Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Die Sterblichkeit der Juden in Frankfurt a. M. im 17. und 18. Jahrhundert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 2)
- Language
- German
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— 13 — 74; 1710— -1720 35 206 ' 1721- -1730 36 102 1731- -1740 41 108 1741- -1750 45 67 1751- -1760 42 56 1761- 1770 41 48 1771— -1780 38 48 1781- 1790 31 53 1791- 1800 35 40 Sterbeziffer der jüdischen Bevölkerung für das 17. und 18. Jahrhundert. Dieselbe betrug auf tOOO Personen der jüdischen Bevölkerung. 1624—1630 1631—1640 1641—1650 1651—1660 1661-1670 1671—1680 1681-1690 1690-1700 1703 1709 Im Vergleich mit den Ziffern für die christliche Bevölkerung Frankfurts war die Sterblichkeit der Juden in allen Perioden größer als die der Christen. Zu dem umgekehrten Ergebnisse gelangt Hanauer für die Kindersterblichkeit, deren Zahlen er auch mitteilt. Die Gründe für die höhere Sterblichkeitsziffer der Juden sieht Hanauer in folgendem: „Die Juden lebten zusammengepfercht in der engen, düsteren, von hohen Mauern umgebenen, der Luft und des Lichtes ent' behrenden Gasse, und für sie ging die Sonne viel später auf und viel früher unter als für die andern Bewohner der Stadt. Da gab es keine fiöfe und keine Gärten, die Mauern wurden statt erniedrigt, ständig noch erhöht. Die Höfe waren stets feucht, ja geradazu kotig, da sie keinen Ablauf für die Ausflüsse hatten/* Die Kriminalität der Juden in Bayern üon 1896—1905. Die Zeitschrift des Kgl Bayr. S t a t. Bureaus, 1.908, No. 3 enthält eine statistische Arbeit über die „Verbrechen und Vergehen in Bayern gegen die Reichsgesetze während der Jahre 1896—1905," die auch über die Konfessionszugehörigkeit der Verurteilten Angaben enthält. Danach waren von den Verurteilten überhaupt Juden 372^ 444 i 442 -2107:-0,64% 429 420J 401^ 468 bei Verbrechen und ..Vergleich gegen die Person Bavern, 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1902 1903 1904 1905 bei Verbrechen 325242 Christen 62153^ 64448 66414 67816 64412J 66309. 66449 64476} 328160 64945 6557li 365 435 409J 2078-0,62 unbek. Konf. 721, 3861 385' , 2689 736 457J 592^ 719 503 * 2514 404 296 i und Vergehen gegen Staat, Ordnung und Religion öffentliche Christen 1896 6995 90 1897 8323 116 1898 7967 37429 119 1899 7290 109 1900 6854J 93 1901 6958' 92- 1902 6693 111 1903 6898 > 35547 79 1904 7348 118 1905 7650J 100 Juden > 500=1,3 ' unbek 676 358 364 702 436. 577- 697 484 383 276.) Ko^f. 2536 2417 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1902 1903 1904 1905 Christen 31492i 30940! 36711J169750 33597 36990J 32671 32499 31106 32209 32366J 160851 Juden 161 149 155 135 m) 146^ 1731 125!-713 129 140 unbek. 31 Konf. 43—0,46 1 0,43 % 11 ms9 20 14J 9) 14! 15j>64 14 12) bei Verbrechen und Vergehen gegen Vermögen 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1901 1901 1901 1901 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1902 1903 1904 1905 Christen 23416* 249741 26501 i> 25967 26716 25360) 26525^ 270691 26250} 30344 25164 25:^36) IIS Juden pi 167^830=0,68 % 184 184) 162^ 1831 159^859^ 187 168.) unbek. Konf. U\ 17l 12^64 i 6"i =0,65 o/o 33 bei Verbrechen und Vergehen im Amt Christen 240} 2111 23511116 212 208) 195^ 1881 222 J> 1048 224 219) Juden?! 1} 7=0,6 °/< 1 Ii unbek. Konf. -\ -\ z) 2 [6=0,58% il Während die Juden nach der letzten Zählung 0,85% der Bevölkerung bildeten (1890 war ihr Anteil 0,9 %; er ist also nur ein wenig heruntergegangen), betrug ihr Anteil an der Kriminalität 1896-1900 nur 6,64%, 1901—1905 entsprechend ihrer geringen Abnahme an der Bevölkerung 0,62 %. Größer, als ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht, ist nur ihr Anteil an den Delikten gegen Staat und öffentliche Ordnung und Religion, wobei besonders die Verordnungen im Mandel (Sonntagsruhe etc.) ins Gewicht fallen, da die Juden ja zum größten Teil in kaufmännischen Berufen beschäftigt sind. Dagegen sind die J'-den (wie anderwärts) so auch in Bayern, an den Delikten gegen die Person nur halb so stark beteiligt als ihrem Bevöikerungsanteil entspricht. Bei den Delikten gegen das Vermögen und den Delikten im Amt ist ihre Beteiligung nur ein wenig geringer als ihr Anteil an der allgemeinen Kriminalität. Hoppe. Schroeiz. Die £hesdüie§ungen uon Juden in der Schmeiz. Die 158. Lieferung '■=r=:^r=rz=z^er „Schweizerischen Statistik* (herausgegeben vom Statistischen Bureau des eidgenöss. Departements des Innern) handelt über „Ehe, Geburt und Tod in der schweizerischen Bevölkerung während der zehn Jahre 1891—1900" und bringt im ersten Teil, in dem die Eheschließungen und Ehelösungen untersucht werden, auch Angaben über die Juden.