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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
Die Eheschließungen von Juden in der Schweiz
Date
1909-01-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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— 14 — Die schweizerischen Eheregister enthalten keine | Bemerkungen über das Religionsbekenntnis der getrauten | Personen. Da aber bei den Volkszählungen die Kon' | fession festgestellt wird, ist wenigstens für die Volksj zählungsjahre von 1870 an das konfessionelle Bekenntnis j der Ehepaare bekannt. Es wurden israelitische Ehepaare gezählt im Jahre 1870 876 „ „ 1880 996 „ „ 1S88 1290 „ „ 1900 1914.; Von den einzelnen Ehegatten, aus denen sich | die 1880, 1888 und 1900 gezählten Ehepaare zusammen- 1 setzten, waren im ganzen im Jahre 1880 „ „ 1888 n „ 1900 Daraus ergibt sich, daß im Jahre 1880 „ 1888 n , 1900 isralitisch 2039 2653 3971 47 73 143 Personen üdischer Konfession in Mischehen mit Christen lebten. Werden die Zahlen von der Konfession des einzelnen jüdischen Ehegatten mit der jüdischen Gesamtbevölkerung des betreffenden Jahres verglichen, so sind auf je 100 isralitische Personen verheiratet gewesen im Jahre 1880 * » 1888 « „ 1890 28 33 32. Demnach ist die Verehelichungshäufigkeit bei den Israeliten ebenso gewiß wie bei allen Protestanten und Katholiken, die 1900 bei dem ersteren 32, bei den letzteren 30 betrug. (Vgl. Heft II des I. Jahrganges dieser Zeitschrift; ferner Heft VI des II. Jahrganges). N. W. HJien. lieber die Eheschließungen der Juden in EJien während der Jahre 1902-1906 -..... bringt das Statistische Jahrbuch der Stadt Wien für das jähr 1906 (24. Jahrg. 1908) ausführliche Daten, die im Anschluß an das II. Kapitel, Abschnitt a des Heftes 4 der Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden, „die Juden in Oesterreich," hier wiedergegeben seien Nachstehende Tabelle gibt die Z a h I der Eheschließungen mit Rücksicht auf das Forum der Eheschließung an. Forum der Ehe* Zahl der Ehen Schließung 1902 1903 1004 1905 1906*) Seelsorger einer christlichen Kirche 15439 15805 15093 15672 17240 Seelsorger der mosaischen Konf. 841 ms 933 939 979 Politische Behörde 127 146 . 146 145 169 zusammen 16407 16889 17072 16756 18388 Einen Vergleich der Eheziffer der Juden mit der der Gesamtbevölkerung bietet folgende Zusammen- Stellung. Es entfielen Eheschließungen im Jahre 1902 1903 1904 1905 1906*) auf je 100 Israeliten 5,72 6,38 6,35 6,39 6,66 auf je 100 Pers. der Ges.-Bev. 9,80 10,08 10,19 10,00 10,98 Als Gründe für den Unterschied haben zu gelten: die auch in Wien herrschende jüdisch - rituelle Ehe, welche amtlieh nicht berücksichtigt wird; der hohe Prozentsatz der Mischehen, die vor der politischen Behörde geschlossen werden; die zwecks Vollziehung einer Ehe mit einem christlichen Ehegatten erfolgenden Austritte aus dem Judentum. Vor der politischen Behörde werden die sogenannten Zivilehen geschlossen, welche nur in drei Fällen vorkommen: 1) V/enn ein Seelsorger die Eheschließung aus einem duich die Gesetzgebung des Staates nicht anerkannten Hinderungsgrunde verweigert. 2) Wenn es sich um die Ehe einer Person handelt, welche einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgesellschaft nicht angehört, was meistens, wie folgende Tabelle lehrt, mit Konfessionslosigkeit gleichbedeutend ist. Glaubt isbekenntnis bezw. Konfessionslosigkeit „ ., n , \ mosaisch Beide Braut-1 , . . ,; konfesleute waren I . I sionslos Der Bräutigam war mosaisch, die Braut konfessionslos Der Bräutigam war konfessionslos, die Braut mosaisch Zahl der Zivilehen 1902 j 1903; 1904 \ 1905 1906*) 37 4 41 4 40 48 .. 51 61! 60 38 i 43; 39 I 41 1 41 79 48 zusammen!127 146 i 145 145 169 *) 1906 mit Einschluss des XXI, Gerneindebezirks Floridadorf. Es kamen demnach auf je 100 rein jüdische Ehen im Jahre 1902 10,23, 1903 10,02, 1904 10,97, 1905 10,76, 1906 12.97 jüdisch-christliche Mischehen. Doch sind diese Prozentzahlen vom nationalen Standtpunkt etwas zu niedrig, da die zwecks Eheschließung vollzogenen Austritte für die Berechnung unbeachtet bleiben" müssen. Das Jahrbuch bringt auch eine Tabelle für das Jahr 1906, in der das gegenseitige Glaubensbekenntnis jener Brautpaare angegeben ist, welche zur Zeit der Eingehung der Ehe ,Jm selben Hause", d. h. in gemeinschaftlichem Haushalte lebten. Während auf die Gesamtzahl der Eheschließungen (18388} 8883 48,30% solcher Fälle kommen, treffen auf die 984 rein jüdischen Heiraten 162 19,10 menages irr£guliers. Zur Beleuchtung dieser Zahlen sei eine Stelle aus einem in der „Oesterreichischen Rundschau* von Dr. Wilhelm Löwy, Sekretär des Wiener Magistrates i. R.} erschienenen

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