broschüren ergänzen einander. Die von Mohamed Aischin zeichnet skizzenartig die Zustände, welche zum Sturz des alten Regimes geführt haben, und bekundet, daß es keine zuverlässigen Dokumente gibt, um die Geschichte der türkischen Revolution zu schreiben. Was der Verfasser bietet, darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Er schildert die Despotie des Sultans, die Korruption der Beamten, die Unduldsamkeit des K!erus, die grenzenlose Unbildung der Massen, das Spitzeltum der gesamten Bürgerschaft, die ständige Todesgefahr der aufrichtigen Patrioten, das Märtyrerium der Jungtürken und ihre Wühlarbeit so drastisch und lebendig, daß man die Lektüre des Büchleins zum besseren psychologischen Verständnis der kommenden Ereignisse warm empfehlen kann. Ganz anders der gewiegte Staatsmann Georg witsch, ehemals Gesandter Serbiens bei der Hohen Pforte und Ministerpräsident in seinem Vaterland. Er erörtert ausführlich die politischen Ursachen und voraussichtlichen Folgen der neugeschaffenen Situation, ohne daß es der Darstellung an kulturgeschichtlich recht interessanten Streiflichtern fehlte. Mit geüblem Auge glaubt Georg c-vitsch die Quellen der Revolution zu erkennen Die erste fliesse nach seiner Anschauung aus dem Yildiz selbst und entspricht der ernsten Eins cht, daß nur durch Wiederherstellung der Konstitution den Gefahren bergenden Ein- und Uebergriffen fremder Staaten wie Rußlands und Englands durch die Beschlüsse von Reval Einhalt getan werden könne; die zweite komme von der Armee, deren verzweifelte finanzielle Lage den Jungtürken als erfolgreiche Operationsbasis diente. Der zufällige Zusammenfluß beider Quellen habe zur allgemeinen Revolution geführt. Nach dieser Darlegung setzt der Autor gründlich das Verhalten der ottomanischen und souveränen Griechen, Bulgaren, Serben und Albanesen zur Neuordnurg im Reiche auseinander, prüft das Programm des Komitees für Einigkeit und Fortschritt auf seine Tauglichkeit hin und nimmt nur daran starken Anstoß, daß es in den höheren Schulen Türkisch als Unterrichtssprache fordert. Dieser Punkt würde, meint Georgevi tsch, wenn sich die Verfassungsfreunde nicht rechtzeitig eines Besseren besännen, die Nationalitäten in eine verzweifelte Opposition treiben, weil sie nicht im Rechtsstaate auf ihre in der absolutistischen Aera erkämpften Errungenschaften freiwillig verzichten würden. Im letzten Kapitel kommt Gcorgevitsch nach Abwägung ailerdieEntwickiungfördernden und hemmenden Einflüsse zu dem Schluß, daß die Konsolidierung der Türkei auf der neuen Grundlage wohl möglich wäre und plädiert für den seit zehn Jahren unabhängig von verschiedenen Seiten aufgenommenen Gedanken einer Allianz der Türkei mit allen Baikanstaaten als einer condicio sine qua non. Uns bekümmern die Verhältnisse und Entwicklungen in der Türkei umsomebr, als der türkische Orient immer allgemeiner von den jüdischen Kolonisationsgeselischaften als das Zukunftsland ihrer Tätigkeit angesehen wird. N. W. Druckfehler-Berichtigung. In dem Aufsatz ven Dr. Fishberg Hber die angebliche Rassen i mm uns tat der Juden in Nr. 12 des vorigen Jahrganges finden sich leider einige Druckfehler: auf Seite 180, rechte Spalte, Zelle 13 von oben lies statt Christen —: Christen 29,8; ebenda, Zeile 14 von oben lies statt Christen 30,6: Christen 20,6; auf Se'te 1S3, rechte Spalte, Zeile 24 von oben lies statt C 1 a 11 e r : Glatter; auf Seite 184, rechte Spalte, Zeile 4 fehlen hinter: (18ö7—1902) die Worte: Jaden 4,9, Christen 9.7; in Wien (1901—1902). Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin. — Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, Neue Friedrichstraße 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.